Jun 21, 2018

Das 1×1 der Schuharten

Selbst eingefleischte Schuhfanatikerinnen kommen bei diesem Thema schon mal ins Schleudern. Kein Wunder, gibt es doch gefühlt mehr Schuharten, als es Primzahlen gibt… Von Ankleboots zu Zehentrenner, von Car Shoes über Mukluks bis hin zu Wedges – das ABC der Schuharten liest sich zum Teil wie eine Enzyklopädie der lustigsten Wortschöpfungen.

Doch echte Fashionprofis wissen: zwischen den einzelnen Schuharten liegen ganz gravierende Unterschiede. Damit ihr beim Online Shopping künftig nicht mehr mit einem großen Fragezeichen über dem Kopf da sitzt, habe ich euch ein kleines Einmaleins der wichtigsten Schuharten zusammen gestellt.

Welche Schuhformen gibt es?

Ankle Boots
Ballerina
Boots
Brogues
Budapester
Car Shoes
Chelsea Boot
Chucks
Clogs
Collegeschuhe
Creepers
Crocs
Derby
Desert Boots
Espadrilles
Flats
Fivefingers
Galoschen
Gladiatorsandalen
Haferlschuhe
Klompen
Loafer
Mary-Janes
Mokassins
Moon Boots
Mukluks
Mules
Overknees
Oxford
Peep-Toes
Pantoffel
Sabots
Segelschuhe
Skyscraper
Slingbacks
Slipper
Sneaker
T-Strap-Pumps
Wedges
Zehensandalen

 

Ankle Boots

Sie sind der Klassiker unter den Stiefeletten: Ankle Boots sind stabile Stiefel mit kurzem Schaft, der nicht höher als bis zum Knöchel (engl. Ankle) geht. Ankleboots gibt es mit und ohne Absatz und in ganz verschiedenen Ausführungen.

 


Ballerinas

Ballerinas haben ihren Namen von den zarten Schuhen, die Balletttänzerinnen tragen. Kennzeichnend für Ballerinas ist die flache Sohle und die abgerundete Spitze. Ballerinas wirken, wie der Name schon nahelegt, sehr feminin und mädchenhaft und sind gerade wegen ihrer flachen Sohle sehr bequem zu tragen.


Boots

Unter dem Sammelbegriff Boots werden alle Stiefelformen zusammengefasst, von Ankleboots, über Bikerboots bis hin zu Cowboystiefeln und Overknees.

 


Brogues

Schuhe mit Lochverzierung werden als Brogues bezeichnet. Darunter fallen zum Beispiel die Budapester. Dabei ist der Begriff etwas irreführend, denn Brogues waren ursprünglich schottische Hirtenschuhe mit Löchern, durch die eingedrungenes Wasser leichter abfließen konnte. Heute findet man Brogues vor allem in der gehobenen Herrenschuhmode.


Budapester

Sie sind ein Klassiker unter den Herrenschuhen und seit einigen Jahren auch in der Damenwelt angekommen. Budapester kennt man in Ungarn seit vielen hundert Jahren, dort nämlich liegt die Wiege dieses charakteristischen Schuhmodells. Kennzeichnend für Budapester ist die typische Lochverzierung und die breiten, stablien Leisten. Als klassische Herrenschuhe haben Budapester bei Frauen eine androgyne Wirkung und können sich daher super für Stilbrüche eignen.


Car Shoe

Die Marke Car Shoe wurde in den 1960ern gegründet und kam im autobegeisterten Amerika jener Zeit super an: Die originalen Car Shoes sind klassische Mokkassins mit einer strapazierfähigen Gummisohle und tiefem Profil mit Noppen. Die Idee: Gerade Rennfahrer haben damit optimalen Grip. Ganz nebenbei sind Car Shoes auch noch sehr bequem.


Chelsea Boots

Die Unisex Schuhe sind eine zeitlose Variante von Ankleboots und wurden bereits 1830 vom persönlichen Schuhdesigner von Queen Victoria entworfen. Chelsea Boots erkennt man an der halbrunden Spitze und dem Gummieinsatz an den Seiten.

 


Chucks

Chucks haben längst Kultstatus erreicht. Die unverwechselbaren Sneaker aus Leinenstoff mit der weißen Gummikappe waren nicht nur die Lieblingsschuhe von Rocklegenden wie Kurt Cobain, sondern wurden ursprünglich als Basketballschuhe konzipiert. Die Firma Converse hat übrigens bislang über eine Milliarde dieser Schuhe verkauft, damit sind Chucks das mit Abstand erfolgreichste Schuhmodell der Welt. Mit vollem Namen heißen Chucks übrigens Chuck Taylor All Stars. Die beliebten Treter gibt es in allen möglichen Farben und Materialien, die originalen Chucks waren übrigens schwarz mit weißer Sohle.


Clogs

Clogs sind typische Freizeitschuhe und haben ihren Ursprung in den Holzschuhen der Niederländer. Die pantoffelartigen Clogs mit Halteriemen über der Ferse werden oft von Kindern getragen, man sieht aber auch immer wieder Modelle für Erwachsene, wie diesen mega-stylischen Plateauclog von Balenciaga.


College Schuhe (auch Penny Loafers)

Kein Preppy Look ohne College Schuhe. Die flachen Loafers mit der charakteristischen Schaftbrücke gehören zum typischen 50s College Look wie Tweedblazer und Faltenröcke. Erkennbar sind College Schuhe übrigens an dem etwa fingerbreiten Schaftbrücke (die häufig einen Schlitz aufweist), der den Schuh über dem Rist verziert. Daher kommt übrigens auch der Name Penny Loafers, denn Collegestudenten haben in diesem Schlitz gern einen Glückspenny für Prüfungen versteckt.


Creepers

Gleich ein paar Zentimeter größer wird man mit Creepers – flachen Halbschuhen mit extra dicker Kreppsohle. Creepers wurden ursprünglich in den 1930ern und 40ern von britischen Soldaten getragen, da die dicke Sohle vor Regen, Matsch und heißem Wüstensand schützte. Später fanden Creepers ihren Einzug in die Rockabilly Szene und sind dort bis heute nicht mehr weg zu denken.


Crocs

Die synthetische Variante von Clogs hatte vor allem in den frühen 2000ern eine Menge Fans. Die typischen Gummischuhe mit Lochmuster fanden nicht nur als Kinderschuhe und Gartenschuhe Verwendung, sondern ersetzten teilweise sogar die Flipflops als beliebte Sommerschuhe. Das Praktische: Sie sind nicht nur wasserfest, sondern auch ultraleicht und mega-bequem.


Derbys

Sie sind, neben den Budapestern, der zweite Klassiker unter den Herrenschuhen. Derby Shoes sind durch einen besonders hohen Schaftschnitt gekennzeichnet, der heute bei vielen Schuhmodellen verwendet wird. Die zeitlose Eleganz von Derby Schuhen machen dieses Modell absolut vielseitig.


Desert Boots

Solltet ihr je in die Verlegenheit kommen, eine Wüstenwanderung zu unternehmen, ist das Schuhwerk der Wahl vermutlich dieser Klassiker. Wie die Creepers wurden die Desert Boots ursprünglich für das Militär entwickelt. Die Leichtgewichte unter den Halbschuhen zeichnen sich durch ihre flache Sohle und ihre vier Ösen (zwei pro Seite) aus. Desert Boots stehen Männern und Frauen gleichermaßen und passen super zu Chinos oder Jeans.


Espadrilles

Es ist der Urlaubsschuh schlechthin. Espadrilles haben ihren Ursprung im heißen und trockenen Baskenland, wo sie Teil der traditionellen Tracht sind. Als Sommerschuhe wurden die Leinenschuhe mit der geflochtenen Bastsohle erstmals in den 1980ern beliebt – dieser Trend ist bis heute ungebrochen. Espadrilles zählen sicher nicht zu den robustesten Schuhen (meist ist die Sohle nach einem Sommer durchgelaufen), aber dafür sind sie preisgünstig und in vielen verschiedenen Variationen zu haben.


Flats

Als Flats werden alle Schuhe ohne Absatz bezeichnet. Der Begriff gilt also gleichermaßen für flache Sandalen und Halbschuhe wie Mokassins, Loafers, Slippers oder Budapester. Auch Ballerinas sind klassische Flats. Waren bis vor wenigen Jahren in der Damenmode hauptsächlich Highheels gefragt, liegen heute Flats absolut im Trend und werden zu den unterschiedlichsten Gelegenheiten getragen.


Fivefingers

Die vielleicht ungewöhnlichsten Schuhe in diesem 1×1 der Schuharten sind die Trainingsschuhe der Marke Vibram, die heute vielfach kopiert werden. Fivefingers wurden ursrpünglich als Natural Running Shoes konzipiert, die Läufern ein natürliches Barfuß-Gefühl ermöglichen sollten. Fivefingers zeichnen sich nicht nur durch die extreme Flexibilität der Sohle aus, sondern vor allem dadurch, dass sie jeden Zeh einzeln umschließen.


Galoschen

Praktisch wie Gummistiefel, vor allem wenn man feines Schuhwerk schützen möchte: Galoschen sind einfache Überziehschuhe  meist aus dünnem Gummi, die dazu benutzt werden, nicht-wasserdichte Schuhe vor Regen, Schnee und Matsch zu schützen, oder aber empfindliches Parkett vor grobem Schuhwerk.


Gladiatorsandale (auch Römersandalen)

Sie werden, aus ziemlich offensichtlichen Gründen auch Römersandalen genannt und passen nicht nur zu Tunika oder Toga, sondern natürlich besonders gut zu kurzen Röcken und  Sommerkleidern. Die Riemen werden teils bis zu den Knien geschnürt, was die Waden betont.


Haferlschuhe

Sie sind ein Muss für alle  Trachtenfans, Oktoberfestenthusiasten und Volksfest-Gänger. Haferlschuhe sind Teil der bayerischen Tracht, zu der auch Lederhosen, Wams und Trachtenjanker gehören. Traditionell werden die robusten Halbschuhe übrigens mit dicken Wollsocken getragen.


Klompen

Klompen findet man heute kaum noch, doch die niederländischen Holzschuhe haben eine lange Tradition. Sie wurden fast ausschließlich aus weichem Pappelholz gefertigt, das sich leicht verarbeiten lässt und sehr langlebig ist. Holzschuhe haben ihren Ursprung in Norddeutschland und den Niederlanden.


Loafers

Als Loafers werden alle Halbschuhe mit flachem Absatz bezeichnet, die keinen Verschluss aufweisen, also zum einfachen Hineinschlüpfen gemacht sind. Zu den Loafers gehören zum Beispiel die Pennyloafers oder Collegeschuhe, oder auch die klassischen Tasselloafer, die am Vorderfuß mit Ziertroddeln (sogenannten Tasseln) geschmückt werden.


Mary-Janes

Ein echter Klassiker unter den Damenschuhen sind die berühmten Mary-Janes. Die Namensgeberin für dieses verspielt wirkende Schuhmodell ist eine amerikanische Comicfigur aus dem Comic Buster Brown. Als Mary-Janes werden heute verschiedene Modelle von Strap- und Spangenschuhen bezeichnet. Allen gemeinsam ist die runde bis halbrunde Schuhspitze und der charakteristische Riemen über dem Spann.


Mokassins

Sie sind wohl das Urmodell aller Schuhe: Mokassins gelten als die ältesten Schuhe der Welt und wurden in dieser Form schon von den Menschen in der Steinzeit gefertigt. Bekannt sind Mokassins auch aus der Kultur der amerikanischen Ureinwohner, die ihre charakteristischen Lederschuhe besonders aufwändig verziert haben. Dass Mokassins auf eine so lange Geschichte zurück blicken, hat mit ihrer denkbar einfachen Form zu tun: Ursprüngliche Mokassins bestehen aus nur zwei Lederstücken: Einem breiten Streifen, der für die Sohle und die Seiten verwendet wurde, und einem schmalen Stück für die Oberseite. Das breite Sohlenstück wird nach oben geklappt und mit dem oberen Streifen vernäht – das ergibt die charakteristische Schuhform.


Moonboots

Der Kultschuh der 80er feierte erst kürzlich sein Revival. Moonboots sind besonders klobige Winterstiefel aus leichtem Synthetikmaterial, die besonders dick gefüttert sind. Durch ihre Form erinnern sie an die Stiefel von Raumfahrern, daher der Name. Ab den 2010er erlebte der Moonboot vor allem bei den Winterfrischlern in Aspen ein Comeback, der Trend schwappte bald nach Europa und kann heute auch in Kitzbühel und Co. beobachtet werden.

 

 


Mukluks

Der Name Mukluk stammt aus der Sprache der Inuit und bedeutet schlicht „Stiefel“. Mukluks sind also das typische Schuhwerk der arktischen Ureinwohner und wurden traditionell aus Seehundfell gefertigt. Heute werden Mukluks auch aus Kunstfell gefertigt und werden von vielen Herstellern als  optimale Outdoorstiefel verkauft.

 

 


Mules

Schneller an- und ausgezogen ist kaum ein Schuh. Mules, auch Pantoletten genannt, sind einfache Schlüpfschuhe, die hinten offen sind und damit die idealen Sommerschuhe sind. Es gibt sie in unzähligen Variationen, von Sandalen mit und ohne Absatz bis hin zu vorne geschlossenen Modellen oder Peeptoes.


Overknees

Overknee Stiefel sind seit den 1960ern zeitlose Klassiker. Damals kamen die Stiefel mit dem extralangen Schaft zur selben Zeit auf, wie der Minirock – ein echtes Dreamteam sozusagen. Und kein Wunder, die Kombi aus Overknees und Miniskirt ist, wie keine andere, besonders sexy und feminin.


Oxford

Genau wie Derbys sind Oxford Schuhe klassische Herrenschuhe, die eher im Businesskontext getragen werden. Typisch für Oxfords ist die abgesetzte Kappe.

 


Peeptoes

Sie wurden vor allem in den 1950ern zum Trend: Peeptoes sind eine charmante Mischung aus spitzen Pumps und Sandalen: Die Spitze fehlt, sodass die ersten beiden Zehen zum Vorschein kommen.

 

 


Pantoffel

Der Name leitet sich ab von „Pantoufle“, dem französischen Wort für Hausschuh, und als solche werden sie auch gebraucht. Typisch für Pantoffeln ist das Fehlen des Fersenteils – das macht sie zu Verwandten der Mules, oder Pantoletten.


Sabots

Ebenfalls eine Form der Pantoletten sind die Sabots, die sich von Pantoletten nur durch ihre Absatzform unterschieden. Während diese nämlich normalerweise flach sind, haben Sabots einen höheren, klobigen Absatz.


Segelschuhe (Auch Docksiders oder Boatschuhe)

Genau wie Pennyloafers sind auch Segelschuhe charakteristisch für den sogenannten Preppy- oder College Look. Studenten der Ivy League Unis wie Harvard oder Yale machten einst die bequemen Segelschuhe als Freizeitschuhe bekannt. Das funktionale Design erinnert an Mokassins, typisch für Segelschuhe ist jedoch die Schnürung am Rand.


Skyscraper

Wer darin laufen kann, ist ein echter Highheel-Profi. Als Skyscrapers bezeichnet man nämlich extrem hohe Highheels, die durch ihr Plateau vorne noch höher werden.

 

 

 


Slingbacks

Wenn Pantoletten an der Ferse einen Riemen haben, sind es keine Pantoletten mehr, sondern Slingbacks. Der Riemen dient dem Tragekomfort, denn damit hat der Fuß einen besseren Halt, als in den hinten offenen Pantoletten. Slingbacks sind häufig elegante Pumps mit oder ohne Absatz.


Slipper

Als Slipper werden alle Schuhe bezeichnet, die sich ohne Schnürung, Klettverschluss, Riemenverschluss oder sonstiges an- und ausziehen lassen. Dazu zählen nicht nur alle Pantoletten-Formen, sondern auch Halbschuhe wie Loafers oder Mokassins.


Sneakers

Der Name Sneaker ersetzt den etwas angestaubten Begriff „Turnschuhe“, gemeint ist aber dasselbe. Sneakers sind Sportschuhe, die aber auch im Freizeitkontext getragen werden, wie zum Beispiel Chucks. Der Name kommt übrigens aus dem Englischen „to sneak“ = schleichen, da die Gummisohlen besonders geräuscharm sind.


T-Strap Pumps

Ähnlich wie Mary Janes sind T-Strap Pumps regelrechte Kultschuhe. Das Design der T-Strap Pumps stammt aus den 1920ern Jahren, weshalb diese Schuhform auch heute noch einen Hauch von Vintage verströmt. Ihren Namen haben diese Schuhe von dem T-förmigen Riemen über dem Spann.

 

 


Wedges

Keilabsätze waren in den 1970ern ganz stark im Trend und sind auch heute nicht aus der Schuhmode weg zu denken. Als Wedges werden alle Schuhmodelle bezeichnet, die über einen durchgehenden und keilförmigen Absatz von der Spitze bis zur Ferse verfügen.


Zehnensandalen (Auch Flipflops)

Zehensandalen zählen sicher zu den beliebtesten Sommerschuhen überhaupt. Der Clou dabei: der Zehentrenner neben dem großen Zeh sorgt für einen besseren Halt im Schuh.

 

Welches sind Deine Lieblingsschuhe? Habe ich bei meinem kleinen ABC eine Schuhart vergessen? Schreib mir in den Kommentaren, ich nehme weitere Schuhtypen gerne mit auf!

Joana

von

Betreibt eine kreative Wortschmiede. Kosmopolitisch, interkulturell, bunt. In love with: Denim, Strick und Loafers in allen Formen und Farben. Außerdem: Color Blocking und punkige Stilbrüche. Geht gar nicht: Pailletten, Crop Tops, Samt.

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