Jul 5, 2022

Multitalent Grau kombinieren – kein bisschen trist und unglaublich flexibel.

Grau zählt zu den am meisten unterschätzten Farben: »Bei Nacht sind alle Katzen grau«, der »graue Alltag« oder die »grauen Mäuse« –  sogar Goethe hat Grau als »Farbe der Schatten« bezeichnet. Es gibt viele einseitige Zuschreibungen an eine Farbe, die wie keine andere unzählige Kombinationen und Stile möglich macht. Mittlerweile hat sich Grau durchgesetzt und wurde von den großen Designerinnen und Designern auf den Laufstegen längst geadelt. Fließende Materialien und lockere Schnitte machen aus der einstigen Winterfarbe einen wahren Mode-Hype auch für den Sommer. Fakt ist: Ausgerechnet Grau wird mit der Fülle an negativen Assoziationen besonders Unrecht getan. Denn genau diese Nuance bringt alle Fashionistas eigentlich zum Strahlen und schmeichelt jedem Hauttyp. Wie du Grau wie ein Profi kombinierst, zeigen wir dir hier!

 

Graues Ana Alcazar Kleid Vehyme

Nicht Weiß, nicht Schwarz: Grau

Versucht man Grau zu analysieren, fällt eines auf: Grau passt sich an. Mit seiner konventionellen und zuverlässigen Attitüde verströmt es einen classy Charme. Grau bringen wir mit Verantwortung, mit Professionalität und mit Erfolg in Verbindung. So kann der Ton auch selbstbewusst und stilsicher wirken – ohne sich in den Mittelpunkt zu drängen. Nicht umsonst ist Grau die bevorzugte Wahl bei Business-Anzügen. Wichtig zu wissen: Grau ist – im klassischen Sinne – keine Farbe, sondern wird als achromatische, sog. Nichtfarbe klassifiziert. Der Ton wird nämlich aus Schwarz und Weiß gemischt – zwei Nichtfarben! Kein Wunder also, dass Grau soviel Raum für andere Kombi-Farben lässt und bei allen Outfits seine unnachahmlich stabilisierende Wirkung entfaltet: stärkere Farben werden optisch abgemildert, Pastelliges wirkt im Zusammenspiel heller. Das Beste daran: Grau hat kein definitiv kein Verfallsdatum und ist unfassbar flexibel.

Es gibt sie auch – positive Grau-Assoziationen: neutral, ausgeglichen, professionell, zurückhaltend, souverän, klassisch, stabil, elegant, zeitlos, ruhig, unprätentiös

Welche Farben passen generell zu Grau?

Kurz gesagt: Grau ist ein absolutes Allround-Talent und der Inbegriff der Neutralität. Richtig gelesen. Es gibt nichts, was nicht geht. Denn Grau wirkt eben durch seinen Ursprung auf Basis von Schwarz und Weiß besonders zurückhaltend und kann je nach Kombination unterschiedliche Stile repräsentieren – von casual über sporty oder klassisch bis hin zu elegant oder edgy. Gerade die ausgesprochene Neutralität macht die Nuance so wandelbar.

 



 

Wer eine besonders klassische Kombination sucht, trägt Schwarz und Weiß zu Grau. Diese (Dreifarben-)Outfits sind ein echter Geheimtipp und wirken unkompliziert, cool – und ausgesprochen mühelos. Wie kein anderer Ton steht Grau für »Understatement«. Im Team mit schimmernden Effekt-Teilen wie Pailletten-Tops, silberfarbenen Oberteilen oder edlen Seiden-Blusen lassen sich genau deswegen inspirierte und glamouröse Outfits zusammenstellen. Wählst du hingegen ein schlichtes Baumwoll-Shirt trimmst du deinen Gesamtlook auf unaufgeregten High-Class-Style – für alle, die gepflegt aussehen wollen, ohne zu protzen. Auch mit Pastellnuancen, erdigen Farben oder Statement-Tönen entstehen auf der Basis von Grau ansprechende und extrem unterschiedliche Gesamterscheinungen.

Vergiss dabei aber nicht: Grau ist nicht gleich Grau. Erinnern wir uns: Das jeweilige Grau definiert sich aus dem Mischverhältnis von Schwarz und Weiß. Und das wiederum kann unterschiedlich ausfallen. Wenn wir von Grau sprechen, erstreckt sich das Spektrum – je nach Schwarz-Weiß-Anteil – von dunklem Anthrazit bis zum hellen Grau-Weiß.

Basiswissen – Wirkung von Grau

► Heller Grau-Ton mit hohem Weißanteil: freundlich, casual
►  Dunkler Grau-Ton mit hohem Schwarzanteil: festlich, formell
►  Grau-Ton mit Silber-/Platin-Touch: glamourös, edel

Welche Farbe passt zu Hellgrau/Silbergrau?

Die hellen und silbern angehauchten Grau-Nuancen machen es uns leicht, sie zu kombinieren. Grau mit hohem Weißanteil harmoniert gut mit allen sanften Pastell-Nuancen und bringt diese wie ein Reflektor zum Strahlen. Zu den Pastell-Favoriten zählen ganz klar Rosa und Hellblau. So kannst du entspannt-feminine Outfits kreieren, die sehr sympathisch rüberkommen. Besonders apart wirken intensive Beerentöne wie Bordeaux, Lila oder Aubergine – durch den erhöhten Kontrast. Achte beim Styling darauf: Je heller das Grau ist, desto satter darf der Beerenton sein. Last but not least: Auch für einen Night-out-Look gibt es die passende Kombination. Vor allem zu einem leicht silberstichigen Grau passt Schwarz hervorragend.

Wie kombiniere ich Anthrazitgrau?

Anthrazitgrau als kühle Nuance hat einen hohen Schwarzanteil ­– und damit ist es auch schon fast gesagt: Möglich ist jede erdenkliche Kombination. Vorsicht geboten ist allerdings bei dunklen Kombi-Partnern, hier entsteht automatisch ein düsterer, dramatischer aber auch eleganter Look. Besonders raffiniert: Die Kombination mit dunklem, aber farbintensivem Partner wie Lila. Wenn du auf kontrastreiche Outfits setzen willst, voilà – das ist mit Anthrazit kein Thema. Trage helle oder besonders plakative, intensive Töne zu deinem grauen Basis-Piece. Natürlich passt auch Weiß ins Bild – wie immer bei Grau: Eine weiße Bluse zur anthrazitfarbenen Culotte eignet sich für einen überzeugenden Business-Look.

 

 

Welche Farbe passt zu Blaugrau/Taubengrau?

Der blaustichige Grauton zählt zu den aufregendsten auf der grauen Palette. Nicht umsonst findet sich der Ton auf mondänen Charleston-Kleidern der 20er Jahre, die für pure Lust am Moment stehen. Hier empfiehlt es sich, auf Kontraste zu setzen. Gelb oder Rot beispielsweise sorgen für ein frisches Erscheinungsbild. Gold- und Silber – egal, ob als Accessoires oder als Top – setzen eine zusätzliche spektakuläre Note. Wer den Kontrastlevel noch etwas steigern möchte, wählt Neon. Grau ist der perfekte Begleiter, denn kein anderer Ton lässt die leuchtenden Nuancen stärker zur Geltung kommen. Und auch hier funktioniert, was bei allen Grau-Varianten gut aussieht: Schwarz.

 

Wem steht grau?

Auf diese Frage gibt es nur eine Antwort: Jedem und Jeder. Das liegt ganz einfach an den sprichwörtlichen »50 Shades of Grey«, also an den unzähligen Grau-Nuancen, die aus dem variantenreichen Mischverhältnis von Weiß und Schwarz hervorgehen.

Entscheidend für dich bei der Auswahl deines idealen Grau-Tones ist dein Hautton. Welcher Typ bist du? Hier gilt: warme Grau-Nuancen für warme Hauttypen, kühle Grau-Nuancen für kühle Hauttypen. Zum Beispiel: Mushroom, Taupe oder Graubeige – warm wirkende Graunuancen – stehen warmen Farbtypen mit braunen Haaren und sanft gebräuntem Teint gut zu Gesichte. Kühle Grautöne wie Steingrau, Anthrazit oder Mittelgrau, also blaustichige Grautöne oder silbrige Nuancen, kleiden hellhäutige blonde oder auch schwarzhaarige Frauen vorteilhaft.

 

 

Zu welcher Haarfarbe passt grau?

Wusstest du, dass Grau in seiner Reinform eine kühle Farbe ist? Sie wirkt leicht distanziert, aber vor allem wohlüberlegt, lebenserfahren und reif. Vielleicht ist das leicht überinterpretiert, Tatsache aber ist, dass graue Pieces Frauen mit grauen Haaren hervorragend stehen.  

Aber auch alle anderen sehen im passenden (!) Grau gut aus. Abhängig ist das – wie oben geschildert – vom individuellen Typ.

► Kühle Winter- und Sommer-Farbtypen:

Haarfarben Wintertyp: Dunkelbraun, Schwarz, Blauschwarz,
Haarfarben Sommertyp: Aschblond, Platinblond, Flachsblond
Hautton: hell

Gut beraten sind beide mit reinen Grau-Mischungen. Besonders der Sommertyp kann auch extrem kühle Grautöne gut tragen, die in Richtung Blau tendieren.

 

► Warme Frühlings- oder Herbst-Farbtypen:

Haarfarben Frühlingstyp: Goldblond, Honigblond, Mittelbraun
Haarfarben Herbsttyp: Kastanienbraun, warme Rottöne, Kupfer, warmes Braun
Hautton: leicht gebräunt bis dunkel

Klare Empfehlung: Warme Grautöne, denen ein Hauch Braun, Grün oder Rosé beigefügt wurde, sind für diese Typen ideal.

Extra-Tipp: Dunklere Grautöne für den braun- oder schwarzhaarigen Winter- und Herbst-Typ wählen, helle und mittlere Grautöne für den blonden Sommer- und Frühlingstyp aussuchen!

Alles andere als eintönig – Grau Ton-in-Ton kombinieren

Graue Pieces brauchen nicht immer farbige Gesellschaft. Ganz im Gegenteil: Ein Allover-Look hat seinen besonderen Reiz und avanciert im Handumdrehen zum Fashion-Statement.

Gewusst wie: Beim Styling eines monochromen Outfits gibt es ein paar Dinge zu beachten. Ein komplett in Grautönen gehaltener Style verleitet nämlich unser Auge dazu, stärker auf den Schnitt und auf die Materialien zu achten. Lege deswegen mehr denn je Wert auf Qualität und perfekte Schnitte, die deine Figur unterstreichen.

Auch wichtig: Mixe niemals mehr als drei verschiedenen Grautöne, sonst wirkt dein Outfit schnell zu unruhig. Achtung, jetzt wird es tricky! Wähle Nuancen, welche denselben Unterton besitzen. Also mische niemals warme und kühle Grautöne. Denn im Team mit einem kühlem Ton wirkt der warme sehr schnell »matschig«. Wenn du das im Blick behältst, bist du völlig frei, helle und dunkle Schattierungen nach Lust & Laune zu kombinieren. Bringe mit Layering, dem gekonnten Spiel mit Längen sowie auffälligen, metallischen Accessoires zusätzlich Spannung in deinen Gesamt-Look.

Momochrome Tipps

Maximal drei verschiedene Grautöne miteinander kombinieren

Auf keinen Fall warme und kalte Grautöne mischen

Auf hochwertige Materialien und passgenau Schnitte achten

Durch Materialmixes für Spannung sorgen

Du willst Grau zum Eyecatcher-Look stylen? Grau-Kombis für Fortgeschrittene

Fassen wir noch einmal zusammen – Grau bietet die ideale Fashion-Bühne für andere Farben und intensiviert deren Farbcharakter und damit die Wirkung. Will heißen: Wenn du ein besonders aufregendes Outfit kombinieren willst, entscheiden die Farben, welche du zu Grau kombinierst über den Gesamteindruck.

► Grau und Gelb als Wow-Style

Dopamin-Dressing mit Grau: Strahlendes Gelb fällt auf und ist vermutlich nicht die erste Kombination, die dir in den Kopf kommt. Mit Gelb zauberst du im Handumdrehen einen auffälligen Look, der durch Grau noch mehr strahlt. Das funktioniert auch mit intensivem Grün.

► Grau zu Neongelb, -grün, -pink

Neonfarben aus den 80ies sind schlicht nicht zu übersehen und haben oft eine sportive Konnotation. Mit grauen Kombipartnern, die locker und entspannt daherkommen, entstehen Looks, die Laufsteg-Charakter haben. Erfahrene Mode-Fans setzen zusätzlich auf Grobstrick-Elemente oder und verleihen dem Gesamtlook eine edgy Note.

► Grau zu Bling-Bling

Zugegeben, das ist zunächst ein Widerspruch! Doch genau darin liegt das unwiderstehliche Geheimnis ebensolcher Looks: Mit glitzernden und schimmernden Kombipartnern wächst Grau über sich hinaus und macht richtig Eindruck.

Kompakt zusammengefasst: Die Dos und Don’ts  beim GRAU-Styling

Do

  • • Für einen Power-Look: auf starke Kontraste setzen
  • • Zurückhaltende Eleganz durch Kombination mit hellen Pastelltönen stylen
  • • Als kühler Winter- oder Sommertyp kühle Graunuancen wählen
  • • Als Frühlings- oder Herbsttyp warme Grautöne aussuchen
  • • Edgy Looks mit Neon- oder Pailletten-Partnern kreieren
  • • Als stylishe Alternative zu Schwarz oder Dunkelblau im Business Grau tragen
  • • Prints zu Grau kombinieren

Don’t

  • • Kalte und warme Grautöne mischen
  • • Layering mit billig aussehenden Materialien zusammenstellen
  • • Mehr als 3 Grautöne kombinieren
  • • Farbtemperatur ignorieren
  • • Grau mit mehr als 2 weiteren Farben tragen
  • • Deinen individuellen Typ außer Acht lassen
  • • Auf Accessoires als i-Tüpfelchen verzichten

von

Meine Liebe zu Mode und Kommunikation hat mich zu Ana Alcazar gebracht – als Texterin & Konzepterin in der klassischen Werbung groß geworden, schreibe ich seit fast 10 Jahren für unser Münchner Designerlabel. Im Redaktionsteam bin ich für alle Corporate-Themen zuständig, außerdem befasse ich mich hier mit aktuellen Trends & meinem Herzensthema Gleichberechtigung,

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