Dez 28, 2015

Wien kann auch Mode

Koffer packen, ankommen, mitmachen. Rein ins Leben. Rauf auf’s Riesenrad. Ran an die Modemeilen. Denn nicht nur zur Vienna Fashion Week geht es in Wien ganz schön stilsicher zu. In den letzten Jahren hat sich dort eine lebendige Modeszene etabliert. In der Stadt von Weltschmerz und Zuckerguss sieht man Street-Styles, die eine Mischung aus kreativem Design, handwerklicher Qualität und guter Tragbarkeit sind. Kommt mit auf meine persönliche Städte-Tour zu allem, was in Wien so lockt.

Hotel Sacher

Erst einmal eingecheckt, müsste man das Hotel Sacher im 1. Bezirk eigentlich gar nicht mehr verlassen. Ausschlafen, zwei Eier im Glas und ein warmes Kipferl auf’s Zimmer bestellen und den hochgelobten Tafelspitz im Roten Salon genießen. Danach die berühmte Original Sachertorte mit Schlagobers essen …

Vienna Fashion Week im MuseumsQuartier Wien

… aber dazu gibt es in der Stadt einfach viel zu viel zu entdecken. Und ich fange mit dem MuseumsQuartier Wien an – einem der zehn größten Kultur-Areale der Welt. Dort dreht sich im September alles um Mode. Rund 70 internationale Designer zeigen sechs Tage lang ihre Kollektionen auf der Vienna Fashion Week. Auch viele österreichische Labels wie Anelia Peschev, Callisti, Mark Baigent, MILK, Kayiko und Sabine Karner stellen im MQW ihre Arbeiten vor.

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Das ganze Jahr über vereinen sich in den riesigen, ehemaligen k.u.k. Hofstallungen zahlreiche Museen und Ausstellungen: das Leopold Museum mit österreichischer Kunst aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, das MUMOK mit Pop Art, Wiener Fotorealismus, Wiener Aktionismus und Concept Art sowie die Kunsthalle Wien mit zeitgenössischen Ausstellungen. Im MQW könnt ihr an der Kasse zwischen den verschiedenen Ausstellungen wählen und viel, viel Zeit mit der Kunst verbringen. Am Besten einen ganzen Tag.

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Naschmarkt – Bazar für alles, was das Herz begehrt

Lust auf einen Aperitivo oder eine Melange? Dann auf zum Naschmarkt. An der Wienzeile zwischen Kettenbrückengasse und Karlsplatz reihen sich Händler, Stände und Imbisse aneinander. Es riecht nach Obst, Gewürzen und frisch gebackenem Brot und es herrscht fast immer ein ziemliches Gedränge. Man fühlt sich auf dem “Bauch von Wien” wie auf einem Bazar. Ich mag das bunte Treiben – besonders an Samstagen – und die laut feilschenden Händler vom Balkan oder aus der Türkei, die mir mal hier mal da Kostproben anbieten.

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Fashionistas aufgepasst – Szenemeile Kettenbrückengasse

Gestärkt geht’s vom Naschmarkt aus zu Fuß in die Kettenbrückengasse – eine kleine, aber feine Fashion-Meile. Hier hat das Label Madame with a mission seinen Showroom. Ihr findet dort elegante Looks mit extrem schlichten Silhouetten. Ein paar Häuser weiter gibt es Maßgeschneidertes im Atelier Ready-Made by Salner. Schlichte Weiblichkeit ist das Markenzeichen der Kollektionen von Martina Salner. Wenn ihr avantgardistische Mode abseits der Stange sucht, seid ihr bei Wolfensson richtig.

 Cooler Chic – in der Theobaldgasse

Die Theobaldgasse ist eine Seitengasse der großen Wiener Shoppingmeile Mariahilfer Straße im 6. Bezirk und liegt auch in der Nähe des MuseumsQuartiers und des Naschmarkts. Dort hat sich ein interessanter Mix aus Design, Mode und Gastro angesiedelt. Der Store We Bandits verkauft neben den eigenen Kreationen auch internationale Designermode und Schmuck. Das Wiener Label anzüglich produziert alle Kollektionen in Peru – unter fairen Bedingungen und aus zertifiziert biologischer Baumwolle.

Für Fashion-Insider – junges Modedesign in der Lindengasse

Eine schmale Nebengasse begeistert seit neuestem Fashion-Insider: Mitten im Kreativbezirk Neubau hat sich die Lindengasse mit ihren kleinen Läden zum Hotspot für junge Trends gemausert. Bei Freaks & Icons an der Ecke Zollergasse/Lindengasse zum Beispiel werden Sweatshirt-Fans fündig. Die Kollektion spielt mit Sweatshirt-Stoff auf – von Streetgraffitis inspirierten – T-Shirts und Blazern. Nebenan hat Christiane Gruber mit ihrem Label Awareness & Consciousness einen Shop eröffnet. Ihre Kreationen sehen wegen der speziellen Färbetechniken besonders und eigenwillig aus. Gleich gegenüber ist Wabisabi beheimatet. Die Kollektionsteile arbeiten mit japanischer Ästhetik: die weiten Hosen und die Jersey-Oberteile meist in Weiß, Grau oder Schwarz sind dezent und schlicht.

Vintage in Vienna

Auch für die Fans modischer Zeitreisen ist in Wien einiges geboten. Bei Vintage Flo bekommt ihr Jugendstil- und Charlestonkleider genauso wie Designermode aus den 80er Jahren. Kein Wunder, dass der Shop mit seinen über 5.000 Kleidungsstücken ein Magnet für nostalgische Modeliebhaber ist. Vintage Flo stattet übrigens auch Theaterstücke und Filmproduktionen aus. Auch der Berliner Vintage-Laden Das neue Schwarz hat sich gleich in der Nähe angesiedelt. In dem stylischen Ambiente sind ganz besondere Teile von Martin Margiela oder Balenciaga zu finden. Trendiger und schriller geht es bei Polyklamott zu. Alles dreht sich hier um T-Shirts, Pullover, Kleider oder Hosen von den 60ern bis zu den 90ern.

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Und zum Schluss: ein “Pfiff”

Nach dem Shoppig-Trip könnt ihr ins Trzesniewski, um ein “Pfiff” zu trinken. Dort trefft ihr die Wiener, die nach Feierabend das kleine Bier im Miniglas mit einer Auswahl an Schnittchen zu sich nehmen. Eng und trubelig geht es hier zu, während man in der Schlange wartet. Wenn ihr dann einen der Stehtische ergattert habt, ergeben sich meist interessante Gespräche. Vielleicht bekommt ihr dabei noch den ein oder anderen Geheimtipp in Sachen Fashion. Na dann, Prost!

Wiener Schmäh – Dein Look für die Erkundung der Könglichen Hofstadt

Fotos: Trzesniewski / Trzesniewski / Trzesniewski / Trzesniewski – alle via Shutterstock.com

Christine

von

Fashionista und Schreiberin, die für Euch auf die Jagd nach guten Looks, spannenden Trends und neuesten Style-Inspirationen geht. Und zwischendurch einen Blick hinter die Kulissen von Ana Alcazar wirft, um über People, Shootings und den ganz normalen Wahnsinn eines kreativen Labels zu berichten.

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