Rotweinfleck auf Teppich
Mrz 29, 2018

Rotweinflecken entfernen – die 11 besten Hausmittel

Ein Fleck auf der Lieblingsbluse kann einem ganz schön den Tag versauen, umso schlimmer, wenn es sich um etwas so Auffälliges wie Rotwein handelt. Jeder, der schon einmal eine weiße Tischdecke mit einem schönen Merlot kombiniert beziehungsweise ruiniert hat, weiß wovon ich spreche: Das Zeug ist wirklich schwer rauszubekommen! Das liegt vor allem an den Gerbstoffen wie Tannin, das den Wein einerseits köstlich herb schmecken lässt, andererseits aber auch einfach fiese Flecken macht. Gerbstoffe werden in der Textilindustrie vor allem verwendet, um Leder haltbar zu machen – ihr könnt euch also vorstellen, wie stark und hartnäckig sich diese Stoffe in Textilien anlagern. Der Farbstoff in Rotwein, das sogenannte Aglykon, ist zudem schlecht wasserlöslich, was die Fleckenentfernung umso schwieriger macht.

Wenn man es jedoch geschickt anstellt und sofort reagiert, kann man selbst Rotwein ohne Rückstände aus den Textilien bekommen. Als Faustregel gilt: Je frischer der Fleck, umso leichter geht er raus. Dabei solltet ihr nach folgender Reihenfolge vorgehen: Aufsaugen, Verdünnen, Bleichen.

Diese elf Tipps helfen euch dabei, Rotweinflecken zu entfernen

Schadensbegrenzung mit Salz, Stärke & Co.
Verdünnen mit Mineralwasser
Zitronensaft oder Essig
Die Weißwein Methode
Darauf ein Schnäpschen
Universalmittel Fensterreiniger
Waschmittel
Trockenshampoo bei empfindlichen Fasern
Waschpulverpaste
Klassiker Gallseife
Sonnenlicht bei weißen Textilien

Rotweinfleck mit Salz bestreut

Direkt nach dem Malheur den Fleck mit Salz bestreuen

Tipp 1: Schadensbegrenzung mit Salz

Salz auf frische Rotweinflecke ist ein bekanntes Mittel, das ihr wahrscheinlich alle schon einmal gehört, oder ausprobiert habt. Der Haken dabei: Salz löst den Fleck nicht auf, sondern saugt nur die Flüssigkeit auf. Eine großzügige Menge Salz auf den ganz frischen Rotweinfleck zu kippen, dient also lediglich der Schadensbegrenzung und  verhindert, dass sich der Wein ausbreitet. Auch das Hausmittel Speisestärke funktioniert nach diesem Prinzip. Eine einfache Serviette oder ein Geschirrtuch funktionieren aber genauso gut. Wichtig dabei: Nicht reiben, nur tupfen! Und das immer von außen nach innen, damit ihr den Fleck nicht vergrößert. Ebenfalls wichtig: Achtet unbedingt darauf, nicht abfärbende Servietten oder Schwämme zu benutzen, sonst habt ihr es nicht nur mit Rotweinflecken, sondern auch mit Farbflecken zu tun.

 

Tipp 2: Verdünnen mit Mineralwasser

Habt ihr die überschüssige Flüssigkeit wie oben beschrieben mit Salz, Stärke oder einem sauberen Geschirrtuch aufgesaugt, solltet ihr, wenn möglich, viel Wasser auf den Fleck gießen. Mineralwasser mit viel Kohlensäure hilft am besten dabei, den Rotweinfleck zu verdünnen. Tischdecken oder Kleidungsstücke könnt ihr gut eine zeit lang in Mineralwasser einlegen, Teppiche und Polstermöbel vertragen zu viel Wasser hingegen leider schlecht. Hier solltet ihr das Wasser sofort wieder mit einem trockenen (weißen) Tuch abtupfen und die Prozedur gegebenenfalls mehrmals wiederholen. Um Stockflecken zu vermeiden solltet ihr, wenn ihr den Fleck erfolgreich entfernt habt, das Polster oder den Teppich trocken föhnen.

 

Tipp 3: Bleichen mit Zitronensaft oder Essig

Zitronensaft ist ein natürliches Bleichmittel und neutralisiert die Gerbstoffe im Rotwein. Wer schon einmal Schwarztee mit Zitrone getrunken hat, kennt den Effekt: Die Flüssigkeit wird heller. Wenn der Fleck durch die Mineralwasserkur bereits verdünnt und verblichen ist, kann Zitronensaft unter Umständen den Rest erledigen und den Fleck gänzlich zum Verschwinden bringen. Auch Essig (am besten ist Weißweinessig oder Apfelessig) hat denselben Effekt. Konzentrierte Essigessenz oder Zitronensäure solltet ihr hingegen mit Vorsicht benutzen, da diese Mittel relativ aggressiv sind und die Fasern stark angreifen können.
Aber einen Haken hat die Sache: Zitronensaft und andere (chemische) Bleichmittel greifen jegliche Farbe an, nicht nur die des Rotweins. Ihr solltet dieses Hausmittel also nur auf weißen Stoffen anwenden, oder wenn ihr ganz sicher seid, dass eure Textilien farbecht sind. Im Zweifelsfall lieber an vorher einer unauffälligen Stelle testen!

 

Tipp 4: Feuer mit Feuer bekämpfen – Die Weißwein Methode

Immer wieder hört man, dass Weißwein oder Sekt Rotweinflecke neutralisiert. Die Wirkung ist ähnlich wie die von Zitronensaft und Mineralwasser – die Weinsäure wirkt leicht bleichend, die Kohlensäure von Sekt verdünnt den Fleck. Perlender Sekt vereint also beide Vorteile und hat die beste Wirkung. Mineralwasser und Zitronensaft sind jedoch die günstigeren Alternativen zu teurem Weißwein oder Champagner.

Klare Schnäpse gekühlt

Klare Schnäpse sind auch zum Beseitigen von Rotweinflecken geeignet

Tipp 5: Darauf ein Schnäpschen

Einige Leute schwören auch auf klaren Schnaps zum Beseitigen von Rotweinflecken. Der hat denselben Effekt wie Omas gutes altes Waschbenzin, nämlich indem er als Lösungsmittel wirkt. Besonders auf schwer zu reinigenden Textilien wie Teppichen oder Polstermöbeln kann ein kräftiger Schuss Vodka, Korn oder Ouzo helfen – Wunder dürft ihr hier aber nicht erwarten. Am besten funktioniert die Methode, wenn ihr den unverdünnten Schnaps in eine Sprühflasche füllt und mehrmals auf den Fleck sprüht. Nehmt den Schnaps anschließend mit einem feuchten Tuch ab und wiederholt dieses Vorgehen so oft wie nötig.

 

Tipp 6: Universalmittel Fensterreiniger

Im Film „My big Fat Greek Wedding“ wird Fensterreiniger als Universalmittel verwendet – von der Hautpflege bis hin zum Fleckentferner. Tatsächlich ist Fensterreiniger als Lösungsmittel mindestens genauso effektiv wie Schnaps oder Benzin. Ein Versuch ist es also wert, vor allem wenn ihr noch getrocknete Rotweinrückstände auf euren Textilien habt. Achtet aber unbedingt darauf, nur klaren Fensterreiniger zu verwenden und nicht den Gefärbten. Alternativ könnt ihr auch Spiritus oder Salmiakgeist verwenden, wenn es sich bei dem verschmutzten Kleidungsstück nicht gerade um Seide, Wolle oder Kaschmir handelt. Und auch hier gilt: Bitte vorher an einer unauffälligen Stelle testen!

 

Tipp 7: Waschmittel

Nachdem ihr dem Rotweinfleck eine Kur aus Salz, Mineralwasser und Alkohol verpasst habt und der Fleck noch immer zu sehen ist, solltet ihr das Textil vorsichtig mit Flüssigwaschmittel behandeln. Wenn der Fleck schon nahezu entfernt ist und nur noch ein leichter Schatten zurück geblieben ist, könnt ihr das Teil einfach in die Waschmaschine geben und das Beste hoffen. Bei stärker verschmutzten Teilen oder Textilien die nicht waschbar sind, wie zum Beispiel ein Teppich, verwendet ihr am besten einen großporigen (nicht abfärbenden!) Schwamm und eine großzügige Menge Flüssigwaschmittel. Tupft das unverdünnte Waschmittel auf den Fleck, lasst es einige Zeit (mindestens 15 Minuten) einwirken und spült das Ganze vorsichtig mit lauwarmem Wasser aus. Gegebenenfalls könnt ihr das Waschmittel auch mit kohlensäurehaltigem Mineralwasser aufschäumen. Wiederholt diese Prozedur so lange wie nötig. Wichtig hierbei: Nie heißes Wasser verwenden!

 

Tipp 8: Trockenshampoo bei empfindlichen Fasern

Eins vorweg: Rotweinflecke auf Naturfasern können richtig fies sein und die Chancen stehen nur 50:50, dass ihr den Fleck jemals wieder heraus bekommt. Ein Versuch ist es aber auf jeden Fall wert. Wolle, Seide und Kaschmir solltet ihr niemals mit aggressiven Mitteln wie Alkohol, Zitronensäure oder gar Spiritus zu Leibe rücken. Auch herkömmliches Waschmittel ist nicht geeignet. Wenn ihr einen Rotweinfleck auf Wollpullovern, Seidenblusen oder Kaschmirschals habt, könnt ihr stattdessen mit Trockenshampoo versuchen, den Fleck zu lösen: Sprüht das Shampoo vorsichtig aus etwa 10 cm Entfernung auf den Fleck und lasst es eine halbe Stunde einwirken. Danach könnt ihr die Rückstände mit einer weichen Kleiderbürste vorsichtig ausbürsten. Möglicherweise müsst ihr diesen Vorgang mehrmals wiederholen.

Frau mit Trockenshampoo

Nicht nur zum schnellen Haare waschen geeignet: Trockenshampoo.

Tipp 9: Bei alten Rotweinflecken hilft Waschpulverpaste

Ist der Fleck schon getrocknet, könnt ihr unempfindliche Textilien mit einer Paste aus Waschpulver behandeln: Rührt eine halbe Tasse Waschpulver mit etwas Wasser zu einem Brei an und arbeitet diese Mischung mit einer Bürste kräftig in den Fleck ein. Nach einer mehrstündigen Einwirkzeit könnt ihr das Teil einfach in die Waschmaschine geben – der Fleck sollte anschließend mindestens um mehrere Nuancen heller, oder – mit etwas Glück – ganz verschwunden sein.

 

Tipp 10: Klassiker Gallseife

Omas Universalhausmittel Gallseife hilft nicht nur bei fiesen Gras- und Fettflecken, sondern auch bei Saft- und Weinflecken. Die Prozedur ist ähnlich wie bei der Waschpulverpaste, nur solltet ihr die Gallseife vor dem Waschgang in der Maschine ausspülen, um Seifenrückstände zu vermeiden. Gallseife eignet sich übrigens auch prima für empfindliche Textilien wie Wolle oder Seide – allerdings solltet ihr diese nicht zu stark reiben, sondern lediglich leicht antupfen.

 

Tipp 11: Bei weißen Textilien hilft Sonnenlicht

Bei Flecken von Gerbstoffen geht alles ums Bleichen. Wenn ihr alle obigen Hausmittel angewendet habt und immer noch ein leichter Rotweinschatten zu sehen ist, dann hilft nur noch eines: Ab in die Sonne! Sonnenlicht bleicht Textilien (und die darin befindlichen Flecken) aus und kann sozusagen das Tüpfelchen auf dem i sein, wenn es darum geht auch noch den letzten Rest Rotwein aus dem Tischtuch zu bleichen. Allerdings ist diese Methode wirklich nur für weiße Textilien zu empfehlen, da nicht nur der Fleck, sondern auch das Textil selbst durch die Sonne gebleicht wird.

Habt ihr noch weitere Hausmittel, um Rotweinflecke zu entfernen? Ich bin gespannt, was bei euch funktioniert hat und was nicht!

Joana

von

Betreibt eine kreative Wortschmiede. Kosmopolitisch, interkulturell, bunt. In love with: Denim, Strick und Loafers in allen Formen und Farben. Außerdem: Color Blocking und punkige Stilbrüche. Geht gar nicht: Pailletten, Crop Tops, Samt.

1 Kommentar

  • Manhattan28 says:

    Das Bild erinnert sehr stark an diese Werbungen für Teppichreiniger 😉 Aber stimmt, ist schon ärgerlich. Ich glaube, da kommt auch jede Putzfrau zu spät. Da muss man am besten gleich ran und die entsprechenden Massnahmen einleiten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.