Mai 24, 2018

Der Kimono – Alles rund um die trendige Asia-Jacke

Ist es euch auch schon aufgefallen? Der Asia-Style ist in diesem Jahr einer der wichtigsten Fashion-Trends schlechthin und mit ihm kommen nicht nur zarte Seidenlooks & Prints in Kranich- & Kirchblütenoptik in die Regale, sondern auch ein uraltes japanisches Kleidungsstück: Der Kimono.

Japan: Vom Alltagsgewand zum Festkleid

Das klassische japanische Kleidungsstück wird in Japan bereits seit über tausend Jahren getragen. Übersetzt bedeutet Kimono nichts anderes als Anziehsache, das Wort setzt sich zusammen aus den Wörtern kiru (anziehen) und mono (Sache, Ding). Daran lässt sich ablesen, dass der Kimono ursprünglich das Alltagskleidungsstück schlechthin war und in unzähligen Variationen vorkam. Übrigens wurden Kimonos im alten Japan von Männern und Frauen gleichermaßen getragen.

In Japan werden noch heute wunderschöne Kimonos von Hand gefertigt und aufwändig bestickt. Die langen, schweren Kaftane mit den weiten Ärmeln, werden mit einem Gürtel, dem sogenannten Obi geschlossen. Für das Anlegen und Tragen des Kimonos sowie für das Binden des Obi gilt, wie es für Japan typisch ist, eine strenge Etikette.

Alltag in Japan: Frauen im Kimono in den 1860er Jahren

Als Festtagsgewand kommt der Kimono heute oft noch bei religiösen Feiern und Riten zum Einsatz, wie zum Beispiel bei Hochzeiten oder bei der japanischen Tee-Zeremonie, bei der für jedes Detail, von der Kleidung bis zur Zubereitung des Tees, klare Regeln gelten. Bei Hochzeiten oder bestimmten Sportarten wie dem japanischen Schwertkampf Kenjutsu oder dem Sumoringen werden speziell gefertigte Kimonos auch von Männern getragen.

Abgesehen von solchen festlichen Anlässen wird in Japan der Kimono nur noch selten im Alltag getragen und  hat sich inzwischen vom Alltagskleidungsstück zu einem besonderen kulturellen Erbe gewandelt. Für Geishas, Unterhaltungskünstlerinnen, die traditionelle japanische Künste darbieten, ist der Kimono jedoch noch immer die klassische Arbeitskleidung. Sie werden heute als Bewahrerinnen des japanischen Kulturgutes wahrgenommen, was sicher auch an ihrer traditionellen Aufmachung liegt. Traditionsbewusste Japanerinnen lernen in speziellen Kimono-Kursen, wie man einen echten Kimono richtig anlegt, wie man den Gürtel bindet und wie man sich darin zu bewegen hat.

Heute: Der Kimono als Fashion-Piece

Bereits um die Jahrhundertwende, in der sogenannten Belle Epoque kam der Kimono auch in Westeuropa in Mode. Diese Epoche war modemäßig geprägt vom Jugendstil, aber auch von kulturellen Einflüssen aus dem vorderen Orient, Indien und Asien. Man interessierte sich für alles  „Exotische“ und nahm diese Einflüsse begeistert in die Mode auf. Etwa 120 Jahre später, steht wieder ein Revival des japanischen Kleidungsstücks vor der Tür: 2018 feiern Kimonos und Kaftane in unzähligen Formen und Farben ihr Comeback auf den Laufstegen dieser Welt.


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So stylt ihr Kimonos richtig

Modemacher aus aller Welt setzen heute zunehmend auf eine Kombination aus traditionellen und modernen Einflüssen und erfinden den Kimono in unzähligen Variationen neu. Das können zum Beispiel futuristische Prints auf traditionellen Materialien und Schnitten sein, oder aber ein Mix aus traditionellen Mustern und einer modernen, minimailsitischen Interpretation des Kimono-Schnitts. Ob klassisch japanisch, oder orientalisch abgewandelt – Kimonos stehen heute für luftige Kleidungsstücke und kaftan-ähnliche Jacken, die sich wunderbar gerade im Casual-Bereich kombinieren lassen. Besonders im Sommer ist der Kimono ein echter Allrounder, der stiltechnisch absolut wandelbar ist.

Do`s:

– Mix im Scandinavian Design: Der Kimono funktioniert wunderbar zum minimalistischen Scandinavian Design und lässt sich super mit klaren, einfarbigen Basics kombinieren.

– Kimono als Mantel: Kimonos lassen sich zum Beispiel als Mantel- oder Jackenersatz super zu Jeans und T-Shirt stlyen. Gerade der im Moment angesagte Boho-Style lebt von den Einflüssen unterschiedlichster Kulturen, dazu passt der Kimono natürlich perfekt.

– Kimono als Kleid: Wer es etwas edler mag, zieht den Obi eng um die Taille und inszeniert die übergroße Jacke als Kleid mit schicken High-Heels.

– Längenspiel: Den Kimono gibts von hüftkurz bis zu bodenlang: Je nachdem welche Länge euer Kimono hat, kombiniert ihn immer mit einem Teil in anderer Länge. Zur bodenlangen Kimonomantel also statt Maxirock lieber Jeansshorts, zur halblangen Kimono-Jacke statt Longtop ein bauchfreies Häkelteil (Coachella-Version) oder einen edlen Jumpsuit (Business-Version).

Dont`s: 

– Mustermix: Um den Look straßentauglich und nicht zu hippiesk zu stylen, solltet ihr auf allzu schrille Muster und das Mixen von verschiedenen Styles und Accessoires besser verzichten. Am schönsten wirkt der Kimono für sich alleine genommen, besonders wenn er in edlen Materialien wie Seide, Satin oder Chiffon daher kommt.

Gefällt euch der Kimono-Trend? Habt ihr auch schon wie ich eines der Trendteile im Schrank hängen, oder ist das eher nichts für euch? Schreibt mir!

Joana

von

Betreibt eine kreative Wortschmiede. Kosmopolitisch, interkulturell, bunt. In love with: Denim, Strick und Loafers in allen Formen und Farben. Außerdem: Color Blocking und punkige Stilbrüche. Geht gar nicht: Pailletten, Crop Tops, Samt.

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