Mai 28, 2018

Reine Kopfsache! Hüte, Mützen und Caps bewegen die Fashion Crowd.

Vielleicht habt ihr es auch gesehen – auf der royalen Hochzeit von Prinz Harry und Meghan galt ein strenger Dresscode für die Trauung in der St. George’s Chapel: Neben einem knielangen Kleid, Strumpfhosen und bedeckten Schultern war ein Hut Pflicht. Selbst ein filigraner Fascinator galt als unerwünscht, weil er nur wenig bedeckt. Dass eine Kopfbedeckung verpflichtender Teil eines Dresscodes sein kann, war mir nicht bewusst. Was also hat es mit dem Hut auf sich?

Für mich waren Kopfbedeckungen bislang reine Accessoires, die mein Outfit ergänzen. Jedes Jahr im Sommer krame ich meinen Strohhut passend zu den Maxikleidern wieder hervor. Im Frühjahr und Herbst liebe ich Schlapphüte oder Flapper und in der Freizeit darf’s auch mal die Basecap sein – wie gemacht für entspannte Athleisure Styles. Und ja – zum Dirndl auf der Wiesn in München greife ich gelegentlich zum Trachtenhut und am Fasching leistet der Cowboy-Hut gute Dienste.

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Aktuell finde ich auch die Lieblings-Kopfbedeckungen aller Fashionblogger ganz spannend: Zum einen die Baker Boy Cap, die im Frühjahr wirklich auf jedem Instagram-Feed zu sehen war. Neuerdings habe ich den Turban für mich entdeckt, der hervorragend zu Sommer-Looks passt. Beide bevölkerten erst die Laufstege und sind mittlerweile bei den Streetstyles angekommen. So gesehen, hab ich mit Kopfbedeckungen also einiges am Hut. Doch welche Bedeutung haben Mützen und Co. in der Geschichte? Ab wann hat man Hüte getragen? Wer überhaupt? Und warum?

 Zeig mir deinen Hut, und ich sag dir, wer du bist.

Das ist nicht übertrieben, denn ob Pfarrer, Jäger, Dienstmagd oder Dame von Welt – ohne Hut, Kappe oder Haube waren Menschen früher nicht standesgemäß gekleidet. Der Hut signalisierte damals die Zugehörigkeit zu Gesellschaftsschichten oder würdigte einen besonders feierlichen Anlass – so wie letztes Wochenende die Royal Wedding. In Windsor kam aber noch eine weitere alte Tradition hinzu, nämlich, dass in der Kirche aus Respekt der Kopf bedeckt sein soll. Aber der Reihe nach …

Kopfbedeckungen generell haben eine lange Geschichte. Am Anfang konnte man allerdings noch nicht von Hüten sprechen: Denn als Kopfschmuck verzierten Federn, Blüten oder Bänder kreativ die Häupter unserer Vorfahren. Hüte im herkömmlichen Sinne sind zwar schon seit Jahrtausenden bekannt – allerdings waren sie hervorstechenden Rollenträgern in der Gesellschaft wie Königen und Priestern vorbehalten. So betonten diese ihren Rang und ihre Stellung. Der Hut war also ursprünglich ein Statussymbol. Bestes Beispiel: Im alten Rom hatten nur freie Bürger das Recht, Hüte zu tragen. Erst im Mittelalter wurden diese Bestandteil der Kleidung und damit für alle tragbar. Ihre symbolische Bedeutung hatten Kopfbedeckungen allerdings nicht verloren. So hatte jede soziale Schicht ganz eigene Mützen, Hüte oder Kappen.

Vom Statussymbol zum Fashion-Accessoire

Der modische Aspekt, den Hüte heute haben, wurde erst im 17. Jahrhundert langsam zum Kriterium. Das zeigt sich schon daran, dass in dieser Zeit der eckige Hut in Form eines Dreispitz entworfen wurde. Im 18. Jahrhundert machten endlich die Damenhüte Mode, aber nur zu einem bestimmten Zweck: Es war üblich, dass alle verheirateten Frauen eine Haube tragen, um niemanden mehr auf das schöne Haar aufmerksam zu machen. Jetzt wissen wir auch, wo das sprichwörtliche „unter die Haube gekommen sein“ herkommt.

Haube Kopfbedeckung

Auch diese Dame ist unter der Haube

Mitte des 19. Jahrhunderts wurden diese verpflichtenden Hauben glücklicherweise von kleineren Hüten abgelöst. Diese passten besser zu den voluminösen Frisuren mit Haarteilen, die damals „in“ waren. Und damit begann auch die weniger gesellschaftlich und stärker modisch motivierte Ära der Hüte: Eine große Vielfalt von Damen- und Herrenhüten wurde entworfen und kreiert. Für Männer setzte sich der Zylinder durch, der als Festtagshut zu Hochzeiten, Bällen und Pferderennen getragen wurde. Heute kennt man das „Meisterwerk der Hutmacherkunst“ auch vom Dressur-Reitsport. Später bekam er Konkurrenz von der sog. Melone – auch Bowler genannt – und weiteren bequemen, weichen Filzhüten.

Melone Kopfbedeckung

Melonen sind auch bei Damen beliebt

Der Fedora setzte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts bei der Frauenbewegung und auch bei Männern durch, da er sowohl Schutz vor Wind und Wetter bot, als auch eine angenehme Größe hatte.

 Die neue Freiheit: Kunst auf dem Kopf

Noch bis in die 1950er Jahre war es für einen Mann undenkbar, ohne Kopfbedeckung aus dem Haus zu gehen. Auch Frauen galten noch bis in die 30er Jahre ohne Hut als bad dressed. Spätestens mit der 68er Revolution und der Hippie-Bewegung wurde der Hut als spießiger Teil der alltäglichen Kleidung endgültig verbannt. Danach nahm – vor allem auch, weil hochtoupierte Frisuren en vogue waren – die Bedeutung von Kopfbedeckungen immer mehr ab. Und genau zu diesem Zeitpunkt verlor der Hut sein staubiges Image und wurde rehabilitiert. Passend dazu, haben sich im Kontrast zur klassischen Hutmode extrem verschiedene Strömungen herausgebildet: Avantgarde-Designer entwerfen extravagante Modelle, die als rein modisches Accessoire entkoppelt von praktischem Nutzen sind. In den letzten Jahren haben Hüte sich die großen Laufstege zurückerobert. Designer schaffen ungewöhnliche Kreationen. Hüte werden immer ausgefallener und teilweise zu echter Kunst auf dem Kopf: Prada zeigte zum Beispiel einen Hut, der eher der Mähne eines Löwens ähnelte und auch die Schultern großzügig bedeckte. Auch bei den Streetstyles findet man im Moment wieder Hüte – hier aber meist aber in einer klassischeren und unauffälligeren Variante.

Pharrell Williams mit Hut

Berühmter Hutträger: Pharrell Williams

Für viele – vor allem in wärmeren Gegenden – haben Kopfbedeckungen einen hauptsächlich pragmatischen Zweck. Sie sind eine Notwendigkeit, um sich vor der Sonne zu schützen. Die Möglichkeit, innovative Materialien zu nutzen, ergänzen das Portfolio um sportlich-funktionale Modelle.

Und manch einer trägt den Hut einfach immer – als Markenzeichen: wie beispielsweise Udo Lindenberg mit seinem traditionellen Fedora oder Pharrell Williams, den man nie ohne ikonische Kopfbedeckung sieht.

Udo Lindenberg mit Fedora

Udo Lindenberg mit Fedora


Hut auf! Hot now: Baker Boy Cap und Turban

Kate Moss liebt sie, Christy Turlington trägt sie, Chiara Ferragni und sämtliche Streetstyle-Stars auch – die Baker Boy Cap oder Schirmmütze geistert durch meinen Instagram-Feed wie keine andere. Und irgendwie macht sie jeden Look ein bisschen lässiger. Die flache Kopfbedeckung war im 19. und 20. Jahrhundert reine Männersache: Sie wurde hauptsächlich von Arbeitern und Handwerkern in Paris getragen, weswegen auch Helmut Schmidt auf die Schirmmütze als Markenzeichen zurückgriff. In den 20er Jahren entdeckten sie dann Golf- und Tennissportler für sich und heute feiert sie ihr Fashion-Revival.

 

Mit dem zweiten absoluten It-Piece, dem Turban kommt ein echt spannendes Accessoire zu unseren Ausgeh- und vor allem Sommerlooks dazu. Zum Jahreswechsel und vor allem bei den Silvester-Styles ist mir der Turban zum ersten Mal so richtig aufgefallen: Pailletten-Dress, Heels, Statement-Ohrringe und ein perfekt sitzender Turban in einem Metallic-Ton. Ich finde, Turbane verleihen auch dem Sommerlook das gewisse Etwas. Für alle, die es ausprobieren wollen, gibt es hier ein paar gute Tutorials.

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Welcher Hut passt zu mir? Ein paar grundsätzliche Tipps.

Selma Hayek, Dita Von Teese, Johnny Depp – alle lieben Hüte. Und es gibt so viele verschiedene Formen: Fedora, Stetson, Schlapphut, Panamahut, Strohhut, Baker Boy Cap, Beanie, Berets und und und ….

Aber nicht jeder Hut steht jedem – achtet bei der Auswahl auf ein paar Basics!

– Der Hut sollte zur Gesichtsform passen:
Dabei gelten ein paar ganz einfache Regeln: Zu einem runden Gesicht passen hohe Modelle besser als flache. Auch darf dann der Rand breiter sein, das verlängert optisch das Gesicht. Wer einen schmäleren, eher länglichen Kopf hat, ist mit flachen Hüten gut beraten. Einem ovalen Gesicht steht jedes Modell gut.

– Die Körpergröße spielt eine Rolle:
Kleinere Frauen sollten darauf achten, dass die Krempe nicht zu ausladend ausfällt. Sonst wirkt man schnell überstylt. Bei größeren Menschen darf die Kopfbedeckung ausladender ausfallen.

– Der Gesamtlook muss stimmen:
Wählt den Hut passend zum Outfit – Farbe und Stilrichtung sollten aufeinander abgestimmt sein. Und ganz klar: Der Look sollte für euren Typ stimmig sein, sonst landet man beim Styling mit Hut schnell beim Karneval.

– Hair-Style:
Die gute Nachricht: Bad-Hair-Days sind passé. Denn mit Cap oder Turban sieht man trotzdem fantastisch aus. Aber was machen wir mit unseren Haaren unter dem Hut? Als idealer Hut-Cut gilt der Pagenkopf, der ja gerade hoch im Kurs steht – mit diesem funktioniert fast jede Hutform. Sehr schön ist auch offenes Haar, gern mit leichten Wellen. Beachtet dabei, dass der Look nicht zu gestriegelt wirkt: Im Idealfall soll es so aussehen, als hättet ihr den Hut einfach schnell aufgesetzt – also möglichst unbeabsichtigt und lässig. Auch ein lockerer Dutt im Nacken oder ein seitlicher Flechtzopf sehen toll aus. Dann aber unbedingt ein paar Strähnen herausbaumeln lassen. Besonders heiß: Den Hut tief ins Gesicht ziehen, so dass er über der Braue abschließt.

In jedem Fall gut behütet seid ihr, wenn ihr euch in eurem Look wohlfühlt. Stylt ihr eure Outfits mit Hut? Habt ihr, so wie ich den Strohhut im Sommer, saisonale Lieblinge? Schreibt mir gern eure Meinung. Ich freu mich über eine Nachricht.

Christine

von

Fashionista und Schreiberin, die für Euch auf die Jagd nach guten Looks, spannenden Trends und neuesten Style-Inspirationen geht. Und zwischendurch einen Blick hinter die Kulissen von Ana Alcazar wirft, um über People, Shootings und den ganz normalen Wahnsinn eines kreativen Labels zu berichten.

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