Aug 29, 2019

Aufräum-Kommando! Die Marie Kondo Methode.

Es soll ja Menschen geben, die Aufräumen lieben. Die das Aussortieren von Krimskrams und Junk aller Art auf fast zen-mäßige Art zelebrieren und dabei das erhebende Gefühl haben, Meister*innen ihres Schicksals zu sein. Denen der Akt des Aufräumens an sich ebenso viel Freude macht wie der Anblick einer blankgewischten Oberfläche oder eines sauber abgeräumten Tischs. Ich zähle nicht zu diesen Menschen. Vielmehr ist es so: Mein Krempel hat eine lange Halbwertszeit, vor allem wenn er außer Sichtweite lagert. Ähnlich wie bei einem Atommüllendlager mache ich mir gefährlich lange keine Gedanken über den Schrott im Schrank – so lange bis alles überquillt und mich eines Tages unter sich begraben wird. So bin ich. Und dann gibt es Marie Kondo.

Sie sagt: Weg mit dem Gerümpel. Mit ihrer Radikal-Methode ist die vielleicht militanteste Aufräumerin der Welt nicht nur Millionärin geworden, sondern auch eine Art Ikone. Jedenfalls für alle Menschen, die Aufräumen lieben (siehe oben). Aber weil mich in regelmäßigen Abständen die Panik befällt, ich könnte im eigenen Chaos ersticken, habe ich mich bereit erklärt, die Marie Kondo Methode auszuprobieren. Mein Motto der nächsten Monate: Wenn es keinen Joy sparkt, muss es gehen. (Und was genau DAS bedeutet, lest ihr nachfolgend…)

Die wichtigsten Thesen der Marie-Kondo-Methode für erfolgreiches Ausmisten

1. Visionen haben

Bevor man aufräumt, sagt Marie Kondo, sollte man sich überlegen, was man sich von dem aufgeräumten und ausgemisteten Haushalt verspricht. Welche Funktion soll das entrümpelte Zimmer künftig erfüllen? Wie wollt ihr euch in eurer Umgebung in Zukunft fühlen? Diese Vision einer Junk-freien Wohnung voller Licht, Platz und Sauberkeit soll man dann klar vor Augen haben und sich beim Aufräumen immer wieder vergegenwärtigen. Das soll, laut Kondo, bei der Disziplin helfen.

2. Die Vision aufschreiben

Als nächstes geht man daran, sich einen detaillierten Aufräumplan zu erstellen. Marie Kondo nennt diesen Plan den KonMari Plan. Auf ihrer Website zeigt sie einige Templates wie so ein KonMari Plan aussehen könnte.

3. Schnell und konsequent ausmisten

Das Geheimnis von Marie Kondos Methode liegt in ihrer Konsequenz. Bleiben darf nur, was Freude schenkt. Um wirklich konsequent vorzugehen, soll man wirklich zügig arbeiten und nicht allzu lange überlegen, was man behält und was wegkommt. Schnelligkeit ist Trumpf bei der Marie Kondo Methode.

4. Nach Kategorie sortieren, nicht nach Ort

Wie die meisten Menschen, räume ich meine Wohnung Raum für Raum auf. Laut Marie Kondo ist das Quatsch und bringt nichts. Vielmehr sollte man nach Kategorien sortieren. Sie empfiehlt, zuerst Kleidung auszusortieren, dann Bücher, Papiere, Kleinkram und schließlich – das schwerste von allen – Erinnerungsstücke. Kleidung ausmisten fällt den meisten Leuten einigermaßen leicht. Auch Bücher darf man loslassen. Papiere und Krimskrams sollte man nach Relevanz sortieren und auch dann unbarmherzig raus werfen. Am schwierigsten ist es, Erinnerungsstücke los zu lassen. Doch wer schon bei Kleidern, Büchern und Krimskrams trainiert hat, der hat am Ende auch die Kraft, Sentimentalitäten über Bord zu werfen. Behalten wird nur, was wirklich ein gutes Gefühl gibt.

5. Alles auf einen Haufen

Kondo empfiehlt zunächst, alles was ausgemistet werden soll, auf einen großen Haufen in der Mitte des Raumes zu werfen. Der Schock, seinen gesammelten Besitz auf diese Weise präsentiert zu sehen, ist laut der Japanerin wirklich heilsam. Die Visualisierung des ganzen Krempels soll helfen zu erkennen, wieviel Schrott man über die Jahre angehäuft hat und wie notwendig das Abschiednehmen ist.

6. Anfassen

Die Besonderheit der Marie Kondo Methode: Jedes Ding muss in die Hand genommen und auf seinen Joy-Faktor überprüft werden. Marie Kondo empfiehlt, ganz nach den Prinzipien des Shintoismus, jeden Gegenstand anzufassen, hochzuheben, genau zu betrachten und dabei auf sein Gefühl zu hören: Liebe ich diesen Gegenstand? Bringt er mir Freude? Oder fühle ich mich belastet, traurig oder erschöpft in Gegenwart dieses Dings? (Mein Tipp: Wem das zu esoterisch klingt, der fragt einfach: Nützlich oder nicht?)

7. Bringt es Freude?

Wir sind es gewohnt, uns zu fragen, was wir wegwerfen, loswerden oder verschenken möchten. Marie Kondo dreht den Spieß um und fragt danach, was wir behalten wollen. Oder vielmehr: Sie fragt: Was bringt wirklich Freude? Mit diesem Ansatz konzentrieren wir uns automatisch mehr auf die Stücke die wir mögen und behalten wollen und lassen den Rest angeblich viel einfacher los.

8. Alles an seinen Platz

Marie Kondo besteht darauf, allen Gegenständen, die behalten werden sollen, einen (und nur einen!) bestimmten Platz zuzuweisen. Bücher sollen also nicht in der ganzen Wohnung verteilt werden, Stifte und Büroutensilien ebenso wenig.

9. Richtig aufbewahren und falten

Für Kleidung empfiehlt Kondo eine raffinierte Faltmethode: Egal ob T-Shirt, Bluse, Jeans oder Pullover – alle Kleidungsstücke werden nach der Marie Kondo Faltmethode zu kleinen, rechteckigen Päckchen gefaltet. Das erinnert ein wenig an Origami, macht aber durchaus Sinn: Wenn man diese Päckchen aufrecht in die Schubladen legt, hat man alle seine Kleidungsstücke auf einen Blick griffbereit.

10. Kleidung nach Farben sortieren

Die Japanerin empfiehlt auch, seine Kleidungsstücke nach Farben zu sortieren. Auf diese Weise hat man einen besseren Überblick über seine Outfits und kann sich morgens schneller entscheiden, was man anzieht.

11. Unnötiges weg geben oder verschenken

Im KonMari Plan legt man vorher fest, wie man die ungeliebten Dinge entsorgt. Zum Beispiel schreibt man auf, was auf den Müll oder in den Sperrmüll kommt oder welche Dinge verschenkt oder verkauft werden. Am Ende der Aufräumaktion steht dann also das konsequente Loswerden der Klamotten, Bücher oder Geräte die man nicht mehr braucht. Legt euch also vorab schon Kisten, Müllsäcke und die Öffnungszeiten eures Wertstoffhofes zurecht! Übrigens: Vergesst nicht, den losgelassenen Gegenständen euren Dank und Respekt zu entrichten, bevor ihr sie weg gebt!

12. Den gewonnenen Platz gründlich säubern und dekorieren

Kondo ist ein großer Fan von freien Oberflächen, das merkt man schon in ihrer Netflix-Serie. Nach getaner Ausmistaktion soll man den gesamten Raum gründlich reinigen und anschließend mit schönen Dingen dekorieren, (um noch mehr Joy zu sparken vermutlich).

13. Stufe 1 bis 12 regelmäßig wiederholen

Wie bei allen neuen Gewohnheiten gilt: Wir müssen es wieder und wieder tun. Regelmäßig nach der KonMarie Methode auszumisten hilft nicht nur, eine ordentliche Wohnung zu haben, sondern auch dabei, sich über seine Prioritäten im Leben klar zu werden. Wie alles im Leben funktioniert auch die Methode von Marie Kondo nur, wenn man sich langfristig daran hält und seine Gewohnheiten umstellt. Nachdem ihr eure vier Wände von allem Überflüssigen befreit habt lebt ihr nur noch mit den Dingen, die euch Freude machen und euch inspirieren (plus allen Notwendigkeiten wie Klobürste, Putzgeräte und Küchenmaschinen selbstredend!).

Dazu gehört natürlich auch, in Zukunft genau so einzukaufen: Nachhaltig und mit Sinnhaftigkeit. Wir sollten also nur noch Dinge (und Menschen?) in unser Leben lassen, die uns gut tun.

Ihr wollt mehr über die Marie Kondo Methode erfahren?

Neben ihrer erfolgreichen Netflix-Serie hat sie bereits drei Bücher auf dem Markt:

➤ Magic Cleaning
Erscheinungsdatum 1. März 2013
Preis Taschenbuch 10,00 Euro

➤ Das große Magic Cleaning Buch
Erscheinungsdatum 13. März 2018
Preis Gebunden 15,00 Euro

➤ Die KonMari-Methode
Erscheinungsdatum 19. Februar 2019
Preis Taschenbuch 15,00 Euro

Ich werde auf jeden Fall einige ihrer Tipps beim nächsten Ausmisten beherzigen und vor allem den Tipp, nur noch gezielt und nachhaltig einzukaufen. Ob ich wirklich in der Lage bin, mich von allem Überflüssigen so radikal zu trennen und es endlich schaffe, jeden Raum in bester Ordnung zu halten? Man darf gespannt sein…

Wie findet ihr die Magic Cleaning Methode von Marie Kondo? Top oder Flop? Funktioniert sie bei euch? Erzählt’s mir gerne in den Kommentaren, ich bin äußerst gespannt!

Joana

von

Betreibt eine kreative Wortschmiede. Kosmopolitisch, interkulturell, bunt. In love with: Denim, Strick und Loafers in allen Formen und Farben. Außerdem: Color Blocking und punkige Stilbrüche. Geht gar nicht: Pailletten, Crop Tops, Samt.

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