Nov 29, 2017

Griaß di, Salzburg! Auf der schönsten Seite des Lebens.

„Ich schwöhre bey meiner Ehr, dass ich die Salzburger nicht leiden kann – sie sind mir gantz unerträglich.“

– so äußerte sich einst der berühmteste Sohn der Stadt nach mehrfachen Auseinandersetzungen mit seinem Arbeitgeber, dem Fürsterzbischof. Denn Wolfgang Amadeus Mozart haderte vor seinem Umzug nach Wien mit der konservativen Mentalität und dem Dünkel, die er den Salzburgern ankreidete.

Schlendert man heute durch die Salzsachmetropole ist von all dem nichts zu spüren. Im Gegenteil: In der beleuchteten Altstadt herrscht ein pulsierendes Nebeneinander von edel gestylten Festspielgästen, Italienern, die ihre Perlen und Pelze ausführen, leger gekleideten Touristen und weltoffen-entspannten Einheimischen. Und auch architektonisch mischt sich Schlichtes harmonisch mit Opulentem, eng verwinkelte Gässchen und sog. Durchhäuser münden in weite Plätze. Unzählige Touristen tummeln sich in der Stadt, in der es nur so klingt und von Kultur strotzt – das ganze Jahr über werden Sinfonien, Arien, Dramen und Komödien gespielt und aufgeführt. Kein Wunder, dass die Gastro-, Kunst- und Medienszene hier genauso boomt. Und auch die Preise können sich sehen lassen: 8000 Euro und mehr muss man mittlerweile für einen Quadratmeter einer Luxuswohnung in bester Lage rechnen.

Einzigartiger Blick auf die Festung

Kommt mit auf einen Ausflug durch Salzburg. Das einzigartige Flair erlebt ihr am Intensivsten, wenn ihr zu Fuß unterwegs seid. Ihr könnt das Herz der Stadt auf beiden Seiten der Salzach in ungefähr 30 Minuten durchqueren.

Schönheit, die den Kopf verdreht – aus allen Perspektiven.

Die Stadtsilhouette mit dem Dom, der Residenz sowie Stuck und Marmor vor der imposanten Felsenkulisse ist legendär. Wenn ihr euch erstmal einen Überblick bei Traumaussicht verschaffen wollt, folgt einfach dem Ruf der malerischen Stadtberge. Diese sind von der City aus meist mit Seilbahn oder Aufzug in wenigen Minuten zu erklimmen: Von der Humboldt-Terrasse auf dem Mönchsberg beispielsweise genießt ihr einen fantastischen Panorama-Blick über die Altstadt. Ihr könnt laufen oder euch in wenigen Sekunden mit dem Mönchsbergaufzug hochfahren lassen. Auch künstlerisch herrscht hier ein hohes Niveau. Denn direkt auf dem Mönchsberg befindet sich das Museum der Moderne, das auf vier Ebenen internationale Kunst präsentiert.

Verträumte Winteratmosphäre am Residenzplatz

Wenn ihr lieber zur Festung Hohensalzburg wollt, müsst ihr auch dorthin nicht auf Schusters Rappen gehen. Die Standseilbahn verkehrt im 10-Minuten-Takt und bringt euch in einer Minute auf den Festungsberg. Von der Festung aus blickt ihr 360° in das malerische Umland.

Für alle, die einen Stadtberg zu Fuß bezwingen wollen, empfehle ich den Kapuzinerberg. Startet am rechten Ufer der Salzach in der Linzer Gasse, marschiert durch die Franziskuspforte vorbei an den elf Kreuzwegkapellen und ihr erreicht das Kloster auf dem Kapuzinerberg in ungefähr 20 Minuten. Von dort aus könnt ihr einen besonders schönen Blick auf die Festung Hohensalzburg und die darunter liegende Altstadt werfen.

Cafe Tomaselli in Salzburg

Cafe Tomaselli

Wieder zurück in der Altstadt, könnt ihr es euch auf dem Alten Markt im Café Tomaselli gemütlich machen und euch bei einem Stück Kuchen von der heiter-aktiven Atmosphäre im Zentrum der Innenstadt anstecken lassen. Das Gebäck wird hier noch stilecht von Kellnern auf Tabletts direkt am Tisch angepriesen. Ein bisschen Sehen-und-Gesehen-Werden darf bei dem geschäftigen Treiben am linken Salzachufer nicht fehlen. Vom Alten Markt erreicht ihr dann den weltbekannten Residenzplatz bequem zu Fuß. Auf den ersten Blick fallen die auf Gäste wartenden Fiaker-Fahrer auf, die Kutschfahrten inklusive Stadtführungen anbieten. Lässt man den Blick etwas weiter schweifen, sieht man den Turm der Michaelskirche, den Dom sowie die Alte Residenz und das neue Residenzgebäude. In der Mitte des Platzes thront prominent der Residenzbrunnen, übrigens der größte Barockbrunnen Mitteleuropas. Nach so vielen Eindrücken, wird es Zeit für einen kurzen Koffein-Push zwischendurch. Schaut in dem puristisch eingerichteten Café 220 Grad um die Ecke vorbei – während ihr euren großen Braunen schlürft, ist dort absolute Wohlfühlatmosphäre garantiert. Für den anschließende Erkundung des 15.000 m2 großen Domquartiers mit Prunkräumen, Residenzgalerie und Dommuseum nehmt euch etwas Zeit.

Kultur total – Amadeus, der Festspielbezirk und der Walk of Modern Art

Wenn ihr jetzt noch Muße habt, erreicht ihr in wenigen Minuten die Getreidegasse 9 und damit das Altstadthaus, in dem Wolfgang Amadeus Mozart am 27. Januar 1756 geboren wurde. Wer mehr über den Menschen Mozart, der hierzulande oft liebevoll „Wolferl“ genannt wird, erfahren möchte, kann sich in der umfassenden Ausstellung ein eigenes Bild machen. Ihr könnt einiges über seine Kämpfe wie die Ablehnung durch das Publikum oder seine Schulden lesen. Nur fünf Gehminuten entfernt auf der anderen Seite der Salzach in der Linzergasse liegt Mozarts Wohnhaus, das seit 1996 ebenfalls ein Museum ist. Er lebte dort acht Jahre, bevor er endgültig nach Wien zog. Für eine Pause setzt euch in das liebevoll eingerichtete Café Mozartwinkel gleich neben Mozarts Geburtshaus. Dort wird übrigens die meiner Meinung nach beste Nussschnecke der Welt serviert. Probiert es einfach selbst aus. Und danach geht es in den Festspielbezirk.

Getreidegasse

Theater, Theater, Theater – Kultur-Liebhaber pilgern Sommer für Sommer zu den Salzburger Festspielen, dem wohl bedeutendsten Festival für klassische Musik und darstellende Kunst. An den drei Bühnenhäusern im Festspielbezirk – dem großen Festspielhaus, dem Haus für Mozart und der Felsenreitschule – finden sechs Wochen lang Aufführungen von Weltrang statt. Max Reinhardt, der bekannte Theaterregisseur, legte 1920 mit seiner Jedermann-Inszenierung den Grundstein für die Salzburger Festspiele. Mit genau diesem Stück von Hugo von Hoffmannsthal starten die Festspiele noch heute. Wer keine Karten kaufen möchte, kann trotzdem Oper genießen. Denn auf dem Kapitelplatz steht von Juli bis August ein überdimensionierte Leinwand, auf der täglich aktuelle Produktionen und Live-Übertragungen für alle gezeigt werden.

Skulptur Sphaera in Salzburg

Skulptur Sphaera

Kunst für alle erlebbar zu machen und zu den Menschen zu bringen – dieses Ziel verfolgt auch die Salzburg Foundation mit ihrem Walk of Modern Art. Seit mehr als 10 Jahren werden Künstler eingeladen, sich mit Salzburg zu beschäftigen und auf dieser Basis Kunst im öffentlichen Raum zu realisieren: 2007 beispielsweise stellte Stephan Balkenhol eine Männerfigur auf eine riesige Goldkugel auf dem Kapitelplatz und platzierte in der Felswand des Toscaninihofs ein kleineres, weibliches Pendant. Sein Kunstwerk heißt Sphaera. Ich habe es übrigens als Bild in verfremdeter Form zuhause an der Wand hängen.

Fashionista aufgepasst – Getreide- und Linzer Gasse sind der Place-to-be.

Ihr sucht die coolsten Ladenzeilen in der Salzburger Altstadt? Dann seid ihr in der Getreide- und der Linzergasse genau richtig. Nicht nur die gepflegten Fassaden lassen die Herzen aller Ästheten höher schlagen, auch das Angebot an edlen Dirndl- und Trachtenlooks sowie feiner Couture ist umwerfend. Oder, um es auf salzburgerisch zu sagen: De san voi liab.

Trachtenparadies

Zu den Highlights zählen Madl, Stassny und Wenger Trachten. Jenseits der Salzach in der Linzer Gasse findet ihr Hanna Trachten. Dazwischen mischen sich kleine stilvolle Boutiquen, die diverse Labels führen, und die Red Bull World mit sportiven Looks für Männer. Wer auf Details achtet, ist am Rathausplatz genau richtig. Der Kurzwarenladen Knopferlmayer bietet ein riesiges Knopfsortiment im 50er Jahre Ambiente. Im Traditionsgeschäft Handschuh Sperl findet ihr Handschuhe, Dessous und Bademoden.

Salzburg auf der anderen Seite der Salzach

Wenn ihr schon in der Linzergasse am rechten Ufer der Salzach unterwegs seid, schaut in Mozarts Wohnhaus vorbei und besucht das Schloss Mirabell und den Mirabellgarten. Neben der Stadtverwaltung und den Amtsräumen des Salzburger Bürgermeisters gibt es in dem ehemaligen Lustschloss einen der schönsten und begehrtesten Trauungssäle. In dem sog. Marmorsaal musizierte, wie könnte es in Salzbug anders sein, schon Mozart mit seinem Vater. Flaniert durch den Park, lasst die Seele baumeln und noch einmal alles auf euch wirken.

Eingang zum Mirabellgarten

Eingang zum Mirabellgarten

Wenn ihr erstmal genug Kultur-Eindrücke gesammelt habt, serviert euch der Bärenwirt unweit der Altstadt „Österreichs bestes Backhendl“ – und probiert unbedingt als Dessert die berühmten Salzburger Nockerln. Den Abend könnt ihr über den Dächern Salzburgs in der sehr chicen und stylishen Imlauer Sky Bar ausklingen lassen – vielleicht bei einem Gin Tonic. Sicher aber mit Traumblick über die City.

Apropos: Habt ihr Silvester schon was vor? Falls nicht, feiert auf der Festung Hohensalzburg mit hervorragenden Aussichten über Salzburg und für das Neue Jahr. Bei unserem ultimativen Veranstaltungstipp erwarten euch noch ein Gala Dinner und ein Mozart-Silvesterkonzert.

Den Look für euch haben wir schon mal ausgesucht:

Was ihr beim Salzburg Besuch nicht verpassen solltet:

– Salzburgs Märkte: Unternehmt einen Bummel über den Grünmarkt am Universitätsplatz oder den Schrannenmarkt zu Füßen der Andräkirche oder besucht den Christlkindlmarkt ab 23.11. auf dem Domplatz.

– Weihnachtsmuseum mit Dauerschau 365 Tage im Jahr: Hier im Salzburger Weihnachtsmuseum erlebt ihr das ganze Jahr über weihnachtliche Gefühle.

– Hangar 7: Beeindruckend und richtig cool – die Red Bull Sammlung historischer Flugzeuge auf dem Airport-Gelände ist eine Reise wert.

– Stadtalm auf dem Mönchsberg: Auch kulinarisch hat der Mönchsberg einiges zu bieten – genießt in der Stadtalm bei Gulasch oder Kaiserschmarrn den Traumblick über die Altstadt.

– Kaffeehaus Manner: Direkt am Residenzplatz 6 – eure Freunde freuen sich bestimmt über die traditionellen Manner-Waffeln als Mitbringsel.

Weihnachtsmarkt Salzburg

Weihnachtsmarkt Salzburg


Wart ihr schon in Salzburg? Was habt ihr dort entdeckt? Was hat euch begeistert? Was fandet ihr nicht so interessant? Wie fandet ihr das Lebensgefühl? Schreibt einfach – ich bin neugierig.

Christine

von

Fashionista und Schreiberin, die für Euch auf die Jagd nach guten Looks, spannenden Trends und neuesten Style-Inspirationen geht. Und zwischendurch einen Blick hinter die Kulissen von Ana Alcazar wirft, um über People, Shootings und den ganz normalen Wahnsinn eines kreativen Labels zu berichten.

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