Jan 24, 2018

Fashiontech 2018 – Mode an der Schnittstelle zur Technologie.

Fashioning the Future – das ist das zukunftsträchtige Motto der siebten #FASHIONTECH Berlin, die im Rahmen der Berlin Fashionweek am 16. Januar 2018 stattfand. An der Schnittstelle von edlen Stoffen und Gadgets, coolem Design und neuesten Features geht es um nichts weniger als die Zukunft der Mode. Und die ist im Kontext der Digitalisierung, wie ich finde, extrem spannend. Besucher auf der Konferenz, die sich Jahr für Jahr größerem Interesse erfreut, konnten innovative Wearables sowie Smart Textiles bestaunen: Als smarte Shirts oder intelligente Accessoires begeisterten die neu geschaffenen Synergien – dieses Jahr zum erstenmal im Kraftwerk in Berlin Mitte. Visionäre Köpfe, die über Grenzen hinausdenken, Fashion-Enthusiasts, Designer und vorwiegend Berliner Start-ups mit überraschend anderen Ideen aus der Mode-, Technologie- und Kommunikationsbranche vernetzen sich, um immer kreativere Fashion-Wearables zu schaffen.

Hey Google, what's happening this weekend?

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Dabei zeichnete sich dieses Jahr ein klarer Megatrend ab: Sustainability. Mich wundert es nicht, dass in Zeiten wie diesen Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein ganz oben auf der Liste stehen. Mode wird nachhaltiger, ökologischer und tierfreundlicher. Upcycling macht Alt zu Neu, Materialen wie Kunstleder reduzieren den ökologischen Footprint.

Inspirierend und interaktiv – Fashion als Interface.

Wie kann man sich das nun konkret vorstellen? Erstmal ganz einfach: High Heels bekommen einen blinkenden LED-Absatz. Stylishe Accessoires werden auf dem Rechner entworfen und im 3D Printer ausgedruckt. Und dann wird es komplizierter: Auf der #FASHIONTECH wurde im Berliner Kraftwerk beispielsweise Hightech-Kleidung vorgestellt, an der jeder sofort die Stimmung des Trägers erkennen kann – dank Lichtsignalen: nervös, erfreut, wütend oder traurig – keine Regung bleibt unverborgen. Wäre das etwas für euch?

who feels it knows it

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Die Idee steht für die Ursprungsidee von Smart Wearables – nämlich, neben Style auch Features zu bieten: So messen clevere Kleidungsstücke den Herzschlag, stellen sich auf Temperaturen ein oder laden Smartphones. Kein Wunder, dass gerade der Fitness-Sektor ein inspirierendes Experimentierfeld ist.

Sports Fashion goes Future.

Smartwatches, Fitness-Tracker, Datenbrillen und andere Accessoires können die tägliche Fitness-Routine erweitern. Sie überwachen Körperfunktionen, sammeln Daten und informieren über die Kondition. T-Shirts kommen mit USB-Anschlüssen und Stoffe werden – wie auch schon Accessoires – im 3D-Drucker gefertigt.

Stellt euch folgendes vor: Euer Virtual Personal Trainer ist direkt ins Sportdress integriert und gibt Feedback, ob ihr die Übung perfekt ausführt. Oder ob ihr beim Laufen den Fuß richtig abrollt.

Wearable strength #fashiontech #smartfabric #acessability #cooperhewitt #nyc

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Eine besonders funktionale Technologie kommt von der Firma Nanogy. Mit der Wärmetechnologie für Kleidung gehört Frieren definitiv der Vergangenheit an. Nanogy macht es möglich, elektronisch aufgeladene Wärmezellen ganz ohne Metall in Kleidung zu integrieren. Die ultra-leichten High-Tech Textilien können in jedes Kleidungsstück – inklusive dem Mantel, für die kalten Tage – eingearbeitet werden. Durch eine aufgebrachte Membran leitet sie Wärme auf den Körper, welche man beliebig einstellen kann. Die Lösung ist sogar waschbar.

Zwar nicht auf der #FASHIONTECH vor Ort, dafür aber einen sehr spielerischen Umgang mit „Digital“ zeigt adidas mit seinem Konzept Pixel statt Polyester. Die Trikots bleiben rein virtuell. Die Jerseys sind nicht aus Stoff, sondern aus Pixeln und wurden speziell für das FIFA Ultimate Team Spiel EA SPORTS™ FIFA 18 auf der PlayStation 4 designt.

Fashionistas aufgepasst: Interaktiver Spiegel für das perfekte Outfit.

Die XU exponential university war mit einer Idee für interaktive Shopping-Beratung auf der #FASHIONTECH 2018 präsent: Ein interaktiver Spiegel schlägt unterschiedliche Outfits vor, welche auf den User projiziert werden. Ohne sich umzuziehen, kann man so die Lieblingslooks in einem Laden finden. Teilweise werden solche Konzepte schon umgesetzt, sind aber noch nicht ganz ausgereift.

Smart Wearables in Dienstleistung und Alltag.

Auch die Lufthansa interessiert sich für die smarte Uniform. Diese soll es den Stewardessen ermöglichen, direkt über die Kleidung über Wünsche oder Fragen der Fluggäste informiert zu werden.

Das Modelabel Skarabeos hat 2016 Taschen und Rucksäcke zu Smart Wearables gemacht. Wie? Sie sind mit einer App verbunden und durch ein Alarmsystem gegen Diebstahl und Verlust geschützt. Noch bevor ein Dieb die Tasche greifen kann, wird via App der Alarm ausgelöst und an die Smartwatch oder das Smartphone gesendet.

Nicht nur für Promis: Die Modedesignerin Phoebe Heess, die u.a. auch für adidas arbeitet, hat 2015 eine Anti-Paparazzi-Cap entwickelt. Diese reagiert auf Kamera-Blitzlicht und blitzt kurzerhand zurück. Ihre Vision formuliert sie so: „Bald wird man seine Kleidung an jeder Ecke ausdrucken können, wie im Copyshop.“

Die neue Ästhetik – Robotic Styles.

Für euch habe ich mich mal nach jungen Labels und Designern umgesehen, die seit 2015 schon auf der #FASHIONTECH präsent waren und Smart Wearables kreieren. Hier meine Favoriten, die mich begeistern:

Lina Wassong – Form plus function

Die Ingeneurin und Designerin Lina Wassong interessiert sich an der Schnittstelle zwischen Design und Technologie für die ästhetischen Aspekte von Technologie. Sie spielt mit den Möglichkeiten der digitalen Verarbeitung von Kleidung in Kombination mit Elektronik und kreiert futuristische Looks, wie zum Beispiel ein Kleid mit 3D-gedruckten Tentakeln, die durch einen integrierten Infarot-Sensor auf Bewegungen reagieren.

Hier könnt ihr mehr über sie und ihre Kreationen erfahren:

Lilien Finess Design – das Label von Lilien Stenglein

Lilien Stenglein ist spezialisiert auf das Thema Fashiontech. Sie liebt es, interdisziplinär zu arbeiten und hat selbst einen Abschluss in Corporate Management & Economics sowie in Modedesign. 2016 gründete sie ihr Label Lilien Finess Design, das traditionelles Handwerk mit Laser Cutting und 3D Printing zusammenbringt.

Hier könnt ihr mehr über sie und ihre Kreationen erfahren:

ElektroCouture und die Gründerin Lisa Lang

Das Berliner Fashion-Start-up ElektroCouture verbindet futuristisches Modedesign mit tragbaren Technologien und erinnert mit seinen Entwürfen oft an die Kostüme aus einem Science-Fiction-Film. Gründerin und CEO Lisa Lang ist eine ehemalige IT-lerin, die sich die Frage stellte, wie sie in der Technikfirma cool und tough zugleich sein kann.

Hier könnt ihr mehr über sie und ihre Kreationen erfahren:

Na, habt ihr euer Lieblingsoutfit schon gefunden? Die #FASHIONTECH zeigt, wie sehr die Modebranche sich in jeder Hinsicht verändern wird. Angefangen bei den Kreationen selbst über Usability-Konzepte und Kundenführung in den Stores bis hin zur der Art, wie Fashion-Labels sich zukünftig präsentieren werden. Ich denke, das ist erst der Anfang und wir können uns auf weitere coole Ideen und Innovationen freuen. Ich werde das weiter beobachten.

Was haltet ihr von der Mode der Zukunft?

Christine

von

Fashionista und Schreiberin, die für Euch auf die Jagd nach guten Looks, spannenden Trends und neuesten Style-Inspirationen geht. Und zwischendurch einen Blick hinter die Kulissen von Ana Alcazar wirft, um über People, Shootings und den ganz normalen Wahnsinn eines kreativen Labels zu berichten.

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