rückgaberecht
Apr 3, 2015

Umtausch und Reklamation

„14 Tage Rückgaberecht“ So ein Satz oder ähnliches schwirrt den meisten im Kopf herum, wenn es ums Umtauschen und Zurückgeben geht. Aber ist das wirklich so? Bis wann darf ich einen Artikel im Laden zurückgeben und wie sieht es in Onlineshops aus? Was ist mit getragener Kleidung und muss das Etikett wirklich noch dran sein? Diesen und weiteren Fragen bin ich heute mal auf den Grund gegangen, da auch ich mir oft nicht ganz sicher bin, was nun geht und was nicht. Und deshalb werde ich heute gesammelt alle Fragen zum Thema „Umtausch“ und „Rückgaberecht“ beantworten. Dazu möchte ich auch ein paar Begriffe erläutern, da hier vieles oft verwechselt wird.

Umtausch

Bei einem Umtausch handelt es sich um einen im juristischen Sinne grundlosen Umtausch. Natürlich hat der Käufer meist einen persönlichen Grund, warum er einen Artikel zurückgeben will. Bei Kleidung ist das meist so etwas wie „passt mir doch nicht richtig“ oder „lässt sich doch nicht mit der Hose kombinieren, mit der ich das eigentlich vorhatte“. Der Artikel an sich ist aber in einwandfreiem Zustand, weswegen es sich hier eben um einen „grundlosen Umtausch“ handelt. Der Umtausch ist gesetzlich nicht geregelt, das bedeutet, man hat, wenn man einen Artikel im Laden kauft, rechtlich keinen Anspruch darauf, ihn umzutauschen. Viele Läden machen das mittlerweile aus Kulanz, man sollte es aber dringend vorher klären, ob man den Artikel im Zweifelsfall umtauschen kann. Außerdem hat man hier auch kein Recht auf Zurückerstattung des Kaufpreises. Der Verkäufer kann einem genauso gut einen Warengutschein ausstellen oder den Artikel gegen einen anderen in seinem Sortiment eintauschen. Auch diese Fragen sollte man also im Zweifelsfall vorher klären.

Sachmängelhaftung

Ist ein Artikel schon fehlerhaft gekauft worden, was aber vom Kunden erst nach dem Kauf bemerkt wurde, nennt sich das „Sachmängelhaftung“. Hier ist es meist kein Problem, den fehlerhaften Artikel in einen fehlerfreien umzutauschen, der Kunde steht allerdings in der Beweispflicht, dass der Artikel beim Kauf schon beschädigt war. Wenn zum Beispiel bei einem Kleid die Naht aufgeht, es jedoch auch nach Rauch riecht, dann muss der Verkäufer davon ausgehen, dass das Kleid getragen wurde und der Kunde den Mangel selbst verursacht hat und ist in dem Fall nicht verpflichtet, den Artikel zurück zu nehmen. Diese Regelung rührt daher, dass der Gesetzgeber sagt, es ist dem Kunden zuzutrauen, dass er Mängel vor dem Kauf erkennt und sich ein Teil genau ansieht, bevor er es kauft. All das gilt natürlich nur für den Kauf in einem Laden. Zu den Regelungen für Onlineshops komme ich gleich noch.

rückgaberecht

Getragen und Ungetragen

Grundsätzlich nehmen sowohl Läden, als auch Onlineshops meist nur ungetragene Sachen zurück. „Ungetragen“ heißt in dem Fall aber natürlich nicht, dass man die Sachen nicht anprobieren darf. Wenn man also online bestellt und in einem Kleid eine halbe Stunde daheim vor dem Spiegel hin und her läuft, dann gilt das immer noch als „Ungetragen“, vorausgesetzt natürlich der Zustand des Kleides bleibt unverändert. Sobald es nach Schweiß oder Parfüm riecht oder die Katze einen Faden zieht ist das Kleid auch nicht mehr ungetragen.

Wer also etwas zurückschicken oder im Laden zurückbringen will, der sollte die Kleidung weder tragen, noch waschen, noch sonst irgendwas. Bei Schuhen sollte man da besonders aufpassen da kann die Sohle auch schon mal Abnutzungsspuren zeigen, wenn man damit nur in der Wohnung hin und her läuft. Viele Geschäfte schließen zum Beispiel bei einem Abendkleid den Umtausch von vorne herein aus, da solche Kleider nur für einen Abend gekauft werden und in der Vergangenheit wohl zu viele Kunden versucht haben, das Kleid nach diesem Abend wieder zurück zu bringen.

Rückgaberecht

Wenn man nun online oder per Telefon bestellt, dann ist das Rückgaberecht gesetzlich geregelt, da man die Ware nicht vorher in Augenschein nehmen kann und somit auch nicht weiß, ob es gefällt, passt, etc. Wichtig ist: Die Rückgabefrist beginnt mit Erhalt der Ware und nicht mit dem Bestelldatum und beträgt 14 Tage. Zumindest gibt das der Gesetzgeber vor, einige Onlineshops haben das aber ausgeweitet und bieten ein Rückgaberecht bis zu 100 Tagen an. Man muss hier übrigens keine Angabe von Gründen machen, oft möchte ein Onlineshop das aber gerne zu Evaluationszwecken. Das Rückgaberecht ist europaweit einheitlich geregelt und beträgt eben jene 14 Tage. In England betrug es bis letztes Jahr beispielsweise nur 7 Tage.

rückgaberecht Umtausch

Etiketten und Kassenbons

Im Geschäft nehmen viele die Artikel nur gegen den Kassenbon zurück. Gerade bei größeren Ketten die nur ihre eigene Marke verkaufen und ständig wechselnde Kollektionen haben, ist es aber auch ohne Bon oft kein Problem, da die Ware nur bei der Kette gekauft werden kann und aktuell sein muss wenn sie aus der momentanen Kollektion stammt. Auch bei Etiketten liegt das im Ermessen des Verkäufers. Viele nehmen Kleidung nur zurück wenn das Etikett noch dran ist, einige nehmen sie aber auch ohne Etikett oder wenn das Etikett zwar dabei ist aber nicht mehr an der Kleidung hängt. Auch darüber sollte man sich vorher informieren, damit es da nicht zu Problemen kommt. 

Grundsätzlich gilt: Online ist man eigentlich immer auf der sicheren Seite, wenn man einen Artikel binnen 14 Tagen zurück schickt. Im Laden sollte man unbedingt vorher abklären, ob das Geschäft den Artikel wieder zurück nimmt und auch ob man sein Geld wieder zurück bekommt oder beispielsweise nur einen Gutschein dafür kriegt. Der Einzelhandel macht hier größtenteils seine eigenen Regeln, die natürlich von Geschäft zu Geschäft voneinander abweichen, worüber man sich unbedingt informieren sollte wenn die Chance besteht, dass man einen Artikel nicht behalten möchte.

Rückgaberecht bei ana

In unserem Onlineshop gilt natürlich das gesetzliche Rückgaberecht von 14 Tagen. Außerdem übernehmen wir den Rückversand und sind bekannt dafür, dass unsere Kunden ihr Geld sehr schnell wieder zurück bekommen, wenn mal etwas nicht passt oder gefällt. Wer sich unsicher ist oder Fragen hat, kann sich übrigens auch gerne telefonisch oder via Mail beim Kundenservice melden. Meine Kollegen helfen immer gerne weiter.

Ich hoffe, ich konnte euch das Wirrwarr um Umtausch und Rückgaberecht ein bisschen erklären. Eigentlich ist es auch alles gar nicht so kompliziert, vorausgesetzt man weiß welcher Begriff für was steht.

Eure Anja

von

Studentin und Bloggerin. Neben meinem eigenen Blog „Stylejunction“, den ich zusammen mit meiner Mitbewohnerin betreibe, bin ich seit Februar 2014 ein Teil des ana alcazar Teams. Was ich mag: Unifarbene Kleider und Oversize Cardigans. Was ich nicht mag: Aufgewärmte Trends wie Schlaghosen und Crop Tops. Auf dem ana Blog halte ich euch über die verschiedensten Trends und Looks auf dem Laufenden, verrate euch, wie ihr euch wie die Stars stylt und gebe Modetipps.

3 Kommentare

  • Anna Wüstner says:

    Hallo und vielen Dank für den informativen Beitrag. Kaufverträge begleiten uns über den ganzen Alltag und scheint uns daher sehr unproblematisch. Dabei gibt es sehr viele Rechte und auf der anderen Seite wiederum Pflichten, die man manchmal übersieht. Ich denke man sollte sich auf jeden Fall mal beraten lassen!

  • Hildegard Müller says:

    Hallo liebes Team!
    Ich habe den Fall, dass ich Neuware bestellt habe und bei Erhalt festgestellt habe, dass die Bluse schon getragen war. Sie war mit Originalettikett versehen und eingeschweißt, wies aber im Ärmelbereich, Armbeuge Tragefalten auf.
    Nun habe ich die Bluse zurückgeschickt und der Händler verlangt von mir, dass ich 20 Euro bezahlen soll, da ich die Bluse getragen hätte.
    Ich hatte zuvor versucht das Unternehmen anzurufen um den Vorfall zu melden, aber über Tage konnte ich keinen Mitarbeiter erreichen.
    Was kann ich tun?

    • Viv Viv says:

      Hallo Frau Müller,

      vielen Dank für Ihre Nachricht. Ich habe diese soeben unserem Kundenservice weitergeleitet. Der Kundenservice wird sich bei Ihnen per Mail melden um den Sachverhalt gemeinsam zu klären!

      Viele Grüße, Viv vom Ana Alcazar Blog

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