Mai 30, 2019

Zeig her deine Tasche! Kleines 1×1 der Taschenformen

Taschen machen Leute. Das ist – wenn man dem Designer Tom Ford glauben darf – kein Klischee, meine Damen! Wir wissen: Eine Handtasche unterstreicht nicht nur die Persönlichkeit einer Frau, sie ist auch unsere treueste Begleiterin. Wir transportieren darin alles, vom Lieblingsroman bis zum Lippenstift. Klar, eine Handtasche gibt uns irgendwie Sicherheit, sie ist sozusagen wie das Zuhause, das man über der Schulter trägt. Kein Wunder also, dass die Handtasche das wichtigste Accessoire überhaupt geworden ist.

Einige Taschenmodelle haben sogar Kult-Charakter erreicht. Auf eine echte Birkin-Bag von Hermès muss man unter Umständen bis zu einem Jahr warten, dasselbe gilt für die Kelly-Bag aus dem gleichen Haus. Beiden Modelle gelten als das ultimative Status-Symbol, um deren Entstehung sich zahlreiche Mythen ranken. Die teuerste Birkin Bag besteht übrigens aus Krokodilleder und ist mit Diamanten besetzt. Ein solches Modell wurde 2016 für stolze 298.000 Dollar versteigert.

Versteht sich von selbst! Die Fashion Zwillinge Mary-Kate und Ashley Olsen haben natürlich eine der begehrten Kelly Bags.

Legendär ist auch eine Tasche aus dem Hause Chanel. Sie trägt statt eines Namens nur die Nummer 2.55. Diese Bezeichnung bekam sie durch das Datum ihrer Entstehung, Februar 1955. Die Chanel 2.55 gilt seit ihrer Geburtsstunde als absoluter Klassiker und punktet mit ihrem eleganten Design und den langen Schulterriemen.

A propos Schulterriemen: Die Vielfalt der unterschiedlichen Handtaschenmodelle ist gigantisch und dementsprechend unübersichtlich. Was ist der Unterschied zwischen Satchel und Saddlebag? Wie trägt man eine Clutch? (Achtung, NICHT Klatsch geschrieben, das sieht man leider immer wieder!) Und worin unterschiedet sich eine Messenger Bag von einer Crossbody Bag? In meinem kleinen 1×1 der Taschenformen erfahrt ihr es. Hier also für alle, die sich echtes Fachwissen aneignen wollen, ein kleiner Ratgeber über die gängigsten Taschenmodelle von A wie Aktentasche bis  W wie Wristbag.

Aktentasche

Der Klassiker unter den Herrentaschen, doch auch für Damen ein unverzichtbares Business-Accessoire. Die Aktentasche hat ein latent verstaubtes Image (Ich bin Zuhause, Schatz!), doch sie feiert immer wieder ein Comeback. Zuletzt als Laptoptasche für alle Freelancer, Studierenden, Co-Working-Space Nutzer und Travelblogger.


Baguette Bag

1997 entwarf Fendi das Taschenmodell “Baguette” und setzte damit einen Trend, der bis in die Nullerjahre reichte. Die Baguette ähnelt in ihrer Form der Clutch, ist aber mit kurzen Henkeln ausgestattet, sodass man sie sich unter die Achsel klemmen kann. Die Baguette, Sinnbild der späten 90er, droht derzeit mit einem Comeback.


Bowling Bag

Eine Tasche mit Kultstatus. Sie ist geräumig und wirkt durch ihr relativ klobiges Design und ihre zwei stabilen Henkel eher sportlich. Louis Vuitton hat mit seiner Speedy Bag die Bowlingtasche neu erfunden und ihr zu Kultstatus verholfen. Klobig wirkt sie aber immer noch.

 


Bucket Bag

Wie der Name schon sagt, ähnelt eine Bucket Bag von der Form her einem Eimer. Sie ist oft aus stabilem Material gefertigt und kommt meist als Shoulderbag mit langen Riemen, gelegentlich auch als Rucksack daher. Von anderen Beuteltaschen unterscheidet sich die Bucket durch ihren festen Boden.

 

 

 


Clutch

Sie ist die Kleinste und Eleganteste unter den Handtaschen. Auf Deutsch bedeutet ihr Name soviel wie „Festhalten“ oder „Umklammern“ und das sagt im Grunde alles aus, was man über dieses Handtaschenmodell wissen muss: Ihr habt damit nur eine Hand frei, denn die andere hält die Clutch. Profis halten sie übrigens elegant am oberen Ende mit den Fingerspitzen fest. Die bekanntesten Clutch-Formen sind übrigens die Envelope Bag und die Minaudière Bag. Sie sind die klassischen Minihandtaschen für elegante Abendgarderobe.


Crossbody Bag

Wenn ihr jemals BriefträgerIn wart oder werden möchtet, solltet ihr die Crossbody Bag kennen. Ihr Kennzeichen: ein langer Schulterriemen, mit dem ihr die Tasche quer über dem Oberkörper tragen könnt und somit praktischerweise beide Hände frei habt. Crossbody Bags gibt es zum Beispiel als Messenger Bags, oder auch in einer kleineren und eleganteren Variante.


Envelope Bag

Die Envelope Bag ist geformt wie ein Briefumschlag (wie der Name schon sagt) und gehört zur Familie der Clutchbags. Sie ist eine klassische Abendhandtasche und passt hervorragend zu langen Roben.


Hip Bag (aka Fanny Pack)

Mit ihr verbinden viele eine Art Hass-Liebe. Oder auch einfach nur Hass. Die Hip Bag ist das Trauma jeder 90er Jahre Kindheit, feiert aber gerade ein fulminates Comeback unter der Generation Y und Z. Früher – als sie noch Wimmerl hieß – üblicher- und peinlicherweise von Vätern beim Familienausflug getragen, ist die Hip Bag heute ein It-Piece und wird von Stars und Sternchen zu jedem Anlass getragen. Ihr Kennzeichen: Man schnallt sie sich um den Bauch. Die Hip Bag zeigt: Es gibt keine Tabus mehr.


Hobo Bag

Unter Hobo Bags versteht man halbmond- oder sichelförmige Taschen, die meistens mit Schulterriemen versehen sind. Sie bestehen vorwiegend aus weichen Materialien wie Leder, Wildleder oder softem Kunstleder und bestechen durch ihre lässige und legere Optik. Der Name kommt übrigens vom englischen Wort für Landstreicher. Oft unterstreichen Applikationen oder Stickereien den Boho-Stil.

 


Messenger Bag

Sie ist eine Mischung aus Crossbody Bag und Aktentasche: Messenger Bags sind geräumig genug, um Laptop und Co. unterzubringen und sie sind mit einem stabilen Schultergurt ausgestattet. Damit ist die Messenger Bag die ideale Business-Tasche, eignet sich aber auch für die Freizeit. Ihr besonderes Kennzeichen: Ihr Überschlag, mit dem die Tasche ihren Inhalt vor Regen und Schmutz schützt.


Micro Bag

Eins vorweg: Sie sind winzig. Das ist im Grunde schon alles, was man über die derzeit angesagten Micro Bags wissen muss. Micro Bags können entweder kleine Henkeltaschen oder auch Shoulderbags im Mini-Format sein. Die Trend Teile sind seit 2018 in aller Munde und dazu noch super praktisch weil sie besonders handlich sind. Mehr als Kreditkarte und Lippenstift solltet ihr aber nicht dabei haben.


Minaudière

Eine klassische (und berühmte) Variante der Micro Bag und der Clutch ist die Minaudière. Der Designer Charles Arpels erfand die elegante Abendtasche im Jahr 1930. In der Originalfassung ist die kleine elegante Abendhandtasche aus Metall gefertigt und mit bunten Edelsteinen oder Strass verziert. Damit ist die Minaudière die vielleicht schönste und kostbarste Abendhandtasche und sollte nur besonderen Gelegenheiten vorbehalten sein.


Pochette

Auch die Pochette ist eine Verwandte der Clutch. Als Pochette bezeichnet man eine kleine und besonders flache Tasche, die meist ohne Henkel oder Griffe, dafür aber gelegentlich mit schmalem Schulterriemen versehen ist. Man trägt sie, wie auch die Clutch, die Minaudière oder die Envelope, meist zu eleganter Abendgarderobe.


Rucksack

Der Allrounder unter den Taschenformen. Ihn gibt es in allen möglichen Varianten, von rustikal bis elegant, von winzig bis riesig. Vor allem Rucksäcke aus Leder oder Canvas sind in den letzten Jahren absolut trendy geworden und ersetzen vielfach die klassischen Handtaschenformen wie Henkeltaschen oder Shoulderbags. Der Grund: Sie sind einfach unheimlich praktisch.

 

 


Saddle Bag

Sie ist ein richtiges Trend-Teil. Die Saddle Bag war schon 2018 aus der Fashionwelt nicht weg zu denken und hat sich inzwischen einen festen Platz erobert. Die berühmte Saddle Bag von Dior war jedoch schon in den Nullerjahren im Fokus der Modeindustrie, da nämlich wurde sie von Carrie Bradshaw in „Sex And The City“ getragen. Kennzeichnend für die Saddle Bag ist ihre charakteristische Form, die an einen Pferdesattel erinnern soll.


Satchel

Eine Satchel Bag bezeichnet im Grunde jede große, querformatige Handtasche mit Henkeln oder Riemen. Viele Satchels haben einen Überschlag mit Schnallenverschluss und erinnern damit ein wenig an einen Schulranzen oder an Messenger Bags. Vielfach bezeichnet man jedoch auch ganz normale Shopper oder Beuteltaschen als Satchels.

 


Shopper

Wie der Name schon sagt, sind Shopper Bags vor allem für ausgedehnte Einkaufsbummel konzipiert worden. Will heißen: Man kann dort alles hinein werfen, was so herum fliegt – die Tasche ist wirklich bodenlos, weil unheimlich groß. Klassischerweise sind Shopper große Henkeltaschen, die man über der Schulter tragen kann.

 


Tote Bag

Tote bedeutet soviel wie Tüte (to tote = tragen) und hier ist der Name auch Programm. Totes sind Taschen im Hochkant-Format, die meist mit zwei Schulterriemen versehen sind. Die Taschen sind meist offen ohne Schnallen oder Reißverschlüsse und bieten höchstmöglichen Tragekomfort auch bei mehr Inhalt in der Tasche. Vom Jutebeutel bis hin zu Shopper – überall dort, wo viel reingeht, steht Tote drauf. Ein echter Allrounder, der für Arbeit, Schule, Uni und Freizeit gleichermaßen geeignet ist.

 

 


Trapez Bag

Seitliche Flügel sind das Merkmal der Trapez-Tasche. Oft sind Corpus und Flügel der Tasche unterschiedlich gefärbt oder aus unterschiedlichen Materialien gefertigt, um die Trapezform zu unterstreichen. Trapez Bags sind fast immer mittelgroße Henkeltaschen, können aber auch mit Schulterriemen versehen sein.

 


Weekender

Ähnlich wie Shopper, sind Weekender-Taschen wahre Raumwunder. In eine Weekender Bag bekommt man tatsächlich alles, was man für einen Wochenendausflug benötigt, sogar ein Paar Schuhe, wenn es sein muss. Damit sind Weekender eine Mischung aus Hand- und Reisetasche.


Wrist Bag (auch Wristlet)

Wie eine Clutch, nur besser: Wristbags sind die Antwort für alle, die es hassen, nur eine Hand frei zu haben. Ihr Markenzeichen: Ein kurzer Riemen, mit dem man die Tasche ans Handgelenk hängen kann. Praktisch, klein und unheimlich stylisch.

 


Fehlt eine Taschenform in meiner Liste? Was ist eure Lieblingsbag? Schreibt mir, ich freu mich drauf!

 

Joana

von

Betreibt eine kreative Wortschmiede. Kosmopolitisch, interkulturell, bunt. In love with: Denim, Strick und Loafers in allen Formen und Farben. Außerdem: Color Blocking und punkige Stilbrüche. Geht gar nicht: Pailletten, Crop Tops, Samt.

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