Feb 26, 2019

Das 1×1 der Hosenformen

Es ist noch gar nicht soooo lange her, dass Frauen in Hosen als Mannweiber verschrieen wurden. Bis in die 50er Jahre hinein waren Hosen fast nur Männern vorbehalten, während Frauen sich feminin in Röcke oder Kleider zu hüllen hatten. Marlene Dietrich war in den 1930ern eine echte Vorreiterin, was die Hosenmode für Damen anging. Als feministisches Statement haben nach dem zweiten Weltkrieg immer mehr Frauen begonnen, Hosen zu tragen. Zum Glück muss man sagen, denn Hosen verleihen Bewegungsfreiheit und sind so vielseitig, dass ihr Siegeszug in der Damenmode nicht mehr aufzuhalten war. Um euch in dem Dschungel der unzähligen Hosenformen einen kleinen Durchblick zu geben, kommt hier ein kleiner Ratgeber. Viel Spaß!

Welche Hose suchst du?


Back to the 70s! Die Schlaghose wurde in den 1970ern dermaßen berühmt, dass kaum ein anderes Kleidungsstück so sehr mit dem Spirit der Hippie Ära in Verbindung gebracht wurde, wie die Schlaghose. Männer, Frauen, Kinder – alle trugen die Hosen, die an den Oberschenkeln sehr eng sitzen und ab dem Knie immer weiter werden. Schlaghosen sind wahre Proportionswunder und stehen wirklich jeder Frau, vorausgesetzt sie trägt die richtigen Schuhe: Absatz ist ein Must bei Schlaghosen, dabei ist es aber egal, ob es sich um Plateauschuhe, Pumps oder Wedges handelt. Dann zaubert die Schlaghose Endlosbeine und eine super schlanke Silhouette. Dazu kombiniert man am besten auf Taille geschnittene Oberteile wie Blusen, Shirts oder kurze Lederjacken.

Wem steht’s:
Allen

Das gilt:
Unbedingt hohe Schuhe tragen und kurze, bzw. taillierte Oberteile dazu kombinieren.

Diese Schuhe passen dazu:
– Plateauschuhe
– Pumps
– Stiefeletten
– Wedges
– Bikerboots


Ihren Namen verdankt die Marlenehose dem 30er Jahre Filmstar Marlene Dietrich, die entgegen aller Konventionen Hosen trug und diese besondere Hosenform so berühmt gemacht hat. Die Marlenehose ist bodenlang, ziemlich weit geschnitten und sitzt schmal auf der Hüfte. Aufgrund ihres sehr weiten Schnitts ist die Marlenehose nicht ganz einfach zu kombinieren, am besten wirken dazu feminine, schmale und kurze Oberteile.

Wem steht’s:
Großen, schlanken Frauen

Wem steht’s nicht:
Sehr kleinen und molligen Frauen

Das gilt:
enge Oberteile zur weiten Marlenehose, evtl ein passender Blazer oder ein schmaler Rollkragenpullover

Diese Schuhe passen dazu:
– Pumps
– Riemchenschuhe
– Stiefeletten
– Für große Frauen: Flache maskuline Schuhe wie Brogues, Loafers oder Boatshoes


 

Die klassische Anzughose ist schmal geschnitten, mit geradem Hosenbein und hat eine Bügelfalte. Sie steht praktisch allen Frauen und Figurtypen. Gute Anzughosen zeichnen sich durch hochwertige Materialien wie Wolle aus. Beim Styling gilt im Prinzip dasselbe wie bei der Herrenmode: Mit grauen, navyblauen oder schwarzen Anzughosen macht man nichts falsch, dazu passen nicht nur Blusen, sondern auch schmale Herrenhemden, Blazer oder auch mal Lederjacken.

Wem steht’s:
Allen

Das gilt:
Gute Stilbrüche entstehen durch maskuline Schuhe, Leder- oder Bikerjacken

Diese Schuhe passen dazu:
– Pumps
– Stiefeletten
– Brogues
– Loafers


 

Die Sarouel- oder Haremshose kam vor einigen Jahren wieder stark in Mode und belebt seither die Damenmode. Kennzeichnend für die Haremshose ist der tiefe Schritt, der zum Teil bis in die Kniekehlen hängt. Die Sarouelhose ist an den Oberschenkeln sehr weit und an den Waden schmal geschnitten. Das sorgt für ausgeglichene Proportionen und macht, gerade bei kleinen Frauen, eine gute Figur.

Wem steht’s:
Kleinen Frauen, molligen Frauen

Wem steht’s nicht:
sehr großen Frauen

Das gilt:
Longtops dazu und mit Accessoires punkten

Diese Schuhe passen dazu:
– Ballerinas
– Sandalen
– Zehentreter


 

Die Culotte ist seit etwa zwei Jahren die Trendhose schlechthin. Sie ist im Saum ähnlich weit wie eine Marlenehose, dabei jedoch deutlich kürzer. Die 7/8 Länge lässt die unteren Waden frei und sorgt so für viel Beinfreiheit. Die Culotte sieht besonders gut an große Frauen aus, da sie die Beine optisch verkürzt. Um die Weite der Hose auszugleichen sollte man dazu schmale Oberteile tragen, die idealerweise auf Taille geschnitten sind. Super dazu sind auch Taillengürtel, gerne extra breit, und kurze Blazer.

Wem steht’s:
Großen und schlanken Frauen

Wem steht’s nicht:
Kleinen und molligen Frauen

Das gilt:
Bluse in den Hosenbund stecken, Taillengürtel dazu tragen

Diese Schuhe passen dazu:
– Budapester
– Pumps
– Chelsea Boots


 

Derzeit im Trend: Hosen, die die Knöchel frei lassen. Daher ist die 7/8-Hose die Hosenform, die man zur Zeit am häufigsten auf der Straße sieht. Keine Frage, das Figurwunder ist ein absolutes Allroundtalent und steht jeder Frau. 7/8-Hosen sind normalerweise schmal geschnitten (Ausnahme: Culottes) und enden etwa 10 – 12 cm über dem Knöchel. 7/8-Hosen gibt es in verschiedenen Schnitten, als Jeans, Chino oder Anzughose.Allerdings verkürzt der Schnitt das Bein optisch ein wenig, sodass kleine Frauen dazu idealerweise Highheels tragen sollten. Doch auch mit schmalen Ballerinas, Loafers oder Schnürschuhen im Herrenstil macht man nichts falsch.

Wem steht’s:
Allen

Das gilt:
spitze Highheels dazu machen ein schlankes Bein

Diese Schuhe passen dazu:
– Pumps
– Ballerinas
– Loafers
– Halbschuhe
– Sneakers


 

Sie sind sehr bequem und funktional: Cargohosen waren die Trend-Hosenform der 90er und 2000er Jahre. Der maskuline Cut mit den aufgesetzten Taschen ist praktisch, wird aber schnell mit dem typischen Lara-Croft-Look assoziiert. Cargohosen sind heute (fast) nur noch im Freizeit- oder Sportkontext zu finden. Weil die robust wirkenden Cargohosen durch die aufgesetzten Taschen vor allem auf den Oberschenkeln auftragen, wirken sie schnell kantig und kastenförmig.

Wem steht’s:
Schlanken Frauen

Das gilt:
Bei kräftigen Oberschenkeln lieber dunkle Cargohosen wählen

Diese Schuhe passen dazu:
– Sneakers
– Desert Boots
– Biker Boots


 

Sie sollen wirken, als hätte frau sich mal eben am Kleiderschrank des Liebsten bedient: Boyfriend Jeans sind super lässig und weit geschnitten und sind irrsinnig bequem. Dazu wirken sie aber sehr stylisch, gerade wegen des Stilbruch-Effekts. Boyfriend Jeans sitzen oft locker auf der Hüfte, die Hosenbeine werden meist gekrempelt und für die schlanke Silhouette sollte das Shirt im Hosenbund verschwinden.

Wem steht’s:
Allen

Das gilt:
Boyfriend Jeans mit Hemd und Blazer kombinieren

Diese Schuhe passen dazu:
– Sneakers
– Chelsea Boots
– Pumps


 

Was für Boyfriend Jeans gilt, ist auch für Mom Jeans richtig. Die einst extrem uncoole Variante der Jeans, wie unsere Mütter sie früher trugen, ist heute angesagt wie nie. Mom Jeans sind durch einen hohen Bund gekennzeichnet und sind an Oberschenkeln und Po weit geschnitten. Ebenso wie bei Boyfriend Jeans gilt: Je weiter die Jeans, umso schmaler sollte das Oberteil ausfallen. Und: Zu den hochgeschnittenen Mom Jeans trägt man heute Crop Tops!

Wem steht’s:
Allen

Das gilt:
Crop Tops sorgen für ausgeglichene Proportionen

Diese Schuhe passen dazu:
– Mules
– Loafers
– Sandaletten
– Wedges
– Sneakers


 

Skinny- oder Röhrenjeans sind seit Jahren wahre Dauerbrenner. Was einst in den späten 1970ern und 1980ern Trend wurde, ist heute aus der Mode nicht mehr wegzudenken. Skinnyjeans stehen im Grunde jeder Frau, wenn sie richtig kombiniert werden. Hier gilt das umgekehrte Prinzip wie bei weiten Hosen: Je schmaler die Hose, umso weiter darf das Oberteil sein. Und: Wenn Skinny Jeans einen hohen Bund haben, passen kurze, weite Shirts super dazu.

Wem steht’s:
Allen

Das gilt:
Weite Oberteile sorgen für gute Proportionen

Diese Schuhe passen dazu:
– Pumps
– Ballerinas
– Sneakers
– Loafers
– Overknee Stiefel
– Bikerboots


 

Was für Skinny Jeans gilt, das trifft auf Leggings umso mehr zu: Die super bequemen Leggings sind einfach ideal unter langen, weiten Oberteilen und fungieren gerne mal als Strumpfhosenersatz. Tolle Looks lassen sich mit Longblusen, Hemdblusenkleidern oder Longtops kreieren.

Wem steht’s:
Allen

Das gilt:
Weite und lange Oberteile zu Leggings kombinieren

Diese Schuhe passen dazu:
– Sneakers
– Ballerinas
– Overknees
– Pumps


 

Chinos schaffen den idealen Casual-Look und eignen sich sowohl für stilvolle Business-Outfits als auch für lässige Freizeitlooks. Außerdem lassen sie sich super mit Blusen, Blazern oder Shirts kombinieren und sind dadurch extrem wandelbar. Mit Pumps wird aus dem Chino-Look ein elegantes Business-Outfit, Sneakers machen den Style leger und lässig.

Wem steht’s:
schlanken Frauen

Wem steht’s nicht:
Frauen mit rundem Po und kräftigen Oberschenkeln

Das gilt:
Chinos sollten unbedingt die richtige Länge haben und knapp über dem Knöchel enden

Diese Schuhe passen dazu:
– Sneakers
– Halbschuhe
– Pumps
– Loafers
– Sandaletten


 

Vorbei sind die Zeiten, in denen Karl Lagerfeld ätzte, wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren. Jogginghosen haben sich längst aus dem Sportkontext verabschiedet und sind im Alltag angekommen. Richtig alltagstauglich werden Jogger aber erst mit dem richtigen Schnitt: Jogginghosen im Chino-Style, die sogenannten Track Pants sind nicht nur super bequem, sondern können auch locker in die Uni, Schule oder sogar ins Office getragen werden.

Wem steht’s:
Im richtigen Schnitt: Allen

Das gilt:
Stylisch geschnittene Joggers können als Chino-Ersatz durchgehen. Alle anderen sollten lieber zuhause bleiben

Diese Schuhe passen dazu:
– Sneakers
– Pumps als Stilbruch


 

Ein weiterer Klassiker der 80er Jahre sind die High-Waist-Hosen, die einen besonders hohen Bund aufweisen. Damit sind die das Gegenstück zur einst trendigen Low-Cut-Jeans, die man in den 2000ern tief auf der Hüfte trug und die so manches Lendentattoo entblößten. High-Waist-Hosen betonen den Po und besonders die Taille extrem und machen eine tolle Silhouette. Wie zu allen hochgeschnittenen Bottoms, sollte man zu High-Waist-Hosen kurze Oberteile wie Crop-Tops tragen. Alternativ werden einfach der Saum von Shirts, Blusen oder Pullovern in den Bund gesteckt.

Wem steht’s:
großen, schlanken Frauen

Das gilt:
Taille betonen indem die Oberteile im Bund verschwinden

Diese Schuhe passen dazu:
– Pumps
– Ballerinas
– Ankleboots


 

Die weit geschnittenen Hosen aus fließendem Stoff erinnern optisch an Marlenehosen, sind aber deutlich luftiger und fallen leichter. Sie sind vom Schnitt her sehr weit und erinnern eher an Hosenröcke. Palazzohosen stehen vor allem großen Frauen, kleine Frauen wirken darin eher gedrungen.

Wem steht’s:
Großen, schlanken Frauen mit langen Beinen

Wem steht’s nicht:
kleinen Frauen, molligen Frauen

Das gilt:
Palazzo Hosen mit hohem Bund werden mit schmalen Oberteilen kombiniert

Diese Schuhe passen dazu:
– Highheels
– Mules
– Sandaletten
-Wedges
– Peeptoes

Joana

von

Betreibt eine kreative Wortschmiede. Kosmopolitisch, interkulturell, bunt. In love with: Denim, Strick und Loafers in allen Formen und Farben. Außerdem: Color Blocking und punkige Stilbrüche. Geht gar nicht: Pailletten, Crop Tops, Samt.

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