Aug 16, 2017

What’s your vote? Making of Winter 2017/18

Behind the Scenes beim Ana Alcazar Shooting

„Lass uns mit Joy starten, danach Trust und Love. Curiosity machen wir nach der Pause, genauso wie Attitude …“, ruft Sacha Tassilo Höchstetter durch die Location, als ich das Set für das Kampagnenshooting betrete. Der bekannte Fashion-Fotograf klärt gerade mit Aleks Bojkoski, dem Creative Director von Ana Alcazar die letzten Facts für das Kampagnenshooting. Insgesamt herrscht schon geschäftiges Treiben bei quirlig-pulsierender Atmosphäre.

Ich sehe mich in dem geräumigen Münchner Studio um und mein Blick fällt auf eine Pappwand rechts neben der Kamera. Auf dieser sind verschiedene Styles einzeln im Polaroid-Look aufgeklebt – teilweise versehen mit den Schlagworten der Kampagne Joy, Trust, Love etc., die Sacha eben schon ins Spiel brachte. Die Idee für den Ana Alcazar Winter ist, dass jeder Look eine Attitude ausdrückt – also für eine ganz bestimmte Haltung steht: Love, Joy, Inner Peace – so dass jede Fashionista die Wahl hat. Ana Alcazar fordert mit der Kampagne zur Abstimmung auf: What’s your vote?

Rund um besagten Aufsteller versammeln sich schon alle, dort steht auch Sachas Laptop, auf dem die Bilder in Echtzeit ausgespielt werden. Kameraassistent Heinrich Benjamin wartet darauf, dass das Shooting beginnt. Art Direktorin Charlotte Bufler entwickelt Ideen, um die Schlagworte später im Layout visuell kreativ umzusetzen.

Und dann geht es los … Anne Sophie, das Model, betritt aus dem Nebenraum das Studio – gestylt von Lorand Lajos, der auch dieses Jahr wieder Hand anlegt und wahnsinnige Looks kreiert … Anne Sophie positioniert sich im floralen Mini mit lila Strumpfhosen und Sneakers, grobem Strick-Pulli und goldener XXL-Bag vor der Kamera … Sacha liegt am Boden vor seiner Kamera, blickt durch die Linse, während Hair&Make-up Artist Christopher Koller noch eine blonde Strähne von Anne Sophie mit Haarlack fixiert. Der Look heißt WOW und genau das ist er auch. Sacha wünscht sich mehr Bewegung, Anne Sophie stellt sich auf die Zehenspitzen, neigt ihren Körper, setzt einen Schritt nach vorn und öffnet lasziv die Lippen  … und ja, genau das ist WOW.

 

 

Don’t tell me. Show me. – das Model als Darstellerin

Für den nächsten Shot unter dem Begriff Diversity trägt Anne Sophie zwei identische Looks nacheinander – einmal in Schwarz, einmal in Weiß. Geplant ist, dass sich diese Looks im Katalog genau gegenüberstehen. Dafür muss Anne Sophie quasi in zwei Rollen schlüpfen und mit sich selbst fiktiv in Blickkontakt treten. Und es gelingt ihr. Überhaupt ist mimische Vielfalt bei dem diesjährigen Shooting Programm. Passend zu der Kollektion, welche mit Trends und avantgardistischen Anleihen bis ins letzte Detail spielen. Denn von floralen Prints über futuristische Metallic-Anklänge, Karos, Retro-Cuts und viel Rot bis hin zu 60ies Streifen, Semitransparenzen und Athleisure-Looks ist alles dabei.

Im Zusammenspiel mit Sacha als Regisseur und Fotograf inszeniert Anne Sophie Emotionen wie Love, Joy, Inner Peace oder Curiosity und legt dabei großartiges, darstellerisches Talent an den Tag. Ich bin fasziniert von ihrer Wandlungsfähigkeit. Sie lacht, reißt die Augen auf oder lugt neugierig unter stylishen Sun-Glasses hervor. Sie inszeniert gekonnt das neueste Line-up von Ana Alcazar Mänteln, Kleidern, Hosen und Röcken.

Stylist Lorand hat sich wieder tolle Look-Inszenierungen einfallen lassen und arbeitet kunstvoll mit extravaganten Accessoires. Crossbody-Bags, aufwendige Gürtel und ein Hut mit Tiergeweihen, der selbst schon Modern Art ist, bringen die Kollektion zum Strahlen. In Zusammenarbeit mit Make-up Artist Christopher verwandelt sich Anne Sophie von Szene zu Szene in eine andere.

Ich persönlich finde ihren Job sehr anspruchsvoll – jeder Ana Alcazar Look steht für ein starkes, aber abstraktes Statement wie Attitude, Love, Joy oder Curiosity. Das zu verkörpern, ist nicht so einfach. Anne Sophie bringt es auf’s Bild – mimisch und gestisch. Eine Wahnsinnsaufgabe!

Dabei bleibt sie immer hochprofessionell und zu 100 Prozent bei der Sache, auch nach der x-ten Wiederholung – wie überhaupt alle am Set. Sacha hält die Fäden in den Händen und stimmt sich eng mit Aleks ab. Die beiden diskutieren, analysieren, spinnen Ideen und ändern sofort das Set-up, wenn sie merken, dass es ein noch besseres Bild geben könnte. Das Team zieht mit und so sind schließlich alle Motive im Kasten.


Am Set geht es unprätentiös zu – und oft sehr spontan

Ein Tag on location fordert allen höchste Konzentration ab. So glamourös und easy die Visuals am Ende auch aussehen, am Set läuft alles pragmatisch ab. Alle sind casual gekleidet, meist mit Sneakers, damit man sich gut bewegen kann. Oft entstehen spontane Inszenierungsideen, dann helfen alle zusammen, diese zügig umzusetzen. Beim Ana Shooting kommt Sacha die wirklich coole Idee, blaue Müllsäcke als kontrastreiches Accessoire zu einem schwarzen 60ies Mini-Dress einzusetzen – das Statement dahinter: Less Trash.

Jeder, der gerade im Wortsinn Luft hat, pustet Luftballons auf. Denn diese sollen in die Beutel gestopft werden, damit diese prall gefüllt aussehen – voller Trash eben. Niemand bewegt sich am Set langsam, denn meist drängt die Zeit. Bis zum Abend müssen alle Bilder im Kasten sein und Anne Sophie ihren Flieger erreichen. Sacha als Profi und Regisseur behält den Überblick über das Timing.

Fakt ist: Um den perfekten Shot zu kreieren, muss jeder einzelne Beteiligte im richtigen Moment das Richtige tun. Angefangen beim Hair & Make-up über das Styling bis hin zu Licht und Mimik und Gestik des Models beim Shooting. Teamspirit ist das A und O. Manchmal wird auch heiß diskutiert. Wenn dann aber ein wunderschönes Bild gelungen ist, ist alles vergessen.



Das Model der Ana Alcazar Winterkampagne 2017 im Interview – 7 Fragen an Anne Sophie Monrad

Copenhagen ☀️❤?? miss you already !

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Wie wurdest du als Model entdeckt?

John Roggendorf, ein Booker der Agentur Modelwerk, hat mich in einem Einkaufszentrum angesprochen.

Wie bereitest Du Dich auf ein Shooting vor?

Ich bereite mich natürlich täglich mit viel Sport und möglichst ausreichendem Schlaf vor. Als Model muss man immer ready sein. Meistens erfährt man dann erst beim Shooting selber, was der Kunde oder Fotograf für Vorstellungen hat. Da muss man ein spontanes schauspielerisches Talent mitbringen, um die Ideen so gut wie möglich umzusetzen.

Was liebst du besonders an Deinem Job?

Das Reisen! Ich liebe das Fliegen, immer wieder neue Menschen kennen zu lernen und beim Job ständig in unterschiedliche Rollen schlüpfen zu dürfen!

Was war für dich der schönste Moment beim Ana Alcazar Shooting?

Den einzigen Moment gab es nicht, sondern es war generell einfach eine sehr gute Stimmung auf dem Set. Wir hatten viel Spaß auf dem Set, es war sehr lustig! Es ist leider nicht immer so, dass man so ein gutes Team bei einem Shooting hat. Ich mag es, wenn man zwischen dem ernsthaften Arbeiten auch einmal ein bisschen Blödeln kann. Die besten Bilder entstehen in einer entspannten Atmosphäre.

Unter uns: Hast Du einen Ana Alcazar Lieblingslook?

Ich kann mich gar nicht entscheiden… Mit dem Styling von Lorand Lajos hatte jeder Look etwas ganz besonderes!

Deine Top 3 Designer?

Uuuuh… das ist wirklich schwer. Gerade als Model ist es natürlich wichtig einen Stil zu haben, der in möglichst vielen Situationen passt. Ich würde meinen Stil eher klassisch, casual und manchmal leicht rockig bezeichnen. Manchmal mag ich es aber auch bunter!

Jede Saison gibt es immer wieder andere Trends, und ich suche mir das aus, was zu meinem Stil passt. Daher hab ich keine konkreten Lieblingsdesigner, sondern nur ganz viele Lieblingsteile.

Wo siehst Du Dich in fünf Jahren?

Ich nehme jeden Tag, wie er kommt. Gerade sitze ich auf meinem Balkon in Berlin und bin mehr als glücklich 🙂

Liebe Anne Sophie, vielen Dank für das schöne Interview.

Christine

von

Fashionista und Schreiberin, die für Euch auf die Jagd nach guten Looks, spannenden Trends und neuesten Style-Inspirationen geht. Und zwischendurch einen Blick hinter die Kulissen von Ana Alcazar wirft, um über People, Shootings und den ganz normalen Wahnsinn eines kreativen Labels zu berichten.

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