#truerebel – Starke Frauen im Portrait: Susan Sarandon

Die wunderbare Susan Sarandon

Sie blickt auf fünf Jahrzehnte in Hollywood zurück. Fünf Jahrzehnte, in denen sie sich nicht angepasst hat, sondern immer Haltung zeigte – Susan Sarandon, die Tochter eines Big-Band-Sängers, besucht lieber Demos als die Partys der Reichen und Schönen.

Für die 70-jährige Individualistin und Freidenkerin, die definitiv 20 Jahre jünger aussieht, steht die Schauspielerei nicht an erster Stelle. Die ultra-liberale Demokratin und Mutter dreier Kinder spricht sich gegen Kriege sowie die Todesstrafe aus und macht sich für das Recht auf Abtreibung stark. Man könnte fast meinen, dass sie sich schon an der Uni auf ihre Zukunft als Aktivistin vorbereitet hat. Denn an der Catholic University belegte sie neben ihrem Hauptfach Schauspielerei auch taktische Seminare wie bspw. Militär-Strategie…

Fakt ist: Die Schauspielerin geht für ihre Anliegen auf die Straße, kümmert sich auf Lesbos um Flüchtlinge und setzt sich u.a. für eine Begnadigung Edward Snowdens ein. Und im US-Wahlkampf hätte sie lieber Bernie Sanders als Präsidentschaftskandidaten der Demokraten gesehen, den sie bei öffentlichen Events tatkräftig unterstütze.

Im Wahlkampf für Bernie Sanders

Starke Auftritte – im Leben und auf der Leinwand

Wusstet ihr das? Susan Sarandon gelang erst mit 41 Jahren der endgültige Durchbruch als Schauspielerin. Und zwar neben Cher und Michelle Pfeiffer in dem Streifen Die Hexen von Eastwick. In dem Film aus dem Jahr 1987 wird sie als prüde Lehrerin von Jack Nicholson verführt.

Auch, wenn sie schon 1975 als Hauptdarstellerin in der Rocky Horror Picture Show mitwirkte – in der Rolle der schüchternen Janet. Zwar profitierte sie von dem Erfolg des Kultfilms, es reichte aber nicht für den ganz großen Ruhm. Privat war Susan Sarandon zu der Zeit mit Louis Malle, dem bekannten französischen Regisseur, liiert. Einige Zeit danach lebte sie in Italien. Dort bekam sie 1985 mit dem Drehbuchautor Franco Amurri ihre Tochter.

Sarandon mit ihren Kindern Eva & Jack

In der Komödie Annies Männer traf sie schließlich ein Jahr nach dem Erfolg von Die Hexen von Eastwick auf Kevin Costner und Tim Robbins. Ihre größten Erfolge aber landete das „Sex-Symbol des denkenden Mannes“, wie sie oft bezeichnet wird, mit markanten Charakterrollen. So wurde sie für Thelma & Louise zum ersten Mal für den Oscar nominiert. In dem Roadmovie aus dem Jahr 1991 tingelt sie zusammen mit Geena Davis durch Amerika – mit einem Revolver im Gepäck. Für viele Feministinnen wurde der Film über die unabhängigen Frauen zum Non-Plus-Ultra.

Nach insgesamt vier Oscar-Nominierungen gewann Susan Sarandon 1996 tatsächlich den Oscar als beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle in Dead Man Walking. Vielleicht habt ihr den ja gesehen? Mich hat der teilweise auf Tatsachen beruhende Plot, der sich kritisch mit der Todesstrafe auseinandersetzt, sehr berührt. Susan Sarandon spielt die Nonne Helen Prejean, welchen den Mörder – gespielt von Sean Penn – in der Zeit vor seiner Hinrichtung betreut. Regie führte Susan Sarandons langjähriger Lebensgefährte Tim Robbins. Der 12 Jahre jüngere Robbins und sie galten ganze 21 Jahre lang als Traumpaar und haben zwei gemeinsame Söhne. Übrigens hat die Hollywood-Lady ganz offensichtlich ein Faible für jüngere Männer: Der Vater ihrer Tochter war 12 Jahre jünger und der Altersunterschied zu ihrem letzten Partner beträgt sogar 31 Jahre.

Ab 5. März 2017 ist sie in den USA in der TV-Serie Feud zu sehen. Die Serie handelt von der Rivalität der beiden Schauspielerinnen Bette Davis – dargestellt von Susan Sarandon – und Joan Crawford. Und das ist sicher nicht ihre letzte Rolle. Denn die 70-Jährige ist weit davon entfernt, mit dem Filmen aufzuhören, wie sie selbst sagt.

Intelligenz, Mut und Überzeugung – für eine bessere Welt

Neben dem Job war Susan Sarandon schon immer politisch und gesellschaftlich sehr aktiv. Dabei nimmt sie für ihre Überzeugungen auch die ein oder andere Schwierigkeit in Kauf. Besonders spektakulär war eine Szene aus dem Jahr 1993: Als Laudatorin bei der Oscar-Verleihung nutzte sie das Rampenlicht, um auf die Haftbedingungen von HIV-Infizierten in Guantanamo aufmerksam zu machen. Die Folge? Sie wurde vom Veranstalter lebenslang für die Verleihung gesperrt. Das Verbot wurde aber nie konkret umgesetzt, sonst hätte sie ihre eigene Auszeichnung 1996 nicht entgegennehmen können.

Engagierte Rednerin auf einer Heritage-of-Pride Kundgebung

Seit 1999 setzt sie sich als Sonderbotschafterin des UN-Kinderhilfswerks UNICEF ein. Für dieses Engagement wurde sie 2006 mit dem „Women‘s World Award“ ausgezeichnet. Dem Militär-Einsatz der USA im Irak stand sie kritisch gegenüber und brachte das auch zum Ausdruck. Dafür wurde sie öffentlich angegriffen. Außerdem engagiert sich die bekennende Marihuana-Raucherin für Flüchtlinge in Europa und besuchte erst letztes Jahr Flüchtlingsunterkünfte in Berlin. Übrigens könnt ihr ihre aktuellen Themen und Haltungen sowie ihre Aktionen auf ihrem Twitter-Account verfolgen. Es lohnt sich.

Am Schluss lass ich sie selbst zu Wort kommen: „Tief in meinem Herzen bin ich immer noch ein Hippie.“, sagte sie einmal in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau. Das finde ich überzeugend. Genau diese Ideen und Werte machen sie vielleicht zu der starken Frau, die sie ist.

Welche Filme mit Susan Sarandon habt ihr gesehen? Wusstest ihr eigentlich, dass sie politisch so engagiert ist? Schreibt gern.

Christine

von

Fashionista und Schreiberin, die für Euch auf die Jagd nach guten Looks, spannenden Trends und neuesten Style-Inspirationen geht. Und zwischendurch einen Blick hinter die Kulissen von ANA ALCAZAR wirft, um über People, Shootings und den ganz normalen Wahnsinn eines kreativen Labels zu berichten.

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