Taschenausstellung Bayerisches Nationalmuseum
Jun 19, 2013

Kulturgeschichte der Tasche

Vor einigen Tagen, als das gute Wetter noch auf sich warten ließ, habe ich beschlossen, mal wieder einen kleinen Ausflug ins Museum zu machen. Viele von euch denken jetzt bestimmt: „Museum, wie öde!“ Ihr habt schon Recht, auch ich habe schon einige Museumserfahrungen gemacht wie zum Beispiel Wandertage und Schulausflüge ins Museum, auf die ich im Nachhinein lieber verzichtet hätte. Aber ihr könnt mir glauben, Museum muss gar nicht immer so langweilig sein, es kommt immer auf die Art und Ausstellung an. Ich, als echte Taschenliebhaberin, wollte mir natürlich unbedingt die Ausstellung ‚Taschen – Eine europäische Kulturgeschichte vom 16. bis 21. Jahrhundert’ im Bayerischen Nationalmuseum in München ansehen. Und wiedererwartend wurde ich auch nicht enttäuscht.

Taschenausstellung Bayerisches Nationalmuseum

Eine Tasche ist nicht einfach nur eine Tasche….

Wenn ihr denkt, ihr wüsstet schon alles über Taschen, dann werdet ihr in dieser Ausstellung mit Sicherheit ziemlich überrascht werden. Dort geht es nämlich nicht nur um die Art von Handtaschen so wie wir sie heute kennen, aus Leder, mit Henkel und in geräumiger Form, in der Ausstellung unternehmt ihr eine kleine Reise durch die Kulturgeschichte und erlebt die Tasche, angefangen im 16. Jahrhundert bis heute, in ihrer ganzen Vielfalt.

Mit Perlen bestickte Geldstrümpfe und Börsen, puristische Stielbeutel, edle Bügeltaschen aus Gold und Samt, elegante Beuteltaschen ‚Ridicule’, eine der ersten Reisetaschen überhaupt oder die original Jagdtasche von Kurfürst Maximilian I. von Bayern –   über die Entwicklung der Tasche gibt es wirklich so einiges zu berichten. Bis zur modernen Damenhandtasche, die sich so erst ab dem 19. Jahrhundert entwickelte, war es nämlich ein langer Weg.

In der Ausstellung findet ihr außerdem alle Exemplare, die sich in unserer modernen Taschen-Welt einen Namen gemacht haben. Neben den zahlreichen Designer-Bags von Akris, Dior, Aigner, Valentino und Yves Saint Laurent, teilweise Vintage und teilweise aus den aktuellen Kollektionen, könnt ihr außerdem einen Blick auf die berühmte, 1955 von Coco Chanel entworfene Handtasche, Chanel 2.55, werfen. Die fein abgesteppte Damentasche mit Goldkettenhenkel ist auch heute noch der Bestseller des Modehauses und uns Frauen allen ein Begriff.

Kelly BagDas Highlight der Ausstellung ist wohl die berühmteste Damenhandtasche überhaupt, die Kelly Bag vom Luxuslabel Hermès. Da die Schauspielerin und spätere Fürstin von Monaco, Grace Kelly, diese edle Handtasche so sehr liebte und oft auf offiziellen Anlässen mit sich trug, wurde die Tasche 1956 nach der Stilikone benannt. Auch heute ist die Kelly Bag der Klassiker unter den Luxushandtaschen; sie steht noch immer für stilvolle Eleganz und für einen exzellenten Modegeschmack ihrer Trägerin. Für eine neue Kelly Bag muss man tief in den Geldbeutel greifen: je nach verwendetem Material kostet eine solche Tasche zwischen 4.500 und 80.000 Euro. Also nicht gerade ein Schnäppchen.

Besonders gefallen haben mir persönlich die zwei Handtaschen aus dem Besitz von Marlene Dietrich. Vom Stil und Design her sehr außergewöhnlich und extravagant, aber dennoch extrem edel und hochelegant.

Taschen über Taschen – Bayerisches Nationalmuseum

Leider durfte man in der Ausstellung keine Fotos machen, wenn ich euch aber auf das ein oder andere Stück neugierig gemacht habe, dann müsst ihr einfach selbst im Bayerischen Nationalmuseum (Prinzregentenstraße 3, 80538 München) vorbeischauen. Übrigens, das ist nur ein Katzensprung vom ana alcazar Firmensitz entfernt.

Taschenausstellung in München

Falls uns das derzeitige Sommerwetter also schnell wieder verlässt, dann habt ihr jetzt schon mal eine Idee, was ihr in diesem Fall anstellen könnt. Die Ausstellung dauert noch bis zum 27. Oktober 2013 und für 7 Euro könnt ihr euch sowohl die Sonderausstellung Taschen als auch die restlichen Ausstellungen ansehen. Die Stoffsammlung aus dem 18. und 19. Jahrhundert ist wirklich auch sehr sehenswert.

Der nächste verregnete Sonntagnachmittag wäre damit also schon verplant 🙂

Foto by wikipedia

2 Kommentare

  • Avatar Manfred says:

    Also geht es in der Ausstellung hauptsächlich um trage-Taschen?
    Mich würde mal lieber interessieren wie es dazu gekommen ist das man zum Rucksack gekommen ist, und wieder vom Rucksack zu Damenhandtaschen.

  • Avatar Julia Ram says:

    Wenn dich das interessiert, dann bist du in der Ausstellung auf jeden Fall richtig. Die gesamte Geschichte der Tasche wird wirklich sehr genau dargestellt, und es geht nicht nur um die Handtasche, so wie wir sie heute kennen.
    Mich hat nur besonders die „moderne“ Variante der Tasche interessiert 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.