Feb 10, 2014

Das 1×1 der Kleiderformen

Aktualisiert am 25. Februar 2021

Kennst du das auch: Du willst von einem Kleid erzählen, das du auf deiner letzten Shoppingtour entdeckt hast oder das du vor kurzem gekauft hast, aber so recht fehlen dir die Worte, um es zu beschreiben? Vielleicht sind dir einige mehr oder minder schmeichelhafte Bezeichnungen für Figurentypen im Gedächtnis, die uncharmanter Weise meist auf diverse Obst- und Gemüsesorten Bezug nehmen, aber Kleidertypen jenseits von „Kleinem Schwarzen“ oder unspezifischem „Jerseykleid“? Damit es dir in Zukunft nicht mehr die Sprache verschlägt, wenn du dein neues Lieblingskleid beschreiben willst, habe ich eine übersichtliche Liste für dich zusammengestellt, mit der ich dich durch das Alphabet der Kleiderschnitte führen möchte.

Welche Kleiderformen gibt es?

A-Linien-Kleid
Asymmetrisches Kleid
Babydollkleid
Charlestonkleid
Empirekleid
Etuikleid
Hemdblusenkleid
H-Linien-Kleid
I-Linien-Kleid
O-Linien-Kleid
Prinzessinnenkleid
Sportliches Kleid
T-Linien-Kleid
Trapezkleid
Tunikakleid
Wickelkleid
X-Linien-Kleid

 


Was ist ein A-Linien-Kleid?

Als A-Linie werden recht buchstabenmalerisch jene Kleider bezeichnet, die schmale Schultern haben, deren Kontur sich dann jedoch fortlaufend bis zum Saum weitet – ganz wie es beim Großbuchstaben A der Fall ist. Der A-Linie-Schnitt ist einer der meistgenutzten im Fashionbereich, vor allem im Business-Segment.

Wem steht’s:
Frauen mit kräftigen Oberschenkeln, da die A-Linie super kaschiert
Wem steht’s nicht:
Frauen mit eher großer Oberweite und breiten Schultern
Das gilt:
A-Linie-Kleider werden am liebsten ganz pur getragen
Diese Accessoires/Schuhe passen dazu:
Alles geht! Flache Sandalen oder  High Heels, Sneakers oder Stiefeletten, zur A-Linie passt fast jede Schuhform. In Sachen Accessoires empfiehlt sich alles, was die weite, schwingende Form des Kleides unterstreicht: Lange Ketten, leichte Shoulderbags oder fließende Schals.

Was ist ein Asymmetrisches Kleid?

Kleider mit asymmetrischem Saum wirken verspielt und fallen oft locker und dynamisch. Zu den Kleidern mit asymmetrischem Cut zählen schräg geschnittene Kleider und auch die sogenannten Vokuhila-Kleider, die vorne kurz und hinten lang geschnitten sind. Asymmetrische Kleider gibt es in allen Längen und Formen, meist sind es jedoch Midikleider und knielange Kleider mit eher mädchenhaftem Schnitt.

Wem steht’s:
jungen Frauen
Wem steht’s nicht:
allen, die seriöse Kleider suchen
Das gilt:
Asymmetrische Kleider wirken jugendlich und modern, können jedoch – in bestimmten Kontexten – auch zu verspielt wirken. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt.
Diese Accessoires/Schuhe passen dazu:
Je nach Länge eignen sich sowohl Sneakers als auch Sandalen oder Ballerinas super. In Sachen Accessoires darf man die Sache ruhig verspielt angehen.

Was ist ein Babydollkleid?

Babydoll-Kleider sind kurze, luftige Kleider im Empire-Schnitt. Die Taillenlinie sitzt dabei knapp unter der Brust, sodass der Saum weit und luftig bis etwa auf Höhe der Oberschenkel fällt. Babydolls sind meist trägerlos oder verfügen über schmale Spaghettiträger. Damit ist das Babydoll-Kleid sehr mädchenhaft und wird meist von jungen Frauen getragen.

Wem steht’s:
jungen, schlanken Frauen
Wem steht’s nicht:
Frauen mit breitem Oberkörper
Das gilt:
Das verspielte Dress ist ein ideales Sommerkleid für junge Frauen.
Diese Accessoires/Schuhe passen dazu:
Flache Sandalen unterstreichen den legeren Look. Mit hohen Pumps erzielst du dagegen einen etwas seriöseren Look.

Was ist ein Charlestonkleid?

Der Charleston-Cut ist DER Schnitt der 20er Jahre. Ärmellos, gerade und locker geschnitten mit einer in der Regel nach unten versetzten Gürtellinie war Beweglichkeit und Bequemlichkeit bei diesem Schnitt oberste Priorität.

Wem steht’s:
Schlanken Frauen
Wem steht’s nicht:
Frauen mit kräftigen Oberarmen oder kräftigen Oberschenkeln
Das gilt:
Sei sparsam mit Accessoires, das Kleid spricht meist schon für sich.
Diese Accessoires/Schuhe passen dazu:
Flache Sandalen oder hohe Pumps eignen sich am besten. In Sachen Accessoires passen klassische 20er Jahre Items wie Stirnbänder oder Fransenschals super.

Was ist ein Empirekleid?

Das Oberteil mit meist weit ausgeschnittenem Dekolleté geht bei diesem Klassiker der Mode in einen Abnäher über, der direkt unter den Brüsten gerafft wird. Von dort fällt der Empire-Schnitt weit geschnitten bis zum Knie oder in der langen, klassischen Variante bis zum Knöchel ab.

Wem steht’s:
Frauen mit schlankem Oberkörper und ausladenden Hüften und Oberschenkeln
Wem steht’s nicht:
Frauen mit Sanduhrfigur – sie sollten ihre schmale Taille nicht verstecken
Das gilt:
Empire-Cuts können die mittlere und untere Körperpartie gut kaschieren, können zugleich aber auch auftragen.
Diese Accessoires/Schuhe passen dazu:
Hohe Schuhe strecken den Körper optisch, ebenso wie lange Ketten.

Was ist ein Etuikleid?

Etuikleider sind die Klassiker unter den mittellangen Dresses. Das Etuikleid wurde in den 1930ern sehr modern und wurden in den 60ern neu aufgelegt. Heute gilt es als zeitlos, feminin und business-like und zählt zu den Klassikern der gehobenen Damengarderobe. Kennzeichen des Etuikleids ist seine figurbetonte Passform und ein kragenloser, oft waagerechter oder halbrunder Ausschnitt. Kleider im Etui-Cut sind meistens ärmellos oder haben sehr kurze Ärmel und reichen meist bis zum Knie.

Wem steht’s:
Allen
Das gilt:
Das Etuikleid sollte man nicht mit zu vielen Accessoires überfrachten
Diese Accessoires/Schuhe passen dazu:
Pumps unterstreichen den seriösen Business-Charakter, Ballerinas passen perfekt, wenn es bequemer sein muss.

Was ist ein Hemdblusenkleid?

Gerade seit den letzten Saisons ist der Hemdblusenschnitt nicht mehr aus den Designerkollektionen wegzudenken. Der Cut zeichnet sich durch einen klassischen Blusenschnitt mit Kragen und Knopfleiste aus, der nach unten gerade oder leicht ausgestellt beliebig weit verlängert wird. Die Knopfleiste kann dabei durchgehend oder nur bis zur Taille angesetzt werden.

Wem steht’s:
Allen
Das gilt:
Hemdblusenkleider sind super Alltagsbegleiter und stehen so gut wie jeder Frau.
Diese Accessoires/Schuhe passen dazu:
Ideal sind sportliche Sneakers, beim Schmuck zu eher feinen, kurzen Ketten greifen, die die Knopfleiste nicht verdecken.

Was ist ein H-Linien-Kleid?

Auch hier hat der Buchstabe Pate für den Namen gestanden: Er bezeichnet ein Kleid, das gerade und tendenziell schmal geschnitten ist und das am Knie endet. Gelegentlich firmiert es auch unter dem Namen Pencil, also Bleistift, und ist eine der modischen Ikonen der 60er Jahre.

Wem steht’s:
Frauen mit Kurven
Wem steht’s nicht:
sehr schlanken Frauen mit knabenhafter Figur
Das gilt:
Die Taille lässt sich super mit einem Gürtel betonen
Diese Accessoires/Schuhe passen dazu:
Am besten hohe Pumps

Was ist ein I-Linien-Kleid?

Mit dem „I“ ist es wie mit dem „H“, allerdings reicht das I deutlich tiefer als das nach seinem vorstehenden Buchstaben benannte Modell, meist gar bis zum Boden. Endet die I-Linie am Boden nicht schmal, sondern kommt ab dem mittleren Schienbein ausladend in Volants oder Rüschen daher, spricht man vom Mermaid-Cut.

Wem steht’s:
Kurvigen und großen Frauen
Wem steht’s nicht:
kleinen Frauen
Das gilt:
Weniger ist mehr. Gerade Kleider mit Volants wirken am besten einfarbig.
Diese Accessoires/Schuhe passen dazu:
Offene High Heels oder Sandalen

Was ist ein O-Linien-Kleid?

Die O-Linie wird ganz unschmeichelhaft auch Sackkleid genannt und ist ebenfalls eine Erfindung der 50er Jahre. Statt die weiblichen Rundungen in Szene zu setzen, setzt die O-Linie sich lieber selbst in Szene. Der breiteste Teil des Kleides befindet sich an Hüfte und Taille, das Kleid verengt sich nach unten, was ihm die typisch runde O-Form gibt.

Wem steht’s:
Kurvigen Frauen mit breiter Taille
Wem steht’s nicht:
kleinen Frauen
Das gilt:
Bitte keine Muster! Kleider in O-Linie können super kaschierend wirken, Muster hingegen tragen auf.
Diese Accessoires/Schuhe passen dazu:
Zur O-Linie passen Schuhe mit Plateau super. In Sachen Accessoires setzt du am besten auf alles, was die Länge betont, also lange Ketten, Schals oder Taschen mit langen Riemen.

Was ist ein Prinzessinnenkleid?

Das Prinzessinnenkleid entspricht jenen uns aus den Disneyfilmen bekannten Modellen, ist klassisch geschnitten und zeichnet sich besonders durch die unter den Armen einsetzenden und über die Taille verlaufenden Verjüngungslinien aus, die in der unteren Hälfte dezent auseinanderlaufen. Märchenhaft und nur für ganz besondere Anlässe.

Wem steht’s:
Allen
Das gilt:
Die Roben sind die Königinnen unter den Kleidern. Hier muss mit viel Fingerspitzengefühl gestylt werden!
Diese Accessoires/Schuhe passen dazu:
Hohe Schuhe sind ein Muss. Je nach Ausschnitt kann ein Collier oder eine Kette das Kleid noch betonen. Ohrringe sind ebenfalls nicht verkehrt. Achtung: Unbedingt auf hochwertige Materialien achten und günstigen Modeschmuck vermeiden.

Was ist ein sportliches Kleid?

Kleider im Athleisure-Cut sind eine sehr moderne Kleiderform, die vor allem von jungen Frauen getragen wird. Oft sind sportliche Kleider in O-Form geschnitten, viele verfügen auch über eine Kapuze und sehen so wie verlängerte Hoodies aus. Gemütlich und trendy, perfekt als Loungewear zu Hause.

Wem steht’s:
Allen
Das gilt:
Athleisure Kleider sind typische Streetwear-Kleider und passen in den Freizeitkontext.
Diese Accessoires/Schuhe passen dazu:
Ganz klar, Sneakers sind ein Muss. Gut dazu gehen Bauchtaschen, locker über der Schulter getragen oder Rucksäcke.

Was ist ein T-Linien-Kleid?

Dieser Buchstabe hat, das wissen wir alle, bereits Modegeschichte im Bereich der eher informellen Kleidung geschrieben. So ist das T-Kleid auch die nach unten gerade geschnittene Erweiterung des T-Shirts. Vor allem im Freizeitbereich ist das locker geschnittene T-Shirt-Kleid momentan das Non-Plus-Ultra, der legere Schnitt nimmt aber auch aus eleganten Kleidern die Schärfe – ein modisches Augenzwinkern.

Wem steht’s:
Allen
Das gilt:
T-Shirt Kleider sind echte Allrounder und sollten in keinem Kleiderschrank fehlen!
Diese Accessoires/Schuhe passen dazu:
Flach oder hoch – alles geht. Super sind Sneakers, mehr Lässigkeit geht modisch nicht!

Was ist ein Trapezkleid?

Als Trapez werden die weiteren und stoffintensiveren Versionen des A-Typs bezeichnet. Die enge Schulterpartie läuft meist bis deutlich unter das Knie weit aus und wird oft auch mit einem Rockabnäher an der Taille kombiniert. Oft haben Trapez-Kleider Ärmel, gerne auch mit ausladenden Volants.

Wem steht’s:
Frauen mit schmalen Schultern
Wem steht’s nicht:
Frauen mit breitem Oberkörper
Das gilt:
Trapez-Kleider können super gestylt und mit unterschiedlichen Accessoires kombiniert werden.
Diese Accessoires/Schuhe passen dazu:
Für den sportlichen Look: Jeansjacke und Chunky Sneakers, edler wird der Look mit Pumps oder Sandaletten.

Was ist ein Tunikakleid?

Kleider im Tunika-Cut verbreiten Sommerfeeling pur. Das liegt an dem luftigen Schnitt, der den Körper locker umfließt. Tuniken sind weit geschnittene Kleider mit meist halblangen, weiten Ärmeln. Die meisten Tunikakleider enden kurz über dem Knie. Das Sommerbasic verfügt oft über Stickereien oder bunten Mustern und steht aufgrund des lockeren Schnitts jeder Frau.

Wem steht’s:
Allen
Das gilt:
Tunika-Cuts sind die idealen Freizeit- und Urlaubskleider und lassen sich vielseitig kombinieren.
Diese Accessoires/Schuhe passen dazu:
Flache Strandsandalen oder Flipflops gehen ebenso wie luftige Sneakers oder Espadrilles, große Strohhüte und Shopper unterstützen den lässigen Urlaubscharakter.

Was ist ein Wickelkleid?

Das Wickelkleid ist ein Figur schmeichelndes Kleidungsstück, bei dem die beiden Hälften des offenen Vorderteils übereinander gelegt und mit einem angenähten Gürtel fixiert werden. Das legere Dress hat seinen Ursprung in den 70er Jahren und ist bis heute ein Dauerbrenner. Kleider im Wickel-Cut können Ärmel haben oder ärmellos sein, charakteristisch ist der V-Ausschnitt.

Wem steht’s:
Allen, vor allem aber kurvigen Frauen
Das gilt:
Achtung Ausschnitt! Beim Wickelkleid kannst du die Tiefe des Ausschnitts selbst bestimmen.
Diese Accessoires/Schuhe passen dazu:
Zu Wickelkleidern passen super halbhohe Sandalen oder Pumps. Leger wird das Dress mit einer Jeans- oder Lederjacke. Businessmäßig wird der Look mit Trenchcoat.

Was ist ein X-Linien-Kleid?

Das X-Linien-Kleid wird oft auch als Sanduhr-Schnitt betitelt, das Dress ist eine Ikone der 50er Jahre. Es verfügt über eine weitere Schulterpartie, läuft an der Taille eng zusammen, nur um die folgende, imposante Auffächerung der unteren Kleiderhälfte weiter zu dramatisieren. In der Regel enden X-Kleider etwa auf Kniehöhe.

Wem steht’s:
Allen, besonders aber kurvigen Frauen
Das gilt:
Sanduhrkleider sind gerade im Businesskontext oder als Cocktailkleid perfekt.
Diese Accessoires/Schuhe passen dazu:
Unbedingt hohe Schuhe dazu tragen, am besten eignen sich elegante Pumps.
Viv

von

Redakteurin & kreatives Modemädchen, seit 2011 im Ana Alcazar Team. Geht gut: Grunge, Jumpsuits, Oversize Strick, Spitze, Monochrom; Geht nicht: High Heels, Bouclé, Pailletten.

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