Sep 7, 2016

Nah-Aufnahme: #truerebel

Behind the Scenes beim ANA ALCAZAR Kampagnen-Shooting Winter 2016/2017

Rebel Yell … – Anfang Mai dieses Jahres habe ich für euch eine echte Rebellin getroffen: Liv O’Driscoll. Liv ist eigentlich Model und gleichzeitig die selbstbewusst-eigensinnige Heldin in der aktuellen ANA ALCAZAR Winterkampagne mit dem Namen #truerebel. Die schöne und sehr relaxte Neuseeländerin wurde an coolen Locations in München von Fashion-Fotograf Sacha Tassilo Höchstetter und dem ANA ALCAZAR Kreativteam in Szene gesetzt – als Rebellin mit Punk-Attitüde, als Querdenkerin und als Aktivistin gegen den Fashion-Mainstream. Für die unkonventionelle ANA ALCAZAR Kollektion Winter 2017, aus der ich euch kommende Woche ein Best Of zeige (!), gehen Fotograf Sacha und Kreativchef Aleks Bojkoski dieses Jahr auf die Barrikaden: Sie lassen ihr Model demonstrieren, protestieren, Steine werfen …  – ich war einen Tag lang beim Fashion Shoot dabei  …

The glitz. The glam. The fashion. – Was im Lookbook so luxuriös aussieht, ist am Set beim Foto Shooting ganz anders. Denn hier geht es total geerdet zu. Es zählen Teamspirit, Sinn für Praktisches und eine gehörige Portion Disziplin. Ich bin immer wieder erstaunt, wie reibungslos so ein Shooting abläuft. Das ganze Team arbeitet Hand in Hand. Alle sind hellwach, zu 100 Prozent bei der Sache und dabei auch noch nach 10 Stunden und einigen Location-Wechseln supergelaunt. Während ich manchmal schon müde werde, sprühen die kreativen Köpfe Aleks und Sacha immer noch voller Ideen und Liv inszeniert superprofessionell die x-te Pose.

Aleks und Sacha ziehen ganz klar die Fäden, geben das Tempo vor und haben das Timing im Griff – es gibt immer um das perfekte Bild, das ideale Licht und da heißt es – gerade bei einem Shooting im Freien – in der richtigen Sekunde abdrücken. Vorher muss alles andere passen – die Location, das Make-up, das Styling und natürlich die Gestik und Mimik des Models. Ich staune immer wieder, was für eine riesige Logistik hinter einem einzigen gelungenen Shot steckt.


Shout out loud – Rebellin mit Megaphon

Los geht’s am frühen Morgen – erste Location: München Hackerbrücke. Als ich dort ankomme, ist das Team schon voll in Aktion. Sacha und seine Assistenten haben die Kamera aufgestellt, Reflektoren und Diffuser werden positioniert und Liv läuft schon in style mit einem überdimensionierten Megaphon die abschüssige Straße auf und ab. Im Hintergrund die imposante Architektur der Hackerbrücke.

Alle arbeiten hochkonzentriert, das erste Bild soll in den Kasten. Lorand Lajos, der Stylist, reicht Liv eine andere Jacke – er will mehr Kontrast zum Kleid in monochromer Hahnentritt-Optik – Voilà! Mit dem Mantel im Trendpantone-Ton Beerenrot findet er das Outfit perfekt.

Liv läuft los … Sacha schaut durch die Linse und korrigiert die Pose. „Kopf höher.“, „Steh für deine Überzeugung ein!“, „Zeig’ Haltung!“, „Be proud!“, ruft er Liv zu. Selbstbewusst stolziert sie. Das Megaphon dicht am Mund, Protest-Ausrufe imitierend. „Ja, das ist es. Das ist der Move. Das ist der Blick. Genau so. Rebellion Spirit pur. Mehr Licht. Und Action!“ Sacha drückt ab. Passanten bleiben stehen. Starren. Staunen. Drehen sich mehrfach um. Und gehen oder radeln schließlich weiter. Sacha und Aleks checken am Screen die Shots. Zeit für Ben Mayer, den Make-up Artist, Liv’s Augen Make-up nachzuarbeiten. Sacha gibt das „Go“, das Team packt zusammen und zieht weiter zur nächsten Location.

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Protestieren, bis die Polizei kommt – Und Action!

Auf dem Weg zur nächsten Location unterhalte ich mich mit Ben über Liv’s Make-up. Was ist besonders? Was ist anders? Was macht den Rebellen-Look aus? Mit fällt als erstes das Fake-Nasenpiercing auf. Ben bringt es auf den Punkt. „Selten soviel Schwarz!“ Denn Liv’s extreme Smokey Eyes sind maximal katzig herausgezogen. Um diesen Look während des ganzen Tages zu halten, legt Ben immer wieder schwarzen Eye Gloss nach. In Kombination mit Liv’s heller Haut und den hellen Augen entsteht so schnell ein krasser, harter Kontrast – der ANA ALCAZAR Rebellion Style.

Im Crew-Bus zieht Liv den nächsten Look an. Als nächstes ist eine Action-Szene geplant. Die Story? Die Rebellin provoziert mit ihrer Dogge und handelt sich prompt Ärger mit einem Polizisten ein – dargestellt vom sympathischen Statisten Björn im Polizeikostüm. Mit seinem Jump für das Kampagnen-Visual gelang ihm gleich noch ein weiterer Sprung: Er wurde als Model entdeckt. Find ich echt cool. Denn beim Shooting selbst hat er einen anspruchsvollen Job: Während Liv mit der großen Dogge provokant dasteht, soll er eilig – quasi aus dem Off – ins Bild springen. Und er macht das echt großartig. Sicher auch, weil die reinrassige blaue Dogge mit dem Namen „Charlie“ total entspannt und gelassen bleibt. Und sich auch von einem Sprung nicht aus der Ruhe bringen lässt. In der Mittagspause gibt’s Burger, die Akkus für die Kameras werden geladen und das Team plaudert entspannt über Gott und die Welt …

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Back to black – Punkstyle vor Hochhaus-Kulisse

Szenenwechsel. Neue Location. Neues Dress. Lorand hat für die Styles von Liv einen besonderen Look kreiert. Dabei spielen Accessoires eine große Rolle: Liv trägt High Heels mit Nieten, trashige Boots mit Ketten, aufwendige Armbänder im Punk-Stil oder fingerlose, schwarze Lederhandschuhe. Ben setzt farbige Paintings ins Haar und legt immer wieder Eye-Gloss nach. Jetzt wird Liv bei strahlendem Sonnenschein, aber ungemütlicher Kälte vor Hochhaus-Kulisse abgelichtet. Der aufkommende Wind macht Lorand und Ben zu schaffen – Klamotte und Haar müssen ständig wieder zurechtgezupft werden. Liv steht mit der Spraydose und sprüht los – cooler Effekt! Sacha liegt mittlerweile hinter der Kamera auf dem Asphalt – alles im Namen der idealen Perspektive. Diese Szene verlangt allen Beteiligten einiges an Durchhaltewillen und echtem Teamgeist ab. Nach einigen Runden sind Aleks und Sacha zufrieden. Aufatmen im Team, Mantel für die frierende Liv und weiter geht’s …

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Messerscharf – das Auge des Fotografen

Megaphon, Spraydosen, Demoschilder – beim Shooting kommt nach und nach das ganze Arsenal der Protestbewegungen zum Einsatz. Um ihrer Botschaft Ausdruck zu verleihen, lässt die ANA ALCAZAR Rebellin nichts aus. Für das nächste Bild hat sich Sacha etwas besonders „Scharfes“ einfallen lassen. Liv soll ihre Lippen mit rotem Lippenstift nachziehen und dafür – like a #truerebel – ein Messer als Spiegel benutzen. Sacha probt mit ihr die Pose. Und drückt jetzt langsam auch auf’s Tempo. Denn es ist bereits spätnachmittags und die Sonne steht nicht mehr lange günstig. Das Make-up muss noch einmal korrigiert werden, das Kleid sitzt zu locker. Lorand befestigt den überschüssigen Stoff am Rücken mit einer Klammer. Shoot. Und fertig! Ich finde das Bild-Motiv wahnsinnig schön. Der Lichteinfall in Kombination mit der reflektierenden Messerscheide ergibt einen spannenden Effekt. Und auch der Rest der Crew ist begeistert.

Zum Abschluss des ersten Shooting-Tages geht es noch zu Tiffany’s in der Residenzstraße – Steine werfen … Nein, nein, keine Sorge – das letzte Bild zeigt Liv vor dem Tiffany-Schaufenster, einen Fuß demonstrativ auf einem Haufen Pflastersteinen aufgestützt, der vorher da vom Team platziert wurde … #truerebel in Aktion … Das letzte Bild für den ersten Shooting-Tag ist schnell im Kasten … Die Crew fährt nach Hause, denn am nächsten Tag geht’s wieder früh los. Diesmal ins Studio zum Shooting für das Lookbook …

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Seid gespannt und freut euch auf kommende Woche. Ich habe für euch die coolsten Looks der neuen Winterkollektion 2017 ausgesucht und stelle sie euch hier vor. Gebt ein Statement ab. #truerebel

Christine

von

Fashionista und Schreiberin, die für Euch auf die Jagd nach guten Looks, spannenden Trends und neuesten Style-Inspirationen geht. Und zwischendurch einen Blick hinter die Kulissen von Ana Alcazar wirft, um über People, Shootings und den ganz normalen Wahnsinn eines kreativen Labels zu berichten.

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