So entsteht ein Produkt bei Ana Alcazar
Jul 26, 2018

90 Tage später! So entsteht ein Designerkleid von Ana Alcazar – ein Blick ins Atelier.

Über ihre Kollektionen und ihre Art zu arbeiten sagen die Designerinnern Be und Ju Ilzhöfer „Wir wollen individuelle Looks kreieren, welche Strömungen erlebbar machen und unsere Kunden berühren und inspirieren. Denn wir lieben Exklusivität, die aus makellosem Handwerk und ungewöhnlichen Designideen entsteht. Deswegen gibt es bei uns keine Massenanfertigungen. All unsere Styles werden nur in begrenzter Stückzahl produziert.“

Diese Liebe zum Besonderen ist charakteristisch für Ana Alcazar und spiegelt sich auch im Entstehungsprozess der Kollektionen wider. Habt ihr euch schon einmal Gedanken gemacht, wie genau ein Designer-Teil entsteht? Wie viele Stationen durchlaufen werden, bis aus der ersten Idee ein fertiges Modell wird?

Folgt mir hinter die Kulissen von Ana Alcazar: Heute gebe ich euch einen einzigartigen Einblick in das lichtdurchflutete Ana Alcazar Atelier im Münchner Süden, wo das Team aus professionellen Schneiderinnen und Schnitt-Directrices mit viel Liebe zum Detail daran arbeitet, die Ideen der Designerinnen umzusetzen – vom ersten Muster bis zum fertigen Modell.

Für mich ist es eine unglaubliche Offenbarung, zu sehen, wie viel Arbeit in den Kleidern, Jumpsuits oder Oberteilen steckt. Betritt man das großräumige Atelier, fallen auf den ersten Blick die vielen Kleiderstangen auf, an denen einzelne Kollektionsteile zu sehen sind. Präzise Schnitte, starke Farben und exakt herausgearbeitete Details – das sind die Markenzeichen der Kollektionen von Ana Alcazar. Dabei finden sich auch immer wieder Form-Anleihen aus den großen Modeepochen. Im Herzen der hallenartigen Räume haben die Designerinnen ihre Kreativschmiede eingerichtet – über Stoffmuster und Zeichenblöcke voller Skizzen hinweg blickt man aus überdimensionierten Fenstern direkt in die Natur. Ein guter Platz für große und kleine Ideen, finde ich. In der Näherei selbst stehen Holztische und einige Stoffballen, die darauf warten, verarbeitet zu werden. Aber wie genau? Ich habe es für euch herausgefunden.

Am Anfang steht die Idee

Mit einem Einfall, einem kreativen Gedanken fängt alles an. Sobald dieser im Kopf der Designerinnen entsteht, greifen Be oder Ju Ilzhöfer zum Stift, zeichnen erste Entwürfe und erstellen Skizzen. An diesen feilen sie oft tagelang, ziehen sich in ihr Atelier zurück, beraten sich und verfeinern so lange, bis sie mit der Idee zufrieden sind.

Das gilt auch für Prints. Denn im Hause Ana Alcazar werden nicht nur Kleidungsstücke, sondern auch viele Muster selbst designed. Der Blütenprint im Fuchsia-Ton, den ihr in unserer Fotostrecke seht, wurde von den Designerinnen eigenhändig entworfen und kreiert. Selbst bei so einem kleinen Detail rasten und ruhen die Designerinnen nicht, bis die Blüte in allen Facetten perfekt aussieht. Das kann manchmal sehr schnell gehen, dann wieder länger dauern – jeder, der schon einmal kreativ gearbeitet hat, weiß, dass solche Schöpfungsprozesse ihren ganz eigenen Gesetzen folgen. Ich habe bei Ana Alcazar im Atelier das Gefühl, dass es nicht nur um bloßes Können, sondern vielmehr um gelebte Leidenschaft geht, wenn das Team Hand in Hand wahre Fashion-Kunstwerke produziert.

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Schritt für Schritt zum vollendeten Design: Making-of Bilder aus dem Atelier von Ana Alcazar

Von der Skizze zum Schnitt

Erst wenn die Idee ausgereift ist, machen sich Be und Ju Ilzhöfer auf die Suche nach dem geeigneten Stoff für das Maxikleid, den Midirock oder das gerade entworfene Top.

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So viele Möglichkeiten – Die Stoffauswahl fällt oft nicht leicht.

Wenn der Stoff gefunden ist, wird aus der Skizze ein maßstabsgetreuer, detailgenauer Schnitt mit der Hand gezeichnet – mich erinnert das wegen der Proportionen, die beachtet werden müssen, ein bisschen an eine technische Zeichnung. So entsteht die erste Schnittschablone für die Prototypen, die später im hauseigenen Atelier genäht werden.

Nähen des ersten Testmodells – mit Teststoff

Ist die Schnittschablone fertig, wird sie auf einen Teststoff gelegt und festgesteckt, um ein erstes Test-Kleidungsstück zu fertigen.

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Das Testmodell wird in unserem Münchner Atelier genäht.

Der Stoff wird zugeschnitten und vernäht. Erst jetzt wird es konkreter: An einem lebenden Model wird die Passform optimiert, der Ursprungsschnitt wird bis ins letzte Detail korrigiert und angepasst, so dass der Look vorteilhaft fällt, Muster exakt platziert sind und das Piece perfekt sitzt.

Ana Alcazar Atelier Team

Das Atelier-Team von Ana Alcazar fertigt mit großer Präzision und viel Liebe zum Detail die Kollektionen.

Digitalisierung des Schnitts und Ausdruck auf Plotter

Erst, wenn der so verfeinerte Schnitt der Realitätsprüfung standhält, wird er via Vektorgraphik digitalisiert und ausgedruckt – so entsteht die endgültige Schnittvorlage, die anschließend vervielfacht wird. Die ausgedruckten Cuts werden dann von der Schneiderin ausgeschnitten. Diese dienen als Schablone für den ersten Prototyp aus Originalstoff.

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Auch Modedesign kommt heute nicht mehr ohne moderne Technik aus.

Bevor das erste Musterteil aus dem edlen Material gefertigt wird, besprechen die Designerinnen mit der erfahrenen Schnitt-Directrice noch einmal den Schnitt und seine Besonderheiten – dabei geht es auch häufig um spezielle Erfordernisse des Nähens oder Feinheiten im Umgang mit dem Stoff. Was ist zu beachten? Worauf kommt es an? Erst dann wird der Prototyp aus Originalstoff endgültig gefertigt.

Ana Alcazar liebt Muster – der Rapport macht den Unterschied

Besonders bei komplizierteren Mustern gibt es einiges zu beachten. Denn gerade dann kommt es auf Arbeiten mit viel Augenmaß und vor allem Know-how an. Viele der Ana Alcazar Kollektionsteile stechen durch aufwändige Prints hervor – von Paisley-Prints über Animal-Prints bis hin zu XXL Blumen und graphischen Dekors ist alles zu finden. Und genau hier zeigt sich die hohe Kunst des Kreierens besonders deutlich: Wenn es um die exakte Platzierung des Motives auf dem Kleid geht, spricht man davon, dass der Rapport berücksichtigt werden muss. Bei gemusterten Stoffen meint Rapport die gemessene Länge eines Musters bis es sich wiederholt. Bei Stoffen mit großem Rapport verbraucht man mehr Stoff, wenn man diesen nach dem Muster genau passend zusammennähen möchte. Schließlich soll es nicht passieren, dass beispielsweise die Muster in den Seitennähten verschwinden oder bei ein und demselben Modell das Muster unterschiedlich läuft. Wusstet ihr eigentlich, dass Billig-Labels genau aus diesem Grund den Stoff erst im Nachhinein bedrucken? Das mindert die Qualität, exaktes Platzieren ist nicht möglich. Damit sparen sich diese Marken aber die komplizierten Rapportarbeiten, die einfach teurer sind, weil sie hohes Können voraussetzen.

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Bei einem komplizierten Print mit Leo und Ornamenten muss der Rapport berücksichtigt werden – schließlich soll der Druck auf jedem Modell exakt an derselben Stelle sein.

Vervielfältigung – der Prototyp geht in Serie

Zurück zum konkreten Modell – ist der erste Prototyp genäht, wird das Designer-Piece nochmals an der Puppe angepasst. Die Schnitt-Directrice gleicht das Ergebnis mit dem Testschnitt ab.

Wenn alle im Team zufrieden sind, setzt man sich mit den Designerinnen noch einmal zusammen. Be und Ju Ilzhöfer prüfen das Ergebnis auf Herz und Nähte. Erst nach der finalen Abnahme durch die Designerinnen am Model, ist das Kleidungsstück produktionsreif.

Bereit für alle Augen – das Modell wird vorgestellt

Ein neues Modell ist geboren und tritt an, die Fashionistas zu begeistern. Dazu wird der Look an einem Fashion-Model fotografiert und dem Vertrieb vorgestellt.

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Nach drei Monaten Arbeit können wir das fertige Modell endlich an einer Trägerin bewundern.

Die Stückzahl, die produziert wird, richtet sich nach der sog. Vororder. Und dann endlich erscheint der Look u.a. im Ana Alacazar Online-Shop und wir können unseren Favoriten bestellen. Viel Spaß beim eurem großen Auftritt in einem der Ana Alcazar Designer-Teile, das von der ersten Idee bis zum fertigen Modell fast 90 Tage in der Mache ist.

Hättet ihr gedacht, dass so viele Arbeitsschritte für ein einziges Kleidungsstück notwendig sind? Schreibt mir gern in den Kommentaren – ich freu mich auf eure Statements.

Christine

von

Fashionista und Schreiberin, die für Euch auf die Jagd nach guten Looks, spannenden Trends und neuesten Style-Inspirationen geht. Und zwischendurch einen Blick hinter die Kulissen von Ana Alcazar wirft, um über People, Shootings und den ganz normalen Wahnsinn eines kreativen Labels zu berichten.

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