Nov 23, 2016

Platz da! Kleiderschrank ausmisten leicht gemacht.

Kennt ihr das Gefühl auch?: „Ich habe absolut nichts anzuziehen.“ Und trotzdem quillt der Kleiderschrank über. Die Realität? Mein Schrank ist bis zum Zerbersten voll. Aber von den 15 Jeans, die den Schrank bevölkern, sind gerade noch 5 im Umlauf. Die Sommerkleidchen von vor 4 Jahren hängen schon seit 3 Jahren unbeachtet an der Stange. Jedesmal, wenn ich etwas aus dem Schrank hole, fallen mir 4 weitere Teile entgegen, die ich mühsam und fluchend wieder hineinpresse.

kleiderschrank-ausmisten

Balast abwerfen – Kleiderschrank ausmisten!

Fakt ist: Vieles von dem, was sich da stapelt, ziehe ich gar nicht mehr an. Außerdem fehlt mir längst der Überblick, was ich alles besitze. Höchste Zeit also, eine Inventur zu machen und den Kleiderschrank auszumisten. Aber wo anfangen und wie dann weitermachen? Um die Trennung von überflüssigen Klamotten glatt über die Bühne zu bringen, hilft mir eine klare Marschroute. Ich hab hier ein paar Anregungen gesammelt.

Nichts ist beständiger als der Wandel – vor allem, wenn es um Fashion geht.

Gibt es eigentlich einen besonders guten Zeitpunkt für eine Ausmist-Aktion? Ich finde, ja. Jeder Saisonwechsel – also, wenn ihr z.B. die Sommerklamotten gegen die Herbst- und Wintersachen tauscht – eignet sich perfekt, um im Schrank „reinen Tisch“ zu machen. Denn, wenn das Wetter sich ändert, ist automatisch die Jagd auf die neuesten Kollektionen der Labels eröffnet. Und erfahrungsgemäß kommt genau dann wieder einiges Neues dazu.

Ausmisten heißt erstmal: Anprobieren, Anprobieren, Anprobieren.

Für den Einstieg, fangt mit dem Leichtesten an. Mit den löchrigen, den abgetragenen oder den offensichtlich ausgeblichenen Sachen. Das bringt die Ausmist-Aktion zumindest schon mal in Schwung. Und dann gibt es ja auch noch die Fehlkäufe – also Pieces, die ihr angeschafft und danach nicht ein einziges Mal getragen habt. Nichts wie weg damit! Unter Garantie werden diese Schrankleichen auch in Zukunft nicht zu All-Time-Favorites mutieren. So weit. So gut.

Aber ab dann wird’s kompliziert. Denn Manches zieht man nicht mehr an, will es aber trotzdem nicht aus der Hand geben – weil das Teil vielleicht mit einem coolen Erlebnis oder einer Emotion verknüpft ist, zeitlos ist oder irgendwie sonst einen besonderen Wert hat.

kleiderhaufen

Trennt die Spreu vom Weizen!

Ab jetzt gibt es nur einen einzigen Weg, die Spreu vom Weizen zu trennen: alles noch einmal anzuziehen. Manche Teile erledigen sich dann sofort von selbst. Also – alles raus aus dem Schrank und los geht’s.

Am Besten stellt ihr euch bei jedem Piece, das euch in die Hände fällt, folgende Fragen:

–  Passt es mir noch?

–  Sitzt es richtig?

–  Trage ich es überhaupt noch?

–  Gefällt es mir oder hat sich mein Stil oder die Mode verändert?

–  Brauche ich wirklich 3 ähnliche [bitte Klamotte einsetzen]?

Ab dann entscheiden „Soft Skills“ wie der Wohlfühlfaktor, die Passform und je nachdem, wie „hip“ ihr sein wollt – der Fashion-Faktor. Oft wird die Verwirrung aber beim Darüber-Nachdenken erst noch größer. Wenn ihr überhaupt nicht klarkommt, hier noch ein paar kleine Tricks.


Kann das weg? Oder doch nicht? – so klappt’s mit der Entscheidung:

–  Step by Step: Mistet nicht den ganzen Schrank auf einmal aus, sondern fangt z.B. mit den Kleidern an, kümmert auch dann um die Shirts und so weiter.

–  Der Trick mit dem zweiten Augenpaar – holt eure gute Freundin oder Schwester dazu und lasst sie einen Blick auf die Outfits werfen.

–  Setzt euch Zeitfenster: Alles, was ein Jahr lang den Schrank nicht verlassen hat, kommt weg.

–  Macht euch die Trennung leicht: Packt Kleidungsstücke in eine Kiste und lagert sie erstmal für ein Jahr im Keller. Danach könnt ihr sie garantiert leichter weggeben.

–  Ausnahmen bestätigen die Regel: Behaltet Vintage-Looks, Sammlerstücke oder Fashion-Teile, die euch wegen bestimmter Momente besonders am Herzen liegen.

Puuuhh, geschafft! Wenn ihr entschieden habt, welche Klamotten wieder in den Schrank wandern, strukturiert diesen am Besten gleich systematisch – entweder saisonal oder nach Kategorien wie Ausgeh-Tops, Sportteile, Freizeitlooks etc. Letztlich findet da jeder seine eigene Ordnung. Und jetzt kommt noch eine weitere gute Nachricht. Mit den aussortierten Sachen könnt ihr noch richtig viel anfangen – nämlich ein paar Euro dazuverdienen oder sogar Gutes tun.



Spenden – Verkaufen – Tauschen. Mit dem Alten etwas Sinnvolles schaffen.

kleider-loswerden

? Tauschparties

In ganz Deutschland gibt es sie: sog. Tauschparties. Das Prinzip ist einfach: Ihr bringt ein Kleidungsstück mit und schnappt euch ein neues. Schaut doch gleich mal, wo die nächste Party in eurer City stattfindet, zum Beispiel hier für München.

? Karitative Einrichtungen

Was euch nicht mehr passt oder gefällt, kann für andere eine große Unterstützung sein. Hört euch doch mal nach Hilfsorganisationen oder einfach bei eurer Kirche um die Ecke um. Einige davon verkaufen oder verschenken Kleider für wenig Geld an Obdachlose, Geringverdiener oder Hartz-IV-Empfänger.

? Oxfam

Tragt eure Sachen zu einem Oxfam-Shop und lasst sie dort von meist ehrenamtlichen Mitarbeitern an die Frau bringen. Die Erlöse des Verkaufs fließen in Nothilfe- und Entwicklungsprogramme. Tipp: Erkundigt euch bei der jeweiligen Filiale, was genau angenommen wird. Zum Teil unterscheidet sich das Sortiment von Geschäft zu Geschäft.

? H&M – Kleider spenden und Rabatt bekommen

Wusstet ihr das? H&M nimmt pro Tag von jedem Kunden zwei Tüten Klamotten an. Dafür bekommt ihr 15 Prozent Rabatt beim nächsten Einkauf ab 30 Euro. Der Zustand der Teile spielt dabei keine Rolle. Denn von Putztüchern über Teppiche kann alles aus euren Kleidern entstehen. Bis hin zum Upcycling zu neuer Ware.

? ebay oder ebay Kleinanzeigen

Stellt die Sachen bei ebay oder ebay Kleinanzeigen ein. Für Fashion findet ihr dort viele Abnehmer und bessert eure Kasse für kommende Anschaffungen auf.

? Kleiderkreisel

Kleiderkreisel.de ist der virtuelle Place-to-be für Fashionistas. Hier finden Markenartikel, Accessoires und Taschen neue Abnehmer. Die beliebte Verkaufsplattform von Second Hand-Klamotten macht es euch einfach, ins Geschäft zu kommen: Einfach pro Artikel bis zu 5 Fotos hochladen und auf Interessenten warten.


? Mädchenflohmarkt.de

Die virtuelle Flohmarkt-Variante: Hier wird nicht getauscht, sondern verkauft. Meldet euch via Facebook, Twitter oder euren E-Mail Account an, legt ein Profil an und ladet bis zu 5 Fotos pro Artikel hoch. Übrigens bietet die Plattform einen sog. Concierge-Service an: Ihr könnt eure Kleider einfach an Mädchenflohmarkt schicken. Das Unternehmen übernimmt für euch das Fotografieren und Einstellen der Sachen auf der Verkaufsplattform. 60 Prozent des Erlöses bleiben bei euch hängen.

?Shpock-App

Mit der Shpock-Flohmarkt-App könnt ihr ebenfalls ganz schnell die Ausschussware loswerden. Einfach fotografieren, hochladen und vielleicht direkt eure Nachbarin glücklich machen.

Ende gut. Alles gut. Ab jetzt könnt ihr euch freuen – über einen übersichtlichen Kleiderschrank, einen kleinen Obulus und Platz für coole, neue ANA ALCAZAR Looks.

Christine

von

Fashionista und Schreiberin, die für Euch auf die Jagd nach guten Looks, spannenden Trends und neuesten Style-Inspirationen geht. Und zwischendurch einen Blick hinter die Kulissen von Ana Alcazar wirft, um über People, Shootings und den ganz normalen Wahnsinn eines kreativen Labels zu berichten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.