Stoff mit Kleidermotte
Feb 22, 2018

Tschüss, Motte! Eine Kampfansage an Kleidermotten im Schrank.

Da möchte man nach Monaten endlich mal wieder den Lieblingspullover anziehen und dann das: winzige aber doch sichtbare Löcher im Stoff. Ganz klar, da waren die Larven der Kleidermotten am Werk. Die kleinen Schädlinge machen es sich mit Vorliebe in unseren Kleidern und Textilien gemütlich und nagen mit unstillbarem Appetit kleine Löcher in den Stoff. Auch Teppiche und Polstermöbel sind vor ihnen nicht sicher, da kann es schon einmal vorkommen, dass die kleinen Plagegeister regelrechte kahle Stellen hinein fressen.

Übrigens: Kleidermotten waren schon in der Antike ein Problem. In assyrischen Keilschrifttexten klagte ein Kaufmann bereits über den großen Schaden, den die Motten an seinen kostbaren Gewändern angerichtet hatten. Damit es uns nicht wie dem armen Kaufmann geht, stelle ich euch heute ein paar wirksame Maßnahmen vor, mit denen ihr euch gegen Kleidermotten schützen könnt.

In diesem Ratgeber beantworte ich euch folgende Fragen:

Fieses, kleines Ding: Die Kleidermotte.

Alles rund um die Kleidermotte – Ein Ratgeber

Um die richtigen Gegenmaßnahmen treffen zu können, müssen wir erstmal verstehen, wer der leidige Gast in unserem Haus eigentlich ist und wie wir einem Besuch vorbeugen können. Wenn ihr den Schädling schon im Schrank habt, lest ihr weiter unten dann, wie ihr die Kleidermotte möglichst effizient bekämpft. Auf einen mottenfreien Kleiderschrank!

Woher kommen Kleidermotten?

Kleidermotten gehören zu der Gattung Tineola bisselliella und gehören zu den Nachtfaltern aus der Familie der „Echten Motten“. Sie sind weltweit verbreitet und leben am liebsten in geschützten, dunklen Räumen.

Wie sehen Kleidermotten aus?

Kleidermotten sind winzig und unscheinbar, auch deswegen bemerken wir einen Befall erst spät. Die etwa sechs bis neun Millimeter großen Nachtfalter sind gelb-braun und glänzend. Ihre Flügelspannweite ist nicht viel größer, mit ausgestreckten Flügeln ist eine Kleidermotte etwa 10 bis 15 Millimeter (1,5cm) groß. Die eigentlichen Vielfraße sind jedoch nicht die ausgewachsenen Motten, sondern ihre Larven. Diese sind gelblich mit braunem Kopf und etwa 5 Millimeter lang.

Larve der Kleidermotte – der eigentliche Schädling.

Wann und wie vermehren sich Kleidermotten?

Eine erwachsene weibliche Motte legt etwa 100 bis 250 weiße Eier ab, dabei begünstigt ein feucht-warmes Klima die Fortpflanzung. Nach etwa zwei Wochen schlüpfen daraus die Raupen.

Wo legen Kleidermotten ihre Eier ab?

Motten legen ihre Eier mit Vorliebe auf Wollstoffen, Federn, Pelzen und (nicht synthetischen) Polstern ab, wo ihre Larven optimale Bedingungen finden. Diese ernähren sich nämlich vom Kreatin in den Stoffen, weswegen vor allem Naturmaterialien wie Tierhaare (Wolle) oder Seide gefährdet sind.

Wie lange leben Kleidermotten?

Erwachsene Kleidermotten haben eine relativ kurze Lebenszeit und leben nur etwa zwei Wochen und legen in dieser Zeit hunderte von Eiern. Die Entwicklung von der Raupe bis zur Motte dauert je nach Klima zwischen 60-90 Tage, so sind theoretisch bis zu vier Generationen pro Jahr möglich.

Gibt es einen Unterschied zwischen der Lebensmittelmotte und der Kleidermotte?

Lebensmittelmotten und Kleidermotten gehören verschiedenen Gattungen an und haben unterschiedliche Lebensräume. Eine Lebensmittelmotte werdet ihr also selten in eurem Kleiderschrank finden (außer ihr habt einen leckeren Beutel Haferflocken in eurer Manteltasche vergessen!). Kleidermotten aber sind derart gefräßig, dass sie sich schon mal in Lebensmittelschränke verirren und sich dort verpuppen. Zwar können die Kleidermottenlarven – anders als Lebensmittelmotten – unsere Lebensmittel nicht verdauen, doch das hält sie scheinbar nicht davon ab, sich in unsere Küchenschränke zu verirren. Wer also Motten zwischen Mehltüten und Nudelpackungen findet, der sollte sicherheitshalber auch seine Kleiderschränke inspizieren!

Lebensmittelmotten haben ein farbenfroheres Muster auf dem Rücken

Wie kommen Kleidermotten ins Haus?

In der Natur leben die Motten vorwiegend in den Nestern von Vögeln und Säugetieren, wo sie sich von deren Fellen und Federn ernähren. Als Schädling ist die Motte jedoch in menschlichen Behausungen überall auf der Welt verbreitet. Dabei fliegt sie mit Vorliebe an dunkle, trockene Orte, an denen ihre Larven genügend Futter (also kreatinhaltige Fasern) finden.

Welche Bedingungen mögen Motten am liebsten?

Dass Motten vom Licht angezogen werden stimmt nur bedingt und gilt nicht für alle Mottenarten. Die Kleidermotte zum Beispiel, meidet helle Orte mit hoher Sonneneinstrahlung und zieht Dunkelheit vor. Selten gelüftete Kleiderschränke, Kleidertruhen und ähnliches bieten ihr also einen optimalen Lebensraum.

Seide ist bei Motten besonders beliebt

Welche Stoffe greifen Motten an?

Die Larven der Kleidermotte ernähren sich, wie oben erwähnt, von kreatinhaltigen Stoffen, also von organischen bzw. tierischen Textilien wie Wolle, Pelz, Seide oder Federn. Das bedeutet jedoch nicht, dass pflanzliche oder synthetische Stoffe von den kleinen Vielfraßen verschont werden, denn die Larven scheinen ein wenig dumm zu sein. Will heißen: Die Larven von Kleidermotten fressen buchstäblich alles, was ihnen zwischen die Kauwerkzeuge kommt, sogar Baumwolle oder Polyester. Zwar haben pflanzliche oder synthetische Fasern keinerlei Nährwert für die Larven, aber das wissen diese nicht – sie fressen einfach drauf los, sehr zum Leidwesen unser T-Shirts und Pullover, die dann die charakteristischen kleinen Löcher aufweisen.
Besonders gefährdet sind zudem getragene Kleidungsstücke, an denen Haare, oder Hautschuppen haften. Auch Teppiche, die selten gestaubsaugt werden, sind ausgesprochen gefährdet.

Wie kommen die Löcher in die Kleider und wie sehen sie aus?

Kleidermottenlarven haben, trotz ihrer geringen Größe, starke Kauwerkzeuge und einen großen Appetit. Sie hängen sich an Textilien und fressen die Fasern von Stoffen auf. Nach einer Weile entstehen dann winzige Löcher mit ausgefransten Rändern, die man oft erst bemerkt, wenn sie etwa die Größe eines Stecknadelkopfes haben.

Fortgeschrittener Lochfraß

Woran erkenne ich, ob mein Kleiderschrank unter Mottenbefall leidet?

Zum einen erkennt man einen Mottenbefall an eben den charakteristischen Löchern in der Kleidung, zum anderen hinterlasse die Motten Spuren: Wenn sich die Larven verpuppen, spinnen sie feine Kokons, die man dann zum Beispiel in schwer zugänglichen Ecken im Kleiderschrank entdeckt.
Im Handel gibt es auch Lockstofffallen, die mit Pheromonen bestimmte Mottenarten anlocken. Anhand dessen kann man erkennen, ob es sich beim Befall wirklich um Kleidermotten handelt. Allerdings kann es passieren, dass man durch das Auslegen einer Pheromonfalle erst recht Motten ins Haus holt, zum Beispiel durch geöffnete Fenster. Diese Methode ist also nur bedingt zu empfehlen und auch ebenfalls nur eingeschränkt zur Mottenbekämpfung geeignet.

Wie beuge ich Kleidermotten vor?

Es ist nicht ungewöhnlich, wenn eure Kleiderschränke ab und zu unter Kleidermottenbefall leiden – das ist zwar extrem ärgerlich, aber leider normal. Vorbeugen kann man, indem man Kleiderschränke, Kommoden und Truhen regelmäßig öffnet, lüftet und reinigt. Auch Staubsaugen ist ein ideales Mittel, um Kleidermotten vorzubeugen, am besten solltet ihr etwa einmal pro Monat eure Kleiderschränke und Kommoden komplett leeren und gründlich saugen und anschließend den Staubsaugerbeutel entsorgen, da sich auch darin ein Mottennest verbergen kann.

Motten finden sich besonders häufig an selten benutzten Kleidungs- oder Möbelstücken (zum Beispiel in Lagerräumen oder Gästezimmern), da sie hier ungestört sind. Es empfiehlt sich also, regelmäßig auszumisten!

Da sich Kleidermotten von Kreatin angezogen fühlen, das zum Beispiel in Haut und Haaren vorkommt, solltet ihr eure Klamotten niemals ungewaschen in den Schrank hängen. Bevor ihr eure Sommer, bzw. Wintersachen wegräumt also erstmal alles gründlich durchwaschen und dann am besten luftdicht verpacken und aufbewahren. Zusätzlich könnt ihr mit bestimmten Duftstoffen wie Lavendel oder Zedernöl Motten fernhalten.

Der Klassiker: Das Lavendelsäckchen im Kleiderschrank.

Daneben gibt es bestimmte chemische Mittel, die Motten fernhalten sollen, davon sind jedoch nicht alle gesundheitlich unbedenklich. Im Handel gibt es Mottenpapier, dessen Inhaltsstoffe die Motte nicht mag und das für Menschen ungiftig ist. Es ist jedoch nicht erwiesen, dass Mottenpapier besser wirkt, als natürliche Stoffe wie echtes ätherisches Lavendelöl oder Zedernöl.

Wie bekämpft man Kleidermotten, wenn sie schon da sind?

Wenn ihr einen sichtbaren Mottenbefall habt, gibt es eine Reihe von Maßnahmen, die ihr treffen könnt, um die kleinen Biester schnell wieder los zu werden. Grundsätzlich solltet ihr stark befallene und sichtlich angefressene Kleidung schnellstmöglich und gut in Plastik verpackt entsorgen. Danach geht es an die Rettung der übrigen Kleidung:

Kalt-Warm-Verfahren

Kleidermotten vertragen keine extremen Temperaturen. Stoffe die heißes Wasser vertragen wie Leinen oder Baumwolle können bei mindestens 60°C (besser 90°) gewaschen werden. Wolle, Seide, oder Mischgewebe könnt ihr in die Tiefkühltruhe geben und dort für mindestens drei Tage belassen. Das tötet Eier und Larven ab.

Hohe Sonneneinstrahlung, heiße Wäsche oder starke Kälte hilft gegen Kleidermotten.

Schlupfwespen

Daneben gibt es noch die Möglichkeit der biologischen Bekämpfung von Kleidermotten: Im Internet oder Fachhandel kann man die Larven der Schlupfwespe (Trichogramma evanescens) kaufen, die als natürlicher Feind der Kleidermotte gilt. Die Nützlinge sind auf kleinen Kärtchen erhältlich, die man einfach in den Schrank legt. Sie fressen dort die Eier der Motten und sind für Textilien als auch für Menschen und Tiere ungefährlich. Wenn die Schlupfwespenlarven keine Motteneier mehr finden, sterben sie einfach ab und verschwinden.

Niem-Extrakt

Eine weitere Möglichkeit ist der Einsatz von Niem (auch unter Neem oder Margosa bekannt), einem Pflanzenextrakt, das aus dem indischen Niem-Baum gewonnen wird. Es wirkt als biologisches Insektizid, das die Motten am Wachstum hindert. Der Frassstopp setzt sehr schnell ein, nach einigen Tagen sterben die Motten dann auch komplett ab.

Öl vom Niembaum

Grundsätzlich: Bei starkem Mottenbefall seid ihr mit der Schlupfwespen-Variante auf der sicheren und gesundheitlich unbedenklichen Seite. Die Kosten für eine Behandlung mit Kärtchen liegen bei ca. 50-75€ – ein vergleichsweise geringer Preis um seine Lieblingsstücke zu retten.  Um erneuten Mottenbefall zu vermeiden sollte man auf jeden Fall nach erfolgreicher Bekämpfung der Motte gründlich saubermachen, staubsaugen und im Anschluss regelmäßig die Schränke lüften.

Ihr seht also, Motten zu bekämpfen ist kein Hexenwerk. Wenn ihr diese Tipps beherzigt, seid ihr auf jeden Fall auf der sicheren Seite.

Joana

von

Betreibt eine kreative Wortschmiede. Kosmopolitisch, interkulturell, bunt. In love with: Denim, Strick und Loafers in allen Formen und Farben. Außerdem: Color Blocking und punkige Stilbrüche. Geht gar nicht: Pailletten, Crop Tops, Samt.

1 Kommentar

  • Avatar Indre says:

    Ich hatte eine Mottenplage, wobei viele hochwertige Kleidungsstücke angeknabbert wurden. Daher habe ich mir jetzt zur Prävention Cedaroli Mottenset bestellt (nirrel.com). Alles bestens, schnelle Lieferung und sehr gute Qualität. Bereits beim Auspacken kann man den angenehmen Duft der Zeder wahrnehmen. Cedaroli Stücke habe ich in den Schränken verteilt und hatte bis jetzt keine Motten. Sie riechen sehr frisch nach Zedernholz, und sogar etwas Schmiergelpapier ist dabei, damit man die Stücke wieder anschleifen kann. Für den Preis ist das Mottenset absolut zu empfehlen.

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