Okt 28, 2016

Coffeshops, Tulpen und Gouda – die Grachtenmetropole Amsterdam

Zum Verlieben schön

Wer in die Hauptstadt der Niederlande reist, hat bestimmt schon den Museumsplein, die Negen Straatjes, eine Stadtführung durch das Jordaan Viertel, Coffeeshops, das Anne Frank-Haus und Van Gogh Museum auf der Liste.

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Idyllisch & weltoffen – die perfekte Mischung

Aber die charmante Stadt mit mehr als Hunderten von Grachten hat noch viel mehr zu bieten. Mit annähernd 7500 denkmalgeschützten Bauten hat das Venedig des Nordens die höchste Dichte an historischen Gebäuden in den Niederlanden. Seit 2010 gehört der Grachtenring zum Unesco-Weltkulturerbe. In der spannenden Mischung aus Metropole und Kleinstadt mit den geschmückten Giebeln der Grachtenhäuser gibt es übrigens mehr Brücken als in Venedig. Auf denen könnt ihr gemütlich von hipper Szeneboutique zu Secondhandshop, Antiquitätenladen oder zu einem der zahleichen Flohmärkte schlendern. Das Kunst- und Kulturangebot ist atemberaubend vielfältig.

Amsterdam-Spirit – ein Fahrrad mieten

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Mehr Fahrräder als Einwohner

Wusstet ihr, dass Amsterdam die Fahrradstadt schlechthin ist? 60 Prozent aller Stadtfahrten werden mit dem Rad erledigt – man sieht Business-People mit Anzügen, Eltern mit Kids oder Rentner mit Haustieren. Mein Tipp: Mietet euch Fahrrad, radelt („Fietsen“, Fahrrad=Fiets) gemütlich durch den Grachtenring oder durch die engen Gassen des Szeneviertels Jordaan – hier haben sich die gut verdienenden „Young Professionals“ angesiedelt –, am Ufer des IJ entlang und erkundet die City. Macht euch darauf gefasst, ab und zu ein lautes Klingen oder „Pas op!“ („Aufpassen!“) von holländischen Radlern zu hören.

Fahrräder mietet ihr z.B. hier:

– Bike City – www.bikecity.nl

– Damstraat Rent-a-Bike – www.rentabike.nl

– Mac Bike – www.macbike.nl

Auffällig finde ich jedes Mal auf’s Neue die Stimmung und den Flair – hier gibt es einfach Raum für individuelle Lebensentwürfe und zur eigenen Entfaltung. „Leben und leben lassen“ – treffender könnte man den Spirit in der Grachtenmetropole kaum beschreiben.


Nach Lust und Laune! – Top-Sehenswürdigkeiten und Märkte

Das kulturelle Zentrum von Amsterdam liegt einen Distrikt abseits des Stadtkerns. Im sog. Museumsviertel liegt auch der Vondelpark – eine 45 Hektar große Grünanlage, in der Einheimische wie Touristen Theater, Rosengarten, Brunnen und Cafés besuchen.

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Perfekt zum Relaxen – der Vondelpark

Wenn ihr auf Museumstour geht, rate ich euch möglichst früh mit dem weltberühmten Rijksmuseum anzufangen – seid am Besten schon ein paar Minuten vor der Öffnung um 9 Uhr da. Vor dem größten Kunsttempel Europas, der sich in einem majestätischen, 2013 renovierten Backsteingebäude befindet, ist immer Schlangestehen angesagt. Beginnt eure Zeitreise durch die niederländische (Kunst-)Geschichte vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert also am Besten früher am Morgen.

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Besuchermagnet Van Gogh-Museum

Im Anschluss daran könnt ihr das Stedelijk Museum besuchen. Während das Rijksmuseum die alten Meister zeigt, könnt ihr hier moderne Kunst aus ganz Europa bewundern. In dem Gebäude gibt es ein wunderschönes Terrassencafé für eine kleine Kunstpause. Danach lauft ihr über den Museumsplein zum großartigen Van Gogh Museum. Gegen 16 Uhr werden die Besuchermassen dort langsam weniger. Und ihr könnt euch in Ruhe mit den Licht- und Schattenseiten Vincent Van Goghs auseinandersetzen. Auch das Anne Frank Haus an der Prinsengracht ist einen Besuch wert.

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Weltberühmt – Die Nachtwache im Rijksmusem

In der Innenstadt selbst ist jedes Haus entlang des Grachtengürtels eine Sehenswürdigkeit für sich. Die Amsterdamer Architektur ist von sehr schmalen, aber hohen Häusern geprägt. Wegen des feuchten, sandigen Untergrunds baute man die Häuser auf Holzpfählen. Da diese mit der Zeit langsam modrig werden, stehen einige der historischen Häuser heute tatsächlich schief. Haltet in der Innenstadt einfach die Augen offen – dann entdeckt ihr viele individuelle und stilvolle Werkstätten oder Galerien in den Häusern. Und schaut ruhig öfter nach oben, um die kunstvoll verzierten Giebel der Häuser zu bewundern.

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Ein Mekka für Hobbygärtner

Fast schon sprichwörtlich für Amsterdam ist der Bloemenmarkt. Er erstreckt sich über den „Singel“ – eine Gracht in Amsterdam. Der Markt ist einzigartig, da alle Waren auf schwimmenden Kähnen feilgeboten werden – ein Überbleibsel aus der Zeit, als die Blumen und Pflanzen, die man auf diesem Markt verkaufte, mit Kähnen antransportiert wurden.

Auch Fans von Antik- und Flohmärkten kommen hier auf ihre Kosten. Hier findet ihr ein paar der tollsten Märkte im Überblick:

– Waterlooplein (Mo – Sa, 9 – 17 Uhr): Historischer Antiquitätenmarkt, der größte der Stadt und einer der bekanntesten in den Niederlanden.

– Albert Cuyp Markt
(Albert Cuypstraat, Mo – Sa, 9 – 18 Uhr): Der größte und beste Markt der Stadt. Obst, Gemüse, Hering, Käse, Jeans und jede Art von Kleinkram.

– Büchermarkt: (Oudemanhuispoort, Mo – Sa): Bücher, alte Landkarten.

– Westermarkt: (Mitten im Jordaan, nur Mo): Stoffe und Klamotten.

– Dappermarkt: (Mo – Sa): Von Lebensmitteln bis Klamotten.

Von Luxus bis Trend – Shop till you drop.

Schon mal gut zu wissen: Die meisten Amsterdamer Läden haben auch am Sonntag auf! Generell lässt sich sagen – Amsterdam ist bunt, hip und jung. Besonders coole und stylishe Boutiquen und teilweise skurrile Läden findet ihr in De 9 Straatjes und ganz generell im gesamten Grachtengürtel. Die „Neun Straßen“ sind ein Quadrat zwischen Singel und Prinsengracht, Leidsegracht und Raadhuisstraat. Besonders cool finde ich das Fifties-Sixties mit einen Sortiment an Toastern und Staubsaugern aus den 1930er- 1970er Jahren. Gut erhaltene  Kleider aus den 1940er und 1950er Jahren findet ihr bei Laura Dols. Hier gibt’s auch Vintage Shops wie Episode und Zipper.

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Shooping in der Kalverstraat

Die traditionellen Einkaufsmeilen erreicht ihr vom Dam Square aus: Kalverstraat und Nieuwendijk sind die größten Fußgängerzonen und bieten neben den bekannten, internationalen Ketten wie H&M einige Souvenirlädchen und viele Imbissbuden.

Holländische und internationale Modedesigner wie Gucci, Shoebaloo,  Emporio Armani oder Filippa K haben sich im Musuemsviertel niedergelassen, auf der der P.C. Hooftstraat – genauer: zwischen Museumsviertel und Vondelpark.

Café-Kultur, „Gezelligheid“ und Nightlife

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Coffee Shops – Fester Bestandteil der Amsterdamer Kultur

Eines ist sicher – für die Amsterdamer sind ihre Cafés wie ein zweites Wohnzimmer. Dabei bedeutet das Wort „Café“ nicht, dass dort nur Kaffee und Kuchen serviert werden. Selbst Lokale, die de facto Restaurants sind, heißen eben Café. Sie sind meist individuell eingerichtet und die Amsterdamer lieben diese Treffpunkte zum Essen, Trinken, Reden oder einfach nur Schauen. Einen Unterschied machen aber die berühmten Coffeeshops. Hier kann man Space-Cakes, fertig gedrehte Joints legal kaufen und konsumieren. Wer typisch niederländische Küche genießen will, geht ins Moeders. Apropos: Wusstet ihr übrigens, dass der Apfelkuchen in Holland erfunden wurde? Und dass ihr im Gegensatz zu französischen Crepes, holländische Pfannkuchen herzhaft oder süß bestellen könnt? Und dass in Holland die indonesische Küche quasi eingebürgert ist?

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Tagsüber ein Bier im Straßencafe…

Das Nachtleben spielt sich vor allen im westlichen Grachtengürtel und im Rotlichviertel ab. Dort wimmelt es nur so von kleinen Bars und coolen Clubs teilweise auch mit inspirierten Kulturprogramm. Ein besonders inspirierter Bar ist De Nieuwe Anita. In der Location mit Wohnzimmeratmosphäre gibt es auch eine Tanzfläche, auf die ihr von einer Empore aus schauen könnt. Oder ihr tanzt gleich selbst. Elektro-Beats und richtig gute DJs lassen die Nacht im Trouw Amsterdam aufleben – dem besten Club der Stadt in einer alten Zeitungsfabrik.

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…und nachts feiern im Rotlichtviertel.

Der Amsterdam-Style: MEGALÄSSIG

Topangesagte Longweste kombiniert mit dickem Wollbeanie, mittelhohen Ankle Boots und Umhängetasche im Chanel-Look, das Vintage-Rad lässig im Anschlag…


Es gibt viele Gründe für einen Amsterdam-Trip – die Grachten, das Radfahren, ein Spaziergang am Ufer des IJ entlang,  das Rijksmuseum, die coolen Läden in der Altstadt oder die Coffeeshops …

Vielleicht wart ihr ja schon da. Wenn nicht, nichts wie hin! Es lohnt sich. Wenn ihr weitere Amsterdam-Tipps habt, freue ich mich auf eure Kommentare.


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Christine

von

Fashionista und Schreiberin, die für Euch auf die Jagd nach guten Looks, spannenden Trends und neuesten Style-Inspirationen geht. Und zwischendurch einen Blick hinter die Kulissen von Ana Alcazar wirft, um über People, Shootings und den ganz normalen Wahnsinn eines kreativen Labels zu berichten.

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