Nov 22, 2017

Tierisch gut – Alles über Fake Fur.

Kleiner Ratgeber rund um den Kunstpelz-Trend.

Bye bye Pelz – schon unsere Vorfahren in der Steinzeit schützten sich mit tierischen Fellen gegen die Kälte. Später gehörte Echt-Pelz bei den gehobenen Schichten als Statussymbol selbstverständlich dazu. Bald häufte sich die Kritik und bereits 1841 entwickelten die Franzosen Vavasseur und Lenoir den ersten „gefakten“ Pelz, den sog. Fake Fur. Es dauerte aber noch einige Zeit, bis sich die Idee von Kunstfell durchsetzte und auch Designer aus der Verarbeitung von Echtpelz ausstiegen. Vor allem, die damals noch sehr schlechte Qualität führte dazu, dass man lange am echten Pelz festhielt und Webpelze ein Nischendasein führten. Heute hingegen ist die Qualität künstlich hergestellter Pelze hervorragend, das billige Aussehen von früher längst Geschichte. Echte sind von unechten Pelzen oft nicht mehr unterscheiden, so fein ist die Verarbeitung. Auch Ana Alcazar benutzt ausschließlich Webpelze. Wie du die edlen Teile pflegst und alles, was du noch rund um Fake Fur wissen musst, zeige ich dir in diesem Ratgeber.

Was möchtest du wissen?

Woraus besteht Kunstpelz eigentlich?
Wie wird Kunstpelz hergestellt?
Wie wirkt Fake Fur noch echter?
Ist Kunstpelz immer günstiger als Echtpelz?
Wie kann ich echten von unechtem Pelz unterscheiden?
Wie wird Fake Fur gereinigt?
Was mache ich, wenn ich mit meinem Fake Fur-Piece in den Regen komme?
Welche Trends gibt es und wie kombinere ich Fake Fur?

 

Kunstvolle Schönheit – und absolut im Trend

Heute ist Fake Fur die perfekte Alternative. Denn an einem hat sich nichts geändert: Pelz zu tragen, kommt nicht überall gut an. Das sehen auch Designer so und verzichten offiziell auf Echtpelz. Stella McCartney oder Tommy Hilfiger sprechen sich aktiv dagegen aus. Auch Gucci verwendet keinen Pelz. Chanel als Luxusmarke greift immer häufiger zu Kunstpelz. Warenhäuser wie Peek & Cloppenburg und Marken wie H&M, Esprit, s.Oliver oder Hallhuber bieten keinen Pelz mehr an. Und das müssen sie auch nicht. Denn die künstliche Variante hat nicht nur ein exzellentes Image, sondern ist mittlerweile auch sehr hochwertig. Die Imitate haben eine edle Optik und sind leichter und geruchsneutral – wusstest du, dass Tierfell bei Feuchtigkeit einen Eigengeruch entwickelt? Dazu weist Fake Fur ähnliche Eigenschaften auf – ohne dass dafür Tiere getötet werden müssen.

Natürlich sind auch die Produkte von Ana Alcazar zu 100% OHNE Echtpelz, für unseren kuscheligen Teile arbeiten wir nur mit hochwertigen Webpelzen. Wir lieben Tiere und die schicken Fake Fur-Mäntel und Kunstpelz-Jacken in Pastelltönen wie Rosé oder Babyblau. Extravagantere Kreationen im Leo-Look passen perfekt in den Großstadtdschungel. Wer es klassisch mag, wählt traditionelle Pelz-Designs in Braun-, Schwarz- oder Beigetönen. Und oft findet man Fake Fur nicht im Komplettlook, sondern als Detail an Ärmeln, Krägen oder Säumen.

Was ihr schon immer über Fake Fur wissen wolltet.

Woraus sind Kunstpelze eigentlich gemacht, wie unterscheidet man sie von echtem Pelz und warum ist Kunstpelz manchmal sogar teurer als Tierpelz? Rund um Fake Fur in der Mode gibt es einige offene Fragen, die ich dir in diesem kleinen Fake Fur Ratgeber beantworten möchte.

Woraus besteht Kunstpelz eigentlich?

Webpelze sind aus Polyester, Polyacryl-Fasern oder Baumwolle gefertigt.

Wie wird Kunstpelz hergestellt?

Polyacryl-Fasern werden in das Grundgewebe – meist ein Baumwoll-Polyester-Mix –eingewebt und verklebt, so dass sie nicht wieder ausfallen. Je hochwertiger die Fasern sind, desto edler wirkt das Ergebnis. Soll ein Pelz täuschend echt aussehen, sind mehrere Arbeitsschritte nötig, um ihn einzufärben. Dabei werden die Wurzeln der Haare heller getönt und die Spitzen dunkler. Auch achtet man darauf, dass die einzelnen Fasern unterschiedlich lang sind – genau wie beim echten Pelz.

Blick in eine Webpelz-Fabrik

Wie wirkt Fake Fur noch echter?

Hier entscheidet die Länge der Fasern. Je unterschiedlicher die einzelnen Fasern lang sind, umso echter sieht Fake Fur aus.

Ist Kunstpelz immer günstiger als Echtpelz?

Achtung! Hier ist Vorsicht geboten. Denn tatsächlich ist der Preis kein Indikator. So kann gut gemachter Kunstpelz – vor allem bei Designerteilen – teurer sein als Billigpelz aus China. Der Preis kann also bei der Unterscheidung täuschen.

Wie kann ich echten von unechtem Pelz unterscheiden?

Es gibt drei verschiedene Tests, um Fake Fur zu erkennen:

► Puste-Test: Am einfachsten und schnell gemacht – puste leicht über den Pelz. Echtpelz bewegt sich schon bei einer leichten Prise, Kunstpelz bleibt stabil.

► Feuer-Test: Die sicherste Variante, um ein Ergebnis zu bekommen. Dazu einfach ein paar Fasern ausreißen und anzünden. Tierhaar riecht nach Horn – wie menschliches Haar. Wenn die Synthetik-Fasern des Kunstfells brennen, erinnert das an den Geruch von Plastik. Außerdem verschmoren die Fasern an der Spitze zu winzigen Kügelchen.

► Gewebe-Test: Hier fällt die Unterscheidung oft schwer und man muss genau hinsehen. Da Echtpelz mitsamt der Tierhaut verarbeitet wird, findest du beim Auseinanderziehen der Haare am Ansatz Leder. Bei Kunstpelz entdeckst du eine gewebte Textilschicht.

Fake Fur ist in vielen unterschiedlichen Farben & Qualitätsstufen erhältlich.

Wie wird Fake Fur gereinigt?

Einfacher geht es fast nicht: Die Jacke oder den Mantel einfach in einen Kissenüberzug stecken und mit Woll- oder Feinwaschmittel bei Feinwäsche (30 oder 40 Grad) in der Maschine waschen. Danach kurz mit einer Standard-Haarbürste bearbeiten, um die Fasern zu strukturieren und trocknen lassen.

Was mache ich, wenn ich mit meinem Fake Fur-Piece in den Regen komme?

Das ist kein Problem. Einfach mit einer Haarbürste das Fell wieder glätten und trocknen. Falls du noch ein paar Verfilzungen findest, nochmals nachkämmen. So wird der Look wieder flauschig.

Pelz adé – Harte Fakten über Echtpelz

► Wusstest du, wieviel Tierfelle für einen kurzen Echtpelz-Mantel gebraucht werden? Es sind acht Füchse, 25 Nerze oder 34 Kaninchen!

► Außerdem hat Echtpelz eine schlechte Umweltbilanz: Echter Pelz wird mit Chemikalien behandelt. Von der Zucht der Tiere bis zur Verarbeitung ihrer Felle werden ca. 300 kg CO2 freigesetzt. Zum Vergleich: Beim Kunstpelzmantel sind es ca. 50 kg CO2 (so eine Studie des unabhängigen, niederländischen Forschungs- und Entwicklungs-Instituts CE Delft).

Fake Fur – Trends & Kombinationsmöglichkeiten

Aktuell setzen Designer auf tierische Muster wie Leo-Prints oder Zebra-Optik. Fake Fur muss farblich aber nicht unbedingt wie echter Pelz aussehen, sondern spielt oft mit der Farbpalette. Besonders angesagt: Zarte Eiscremefarben und Pastelltöne wie Rosé, Zartgelb, Flieder oder Himmelblau. Oft in Kombination mit 60er Jahre Retro-Schnitten. Damit werden die Jacken noch mehr zum Blickfang.

Wie man den Look kombiniert? Casual zu Jeans und Ankle Boots, cool mit Track-Pants und Top, extravagant zum edlen Kleid oder als Finish zum Jumpsuit – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Die oberste Stylingregel umso wichtiger: Kombiniere Fake Fur niemals mit Fake Fur. Denn dann wirkt das Outfit schnell überladen. Am Besten macht sich das Trend-Piece mit engen und schmal geschnittenen Kleidern oder Skinny Jeans. So bekommen die plüschigen Jacken genug Raum, um zu wirken. Noch ein Tipp zum Schluss: Fake Fur und Animal Prints in Kombination sind ein No-Go. Weniger ist mehr.

Fake Fur Mantel Bacis


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Viel Spaß beim Kombinieren. Und wenn du noch Fragen zu Fake Fur hast, schreib mir einfach!

Christine

von

Fashionista und Schreiberin, die für Euch auf die Jagd nach guten Looks, spannenden Trends und neuesten Style-Inspirationen geht. Und zwischendurch einen Blick hinter die Kulissen von Ana Alcazar wirft, um über People, Shootings und den ganz normalen Wahnsinn eines kreativen Labels zu berichten.

1 Kommentar

  • Avatar Monica says:

    Hallo Christine

    Welche Marken haben hochwertigen Webpelz? Da ich eine grosse Grösse trage, muss ich einen auf Mass erstellen lassen, möchte aber wirklich 1A Qualität, welche hochwertig aussieht und wirklich warm gibt.
    Vielen Dank für Deine Hilfestellung!

    Lieben Gruss
    Monica aus der Schweiz

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