Apr 17, 2017

Girl in a band – Starke Frauen im Portrait: Kim Gordon.

Sie war die Coole in der gehypten Band Sonic Youth, wurde als Bassistin und Sängerin berühmt und heiratete 1984 Thurston Moore, den Mitbegründer von Sonic Youth. Über die Jahre wurde sie zum feministischen Role-Model für eine ganze Generation: Kim Gordon.

Kim Gordon bei einem Auftritt von Sonic Youth 2005

Mit 57 Jahren spielte sie 2011 das letzte Konzert von Sonic Youth in São Paulo. Und mit der Abschiedstournee endete auch ihre Ehe mit Thurston Moore, der sie betrogen hatte. Kim Gordon war 30 Jahre lang nicht nur die Bassistin, sondern Seele, Gesicht und Songwriterin der Band Sonic Youth.


Traumberuf Künstlerin. Schon als Fünfjährige.

Kim Gordon, Jahrgang 1953, wuchs in einer kalifornischen Akademikerfamilie auf und besuchte in Los Angeles die High School. Als Kind litt sie unter ihrem schwierigen und gewalttätigen Bruder, der später auch als schizophren diagnostiziert wurde. Sie flüchtete sich in das Schreiben und in künstlerisches Schaffen. Nach der Schule studierte sie schließlich Kunst am Santa Monica College. Sehr früh schon experimentierte sie mit Film, Performance und Malerei und verdiente ihr Geld als Bildhauerin. Anfang der 1980er-Jahre arbeitete sie als Kunstkritikerin für eine amerikanische Kunstzeitschrift. Tu es einfach, bevor andere es für dich tun – so könnte man ihr Lebensmotto bezeichnen. Das gilt auch für ihre Entwicklung als Musikerin, die sich in einer von Männern beherrschten Szene einen Platz schaffte. Aber der Reihe nach …

Kunstschaffende auch über die Musik hinaus: Auf der Premiere von MANIC mit Joseph Gordon-Levitt & Jordan Melamed

 Das lauteste Mädchen der Welt in einer Männerdomäne.

Neben der Kunst, die ihr eigentlicher Bezugspunkt blieb, entdeckte sie für sich die Musik als Ausdrucksform. Mit 25 Jahren zog sie nach New York und widmete sich stärker der Musik. Das Einstöpseln des Verstärkerkabels verband sie mit dem Gefühl von absoluter Freiheit. Und der Erfolg gab ihr Recht.

Als Bassistin in der Alternative-Rock Band Sonic Youth bewies sie außerdem, dass Emanzipation möglich ist. Dreißig Jahre lang. Sie hat es selbst einmal so formuliert: „Ich bin gern in einer schwachen Position und mache sie zu einer starken“. Anfang der 80er Jahre stellten auch andere Bands zunehmend Geschlechterrollen in Frage. Ohne Sonic Youth gäbe es wahrscheinlich heute weder Grunge noch Alternative Rock. Dabei blieb das Niveau der Alben immer hoch: „Daydream Nation“ (1987), „Goo“ (1990) und „Dirty“ (1992). Sonic Youth waren immer da. Und immer wieder außergewöhnlich.

Mit ihrem Ex-Mann Thurston Moore

Kim Gordon & Thurston Moore – das coolste Paar des Alternative Rock

1984 heiratete Kim Gordon den Sänger und Mitbegründer von Sonic Youth, Thurston Moore. Sie waren verliebt, haben sich das Ja-Wort gegeben und gemeinsam Kunst gemacht. Seit 1994 sind sie Eltern einer Tochter. Irgendwie waren sie immer unbeeinflussbar, unkonventionell und frei. Musikalisch haben sie immer wieder experimentiert, Neues ausprobiert und mit Sounds experimentiert. Kim Gordon war eine gleichberechtigte Musikerin in der Band. Die beiden waren ein starkes Paar, das in der Szene längst zur „Marke“ geworden war. Dann hat sich Thurston Moore neu verliebt.

Nach der offiziellen Trennung 2011 nach 27 Jahren Ehe zerbrach auch das Quartett Sonic Youth. Die Band hatte 30 Jahre lang existiert.

Kim Gordon, die Rockmusikerin, Feministin und Mutter, antwortet auf die private Enttäuschung mit einem Buch über ihr Leben. Es heißt Girl in a band

Ich habe es gelesen und kann es euch empfehlen. Auch, wenn dort weniger die starke Bassistin, sondern vielmehr die verletzte Frau zu Wort kommt. Was ich schade finde. Aber vielleicht seht ihr es ja auch anders.


Fotos: Kim bei Konzert: jblndl – CC BY-SA 2.0, via Wikipedia & Alle anderen: Everett Collection / Shutterstock.com

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Christine

von

Fashionista und Schreiberin, die für Euch auf die Jagd nach guten Looks, spannenden Trends und neuesten Style-Inspirationen geht. Und zwischendurch einen Blick hinter die Kulissen von Ana Alcazar wirft, um über People, Shootings und den ganz normalen Wahnsinn eines kreativen Labels zu berichten.

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